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StartseiteVerbrauchertippNicht alles was gut riecht, tut gut15.08.2017

Allergien durch DuftstoffeNicht alles was gut riecht, tut gut

Duftstoffe sind ein wichtiger Bestandteil vieler Produkte, wie Parfum, Waschpulver oder Raumspray. Sie können aber auch Allergien auslösen: Nicht nur synthetisch hergestellte, sondern auch natürliche Duftstoffe sind unter Umständen gesundheitsschädlich. Besser ist es, im Alltag möglichst darauf zu verzichten.

Von Beatrice Zajda

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Lavendelöl in einer Flasche, daneben liegen Lavendelblüten (imago)
Gilt auch beim Lavendelöl: Je nach Ursprung ist die Zusammensetzung unterschiedlich. (imago)
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Apotheker Sven Pritzkoleit ist als Hersteller von Parfums in seinem Versuchslabor tagtäglich mit Düften umgeben. Natürliche Essenzen gehören zu den Duftstoffen seiner Kreationen. Aber nicht alle sind gleichermaßen gut verträglich - ob eingeatmet oder auf der Haut - viele können auch Allergien auslösen.

"Weil natürliche Stoffe immer sehr hochkomplexe Gemische sind, also teilweise Rosenöle aus mehr als 200 Komponenten bestehen können. Da hat man natürlich immer unter Umständen irgendwelche Stoffe dabei, die allergen sein können. Vielleicht bei Rosenöl nicht. Aber es gibt andere Öle, die tatsächlich hoch-allergene Stoffe enthalten können, zum Beispiel Bergamotte-Öl."

Deklaration ist Pflicht

Im Öl enthalten sind sogenannte Furanocumarine. Das sind Verbindungen, die durch Sonneneinstrahlung aktiviert werden und dann extrem starke Allergien auslösen können. Um dieses Risiko zu minimieren wird inzwischen auch furanocumarinfreies Bergamotte-Öl angeboten. Aber auch Zimtöl ist nur in geringen Mengen verwendbar und wird als hochallergen eingestuft. Pritzkoleit sieht das Problem bei der genauen Bestimmung der Inhaltsstoffe von natürlichen Essenzen:

"Also wenn ich jetzt einmal Lavendelöl habe aus der Provence und ich hab’ einmal Lavendelöl aus einem anderen Klima, dann unterscheiden sie sich mitunter auch in der Zusammensetzung."

Bei den vermeintlich in Verruf geratenen synthetisch hergestellten Duftstoffen ist hingegen die genaue Zusammensetzung bekannt, sagt Pritzkoleit. Die EU hat auf das Allergiepotential von Duftstoffen reagiert und eine Liste der 26 Duftstoffe zusammengestellt, die gekennzeichnet werden müssen. Eine Hilfe für Asthma-Kranke mit einem höheren Risiko allergisch auf Düfte zu reagieren, so Allergologe Hans Merk. Merk leitet Forschungsprojekte an der RWTH in Aachen. Aber auch für Menschen ohne Asthma ist diese Liste nützlich. Etwa fünfzehn Prozent der Bevölkerung reagiert empfindlich.

"Dazu gehören zum Beispiel Duftstoffe, die einen zitronenartigen Geruch machen, der Duftstoff, der beim Zahnarzt eine Rolle spielt, das Eugenol, gehört dazu."

Die Dosis macht das Gift

Beispielsweise: Der Duft von Eugenol beim Zahnarzt wird aus Nelken oder Pimentblättern gewonnen. Eine sehr geringe Menge findet sich auch im roten Farbstoff der Tomate. Merk setzt den Fokus auf die Konzentrationen der Duftstoffe. Wie viel davon konsumiert wird hat entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit.

"Wenn man sehr hochprozentig sich diesen Substanzen aussetzt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man auch Allergien entwickelt höher, als wenn die Konzentrationen geringer sind."

Und wer empfindlich ist oder bereits allergisch reagiert, sollte möglichst Duftstoffe meiden. Verbraucherschützerin Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale NRW empfiehlt deshalb:

"Es gibt Naturkosmetikprodukte mit dem NaTrue- oder BDIH-Siegel zum Beispiel, die sind extra als duftstofffrei ausgelobt und die sind dann für solche Menschen deutlich besser verträglich."

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