Samstag, 20.01.2018
StartseiteVerbrauchertippBilliges Spielzeug und schlechte Schokolade21.11.2017

AdventskalenderBilliges Spielzeug und schlechte Schokolade

2012 fand die Stiftung Warentest in zahlreichen Schokoladenadventskalendern Mineralöle oder verwandte Stoffe. Zwar ist die Belastung in den letzten Jahren nachweislich gesunken, dennoch gibt es gute Gründe, sich vor dem Kauf Gedanken zu machen.

Von Christiane Enkeler

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Ein Adventskalender (dpa picture alliance / Ralph Kaiser)
Adventskalender bedeuten nicht nur Freude, sondern auch viel Müll (dpa picture alliance / Ralph Kaiser)
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Es gibt Adventskalender mit Schmuck, mit Nagellack und mit Figuren, mit Tee, mit Bildern und Bier und natürlich mit Schokolade. 2012 hatte die Stiftung Warentest bei 24 getesteten Schokokalendern eine Belastung der Schokolade mit Mineralölen und verwandten Substanzen nachgewiesen. Proben in den Jahren darauf zeigten ein deutliches Abfallen der Belastung.

Zurzeit werden in Münster risikoorientierte Stichproben getestet, eine Routineuntersuchung, die voraussichtlich Ende November abgeschlossen ist. Wer ganz sicher gehen will, sollte eine Veröffentlichung der Ergebnisse abwarten.
Beim Kauf sollten Verbraucher allerdings noch einen anderen Punkt bedenken, sagt Monika Vogelpohl von der Verbraucherzentrale NRW:

"In aller Regel sind die Adventskalender wirklich mit einem hohen Verpackungsaufwand verbunden und die Verpackung landet hinterher ungenutzt im Müll. Man zahlt sehr viel Geld für eine Verpackung, die man eigentlich gar nicht braucht."

Auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten

In dieser Hinsicht empfiehlt sie Teekalender. Bei ihnen sei in der Regel der Verpackungsaufwand nicht so hoch. Und das Preis-Leistungsverhältnis?

"Bei den Teekalendern, die sind im Vergleich zu den Kalendern mit den Süßwaren, noch im Rahmen. Wenn man sich für fertige Adventskalender entscheidet, muss man einfach wissen, dass der Preis in aller Regel deutlich höher liegt als bei den herkömmlichen Produkten. Und da ist es egal, ob man Süßwaren oder ganz andere Produkte oder Spielwaren nimmt."

Wie viel Geld soll man bloß investieren? Das ist nicht nur bei Kaufkalendern ein Problem. Julia aus Köln ist Mutter zweier kleiner Kinder.

"Ich will einfach nicht teure Geschenke in den Adventskalender tun, weil ich denke, es gibt ja mit Nikolaus und Weihnachten und Oma und Opa und Tanten und Onkel sowieso so viel, also es sollte irgendwie einen Euro pro Tag nicht wirklich überschreiten. Und das Basteln, das mache ich, weil's mir Spaß macht. Also Eltern, die nicht gerne basteln, die können ja auch was kaufen."

Kinder lieben Abwechslung

Die Lehrerin will deshalb aus der Entscheidung für den passenden Adventskalender auch keine große pädagogische Frage machen. Sie hat die Adventskalender für ihre Kinder selbst gebastelt, als wieder befüllbare, verzierte Stiefelchen aus Zeitungspapier. Ehemann Wendel bekommt dieses Jahr keinen Adventskalender, weil schon vor zwei Jahren niemand Zeit hatte, alle Rätsel aus dem gekauften zu lösen. Dafür kamen letztes Jahr die Playmobilpiraten aus seiner Kindheit Figur für Figur in die Stiefelchen. Bei Tochter Martha kam das nicht so gut an, zu viel Desselben. Ähnlich die Idee mit den Stiften:

"Immer ein einzelner Stift. Einer, einer, einer, einer, einer."

Marthas Haarspangen- und Pixi-Bücher-Zeit ist auch vorbei. Wahrscheinlich gibt es diesmal also viele Bügelperlen, aber in abwechslungsreicher Mischung.

"Und vielleicht aber auch eine Süßigkeit mal einfach, wenn mir nichts Besseres mehr einfällt."

"Vom gesundheitlichen Standpunkt kann man eigentlich gegen kleine Süßigkeitsmengen pro Tag gar nichts sagen", sagt Ernährungswissenschaftlerin Monika Vogelpohl von der Verbraucherzentrale. 

Zeit verschenken statt Schokolade

"Es gibt so eine Richtschnur, die sagt: Zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs kann auch mal durch Süßigkeiten gedeckt werden. Das wären ungefähr ein Riegelchen Schokolade am Tag. Wenn dann die andere Ernährung stimmt."

Und sie hat noch eine andere Idee für selbst gemachte, preisgünstige Adventskalender: Gutscheine, Zeit miteinander zu verbringen. "Zeitgeschenke sind für manchen sehr viel wertvoller als materielle Dinge."

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