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25. Februar 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Bundeskanzlerin Merkel hat ihre Kabinettsliste für den Fall einer Neuauflage der Großen Koalition vorgestellt. In den Kommentaren dreht sich alles um den Kandidaten für die Leitung des Gesundheitsministeriums: Jens Spahn.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht im Rahmen einer Pressekonferenz (imago / Inga Kjer / photothek.net)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht im Rahmen einer Pressekonferenz (imago / Inga Kjer / photothek.net)

Die STUTTGARTER ZEITUNG vermutet:

"Dessen Beförderung dient als Beruhigungspille für die Merkel-frustrierten Jungkonservativen."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG sieht es so:

"Merkel bindet einen ihrer schärfsten Kritiker in das Kabinett ein. Eine bessere Methode zur Disziplinierung gibt es nicht."

Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm wird konkreter:

"Das Gesundheitsressort lässt dem Amtsinhaber in der Regel wenig Zeit für andere Dinge, weshalb Spahn sich deutlich seltener zu den großen Streitthemen der Partei äußern wird, ihrem konservativen Profil und der Flüchtlingsfrage."

Der WESER KURIER aus Bremen bemerkt:

"Es wird spannend zu beobachten sein, wie der Neo-Konservative die Kranken- und Pflegeversicherung trotz des demografischen Wandels zukunftsfest machen und die Zwei-Klassen-Medizin stoppen will, ohne eine von der SPD geforderte Bürgerversicherung einzuführen."

Nach Ansicht des HANDELSBLATTS hat die Bundeskanzlerin Spahn auch ein vergiftetes Geschenk gemacht:

"Eine seiner ersten Amtshandlungen wird sein, die Wirtschaft mit fünf Milliarden Euro jährlich durch die paritätische Finanzierung der Krankenkassen zu belasten. Das mag der SPD und dem Sozialflügel der Union gefallen. Aber konservativ oder marktwirtschaftlich ist das nicht."

Der Berliner TAGESSPIEGEL sieht es so:

"Merkels Personaltableau zeigt insgesamt, dass die CDU-Chefin den Kern ihres politischen Erbes zu verteidigen gedenkt. Dieser Kern besteht in dem, was ihr Kritiker als 'Sozialdemokratisierung' und Verrat am Althergebrachten vorwerfen."

Der MÜNCHNER MERKUR geht auf die Kandidatin für das Bundeslandwirtschaftsministerium ein:

"Julia Klöckner kennt ihr Haus als ehemalige Staatssekretärin bestens. Damit dürfte Merkel zumindest den Parteitag besänftigen."

Eine Bilanz der Olympischen Winterspielen in Südkorea zieht die VOLKSSTIMME aus Magdeburg:

"Die Krönung, sprich ein Finalsieg im Eishockey, blieb dem deutschen Olympiateam zwar verwehrt, dennoch kann es stolz und mit breiter Brust die Heimreise antreten. Der Goldrausch täuscht nicht darüber hinweg, dass es auch die eine oder andere Ernüchterung gab, im Eisschnelllauf, Ski alpin oder den Trendsportarten."

Die Zeitung RHEINPFALZ aus Ludwigshafen resümiert:

"Wie so oft ging es auch oder gerade bei diesen Spielen um Politik und Sportpolitik. Dass die zuvor forcierte Entspannungspolitik zwischen Nord- und Südkorea doch wohl nur eine Show war, zeigte sich in den letzten Tagen. Kaum nahte das Ende der Spiele, begann das Säbelrasseln erneut. Und das ausgesperrte Russland hat sich mit den beiden Dopingfällen im Kreis seiner vom IOC ausgewählten und unter olympischer Flagge gestarteten Athleten nicht unbedingt für eine Wiederaufnahme ins Internationale Olympische Komitee empfohlen."