Verbrauchertipp /

Abo-Fallen im Internet

Nicht zahlen, aber aufpassen

Von Margret Bielenberg

Es gibt viele Angebote im Internet, die kostenlos sein sollen. Die werden angeklickt und plötzlich kommt die Rechnung über ein Abo.
Es gibt viele Angebote im Internet, die kostenlos sein sollen. Die werden angeklickt und plötzlich kommt die Rechnung über ein Abo. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Im Internet landet man schnell auf Seiten, auf denen Gratis-Angebote stehen. Wenn dort Name und Anschrift angegeben werden sollen, raten die Verbraucherzentralen zur Vorsicht. Wer eine Rechnung bekommt, ohne ein Abo abgeschlossen zu haben, sollte sich nicht einschüchtern lassen.

Kochrezepte, Hilfe bei den Hausaufgaben oder eine Routenplanung fürs Wochenende – es gibt viele Angebote im Internet, die kostenlos sein sollen. Die werden angeklickt und plötzlich kommt die Rechnung über ein Abo, das bewusst gar nicht abgeschlossen wurde, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Die Beträge sind meist 96 Euro, also knapp unter 100 Euro. Das ist so ein Betrag, wo viele Verbraucher denken: Ach Gott, bevor ich jetzt schlaflose Nächte hab und es wird immer teurer und die Inkassoforderungen sehen viel höher aus und dann wird gedroht mit Gerichtsvollzieher und Pfändung und allem, dass viele dann diesen Betrag noch zahlen, weil der einzelne denkt, das kann ich vielleicht noch verschmerzen. Dafür hab ich meine Ruhe."

Doch zahlen sollte man auf keinen Fall, sagt die Verbraucherschützerin. Ein wirksamer Vertrag kommt nur dann zustande, wenn der Leistungsumfang, die Vertragslaufzeit und der Preis klar ersichtlich sind.

"Die Möglichkeit gibt es, dass man das Kleingedruckte überliest, aber vor allen Dingen nützt es ja nichts, wenn nur im Kleingedruckten steht, dass es jetzt 100 Euro kosten soll zum Beispiel. Das muss ja vorne weg kenntlich sein und nicht erst, wenn ich die Seite runter scrollen muss, zum Beispiel unter dem Anmeldebutton oder im Kleingedruckten. Das ist natürlich nicht ausreichend."

Wer eine Rechnung bekommt, ohne das Abonnement abgeschlossen zu haben, sollte sich also nicht einschüchtern lassen. Auf Mahn- oder Anwaltsschreiben muss nicht reagiert werden. Gibt es jedoch Post vom Gericht, muss der Angeschriebene reagieren und Widerspruch einlegen - allerdings kommt das nach der Erfahrung von Julia Rehberg sehr selten vor. In so einem Fall muss dann die Firma beweisen, dass der Vertrag abgeschlossen wurde. Das Unternehmen muss beispielsweise auch nachweisen, dass eine Widerrufsbelehrung zugegangen ist.

"Es reicht auch nicht aus, wenn die Widerrufsbelehrung auf der Internetseite steht. Sie muss mir zugeschickt worden sein, zum Beispiel per Mail. Ich muss sie erhalten haben. Wenn ich denn sage, ich war vielleicht auf der Seite, aber ich habe keinen Vertrag abgeschlossen, weil ich nicht erkennen konnte, dass es was kostet, dann kann ich einmal das Unternehmen anschreiben und mitteilen, dass kein Vertrag besteht und hilfsweise auch den Widerruf erklären und dann ist die Sache für mich erledigt. Wenn ich dort hinschreibe, dann aber mit Einwurf-Einschreiben, damit ich den Beweis erbringen kann, dass ich dort hingeschrieben hab, dass es zugegangen ist."

Haben Verbraucher aus Unsicherheit die Abo-Kosten bezahlt und bekommen eine Anschlussrechnung für das zweite Vertragsjahr, sei das nicht hinzunehmen.

"Wir raten dazu, diese natürlich nicht zu bezahlen und es ist auch mitnichten so, dass wenn man aus Angst bezahlt hat, dass man dadurch einen Vertrag abgeschlossen oder irgendwas anerkannt hat."

Es gibt allerdings kaum Möglichkeiten, das bereits gezahlte Geld zurückzubekommen, sagt die Verbraucherschützerin. Man müsste eine Klage auf Rückzahlung einreichen. Erst wenn die gewonnen ist und die Firma auch zahlen kann, lässt sich der Anspruch durchsetzen. Glücklicherweise, sagt Julia Rehberg, werden die Rechte der Verbraucher demnächst gestärkt.

"Genau, ab 1. August wird es eine gesetzliche Regelung geben, die sogenannte Button-Lösung. Das heißt als Verbraucher muss ich einen Button anklicken, in dem dann genau steht, das und das muss ich bezahlen. Also der Preis genannt wird und die Vertragslaufzeit und die wesentlichen Merkmale der Leistung. Sodass es dann etwas schwieriger wird, Leute in die Falle zu locken."

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