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StartseiteInformationen am MittagPreisverleihung mit Überraschungen13.08.2017

70. Locarno Festival Preisverleihung mit Überraschungen

Mit der Verleihung der goldenen Leoparden endete die 70. Ausgabe des Locarno Festivals. Der Hauptpreis ging zur Überraschung vieler an den chinesischen Dokumentarfilm "Mrs. Fang" über eine an Alzheimer erkrankte Frau. Und auch ein deutscher Film erhielt einen Sonderpreis.

Von Dietrich Karl Mäurer

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Der chinesische Regisseur Wang Bing hält beim 70. internationalen Filmfestival in Locarno den Goldenen Leoparden, der für den besten Film vergeben wird.  (dpa-Bildfunk / KEYSTONE / Urs Flueeler)
Der Hauptpreis ging an die Dokumentation "Mrs. Fang" des chinesischen Regisseurs Wang Bing. (dpa-Bildfunk / KEYSTONE / Urs Flueeler)
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Zum Abschluss war das Wetter doch versöhnlich. Hatten Regen und Gewitter in der zweiten Festivalhälfte die Besucher in die Kinosäle vertrieben, konnte die Verleihung der goldenen Leoparden doch unter freiem Himmel auf der malerischen, mittelalterlichen Piazza Grande von Locarno stattfinden.

Der Hauptpreis ging an einen Streifen, der seine Weltpremiere im Juni auf der Documenta in Kassel hatte.

Einer der wichtigsten und radikalsten Dokumentarfilmer Chinas

Der französisch-chinesisch-deutsche Dokumentarfilm "Mrs. Fang" des chinesischen Regisseurs Wang Bing zeigt das Sterben einer Bäuerin. Acht Jahre litt sie an Alzheimer. Nachdem ein Aufenthalt im Heim keine Besserung brachte, holte die Familie sie zurück in die Wohnung, wo sie schließlich starb. Wang Bing erzählt die Geschichte nüchtern und ohne Voyerismus:

"Sie ist die Mutter eines Freundes  und als ich sie in ihrem Dorf kennenlernte und in ihrer Einsamkeit sah, wollte ich  einen Film über sie machen."

Dass der Hauptpreis von Locarno an Wang Bing ging, überraschte viele, dabei zählt er zu den wichtigsten und radikalsten Dokumentarfilmern Chinas.

Auch beim begehrten Publikumspreis gab es eine Überraschung

Die US-Komödie "The Big Sick" von Michael Showalter schildert unterhaltsam die Liebe zwischen dem pakistanischen Einwanderer Kumail und der Studentin Emily. Mit dieser Beziehung prallen zwei Kulturen aufeinander. Kumail befindet sich im Zwiespalt zwischen seiner traditionellen Familie und seinen Gefühlen. Übrigens: die wahre Liebesgeschichte des Hauptdarstellers Kumail Nanjiani.

Auch Deutschland kann sich auch über einen Erfolg freuen: Das Familiendrama "Drei Zinnen" von Jan Zabeil erhielt einen Sonderpreis der US-Filmzeitschrift "Variety" - als künstlerisch überzeugender Film mit Potential zum Publikumserfolg.

"Wir hatten eine wundervolle Premiere hier. Es war so voll. So wunderbar. Nun bin ich zurück und es ist noch besser mit diesem Preis. Danke, dass wir mit dem Film eingeladen wurden. Vielen Dank an Variety für diese gute Einschätzung und diesen Preis. Vielen Dank!"

Mit 70 Jahren ist Locarno eins der ältesten Filmfestivals. Es steht für engagierte Autorenfilme. Zum Jubiläum hatte man eine Reihe Stars geladen - Fanny Ardant, Adrien Brody, Jürgen Vogel. Die in Locarno recht wortkarge Nastassja Kinski wurde mit einer Hommage geehrt.

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