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Album "44/876" von Sting und ShaggyDie neuen Freunde

Mit der Ankündigung eines gemeinsamen Albums erstaunten sie die Musikwelt: Zum ersten Mal waren Sting und Shaggy zusammen im Studio. Dass der Ex-Police-Sänger und der jamaikanische Rapper ihren Spaß hatten, hört man. In den launigen, sommerlichen Songs geht es aber auch um ernste Themen.

Von Stephanie Pieper

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Die Musiker Shaggy und Sting machen mit ihrem Album "44/876" jetzt gemeinsame Sache. (Patrick Kovarik / AFP)
Die Musiker Shaggy und Sting machen auf ihrem Album "44/876" gemeinsame Sache (Patrick Kovarik / AFP)
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Sting und Shaggy – zwei Stimmen, die sich ergänzen. Zwei Musiker, die Freunde geworden sind. Zwei Künstler, die politisch denken. Ihr gemeinsames Album und sein Titel "44/876" drückt diese neue Partnerschaft aus, steht er doch für die internationalen Telefon-Vorwahlen für Großbritannien und für Jamaika. Bei einem Benefiz-Konzert dort und später im Studio in New York haben die beiden festgestellt -erzählt Shaggy - zwar verschieden zu sein, aber eine ähnliche Sicht auf die Welt zu haben und den Zustand, in dem sie sich befindet: 

"It's different as we might seem, we are very similar. We both have the same kind of view as far as the world is concerned ad the state that it's in."

Eine Botschaft für den Präsidenten

Das Album wirkt wie eine lange Unterhaltung der beiden. Sowohl Sting als auch Shaggy leben seit langem in den USA und lieben ihre Wahlheimat – hadern aber mit der politischen Führung, ohne dass sie den Namen Donald Trump in den Mund nehmen. Eine Botschaft für den Präsidenten haben sie gleichwohl, rockig verpackt:

Das Duo träumt von jenen USA, die die Freiheit verkörpern – und kritisiert den amtierenden Staatschef, der einige Menschen als "Illegale" abstempelt und der die rund eine Million "Dreamer", einst illegal eingewanderte Jugendliche, am liebsten abschieben würde. Entsetzlich findet das Sting:

"The idea you can deport a million people from United States because their skin colour isn't the right colour - that is horrifying to me." 

Bürger dieser einen Welt

Wir seien doch alle Bürger dieser einen Welt, Bewohner desselben Planeten, ergänzt sein neuer Kumpel Shaggy. Eine Reise in die eigene Vergangenheit war für den 66-jährigen Sting der gemeinsame Auftritt in Jamaika, weil er dort in den 80ern Hits wie "Every Breath You Take" geschrieben hat, wie er sich überhaupt für The Police kräftig beim Reggae bedient hat – was er dem Land jetzt, wie er sagt, zum Glück zurückgeben kann:

"I lived there a lot in the 80ies and wrote some songs there. Also it is very influenced by reggae music. So, I have some dept to repay, so, I'm trying to do that."

Tiefsinnige Texte 

Beim ersten Hören vermitteln viele Songs einen Feel-good-Faktor. Beim zweiten Hören fallen die tiefsinnigen Texte auf, wie in "Don't Make Me Wait": Ein verliebter, ungeduldiger Mann nimmt Rücksicht auf seine Angebetete, die der Beziehung ein langsameres Tempo vorgibt. Sting und Shaggy, die beide nach eigenen Worten mit "starken Frauen" verheiratet sind, wollen dies auch als Kommentar zur #MeToo-Debatte verstanden wissen. Zwei Typen auf einer Wellenlänge, die voneinander lernen:

Shaggy: "To be very meticulous in everything that you do. He basically tears songs apart and puts them right back and tries to invert all different ways. I find that to be fascinating." 

Shaggy, der in diesem Jahr 50 wird, fasziniert, wie Sting jeden Song akribisch auseinandernimmt und ihn in zig Varianten neu zusammensetzt - während sich Sting wiederum von Shaggy abgeguckt hat, spontaner zu sein.

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