• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 08:35 Uhr Am Sonntagmorgen
StartseiteVerbrauchertippKeine Chance für Pollen & Co: Wäschepflege für Allergiker09.03.2017

AllergienKeine Chance für Pollen & Co: Wäschepflege für Allergiker

Eine Alltäglichkeit, über die sich Nichtallergiker eher selten Gedanken machen, ist das Wäschewaschen. Für Allergiker hingegen kann der falsche Umgang mit Kleidung und dem Waschen von Kleidung böse Folgen haben. Hier einige Tipps, wie sich Allergiker vor Pollen, Hausstaubmilben und Duftstoffen in ihren Kleidern schützen können.

Von Annette Eversberg

Wäsche aufhängen in der Wohnung - es gibt einiges zu beachten, damit die Wände schimmelfrei bleiben und kein Stress mit dem Vermieter entsteht. (imago stock&people)
Pollen, Hausstaubmilben und Duftstoffe in Kleidung können Allergikern gefährlich werden. (imago stock&people)

Der Frühling hat begonnen. Was er mit der Wäschepflege zu tun hat? Sehr viel. Denn Jacken, Hosen oder Röcke, die man bei einem Waldspaziergang trägt, sammeln Pollen. Für Menschen mit Allergien, die unter Heuschnupfen leiden, ist das ein großes Problem. Sie sollten bei der Rückkehr in die Wohnung ihre Kleidung nicht einfach irgendwo an den Haken hängen, rät Professor Randolf Brehler, Allergologe an der Universitätshautklinik in Münster. 

"Zieht sich der Allergiker im Schlafzimmer aus, wird er dort die Pollen verteilen. Die Pollen sind zwar relativ schwer, werden auf den Boden sinken, können aber wieder aufgewirbelt werden und können durchaus Probleme machen."

Pollen- und Hausstaubmilbenallergie

Besser ist es, die Kleidung in einem separaten Raum auszuziehen, beispielsweise im Flur oder gleich draußen. Wer Jacken, Hosen oder Hemden und Blusen häufig wäscht, kann die Pollenbelastung auf der Kleidung senken. Die gute Nachricht für Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie: Ein Spaziergang, auch wenn es draußen staubig ist, kann die Allergie nicht verstärken. Doch eine sorgfältige Wäschepflege gilt auch bei der Hausstaubmilbenallergie. Randolf Brehler.

"Wir können Hausstaubmilbenallergene auch in der Wäsche nachweisen, vor allem in Jacketts beispielsweise, die in den Schrank gehängt werden, ohne entsprechend gereinigt zu werden."

Hausstaubmilben findet man in Textilien, weil sie sich von Hautschuppen ernähren. Wie viele es sind, hängt auch hier von der Jahreszeit ab. 

"Wer stärkere Bildung von Schuppen zeigt, dem würde ich raten, häufiger entsprechende Kleidung zu waschen. Im Sommer ist es auch wichtiger als im Winter. Im Winter ist die Luft trockener, da werden sich die Milben weniger vermehren." 

Wenn möglich sollten Hausstauballergiker Hemden, Hosen oder T-Shirts aber auch Bettwäsche bei 60 Grad waschen. Die Wäsche sollte anschließend gut getrocknet werden.  

Aber auch der Waschvorgang selber ist für Menschen mit Allergien eine Herausforderung. Denn viele Allergiker leiden unter einer Kontaktallergie. Wäschepflege beginnt daher auf jeden Fall schon beim Kauf neuer Kleidung, die man unbedingt vor dem Tragen waschen sollte. Marcus Gast vom Umweltbundesamt.

"Die meisten Textilien sind mit Konservierungsmitteln ausgestattet. Die sollten vorher entfernt werden."

Umgang mit Duftstoffen in Waschmitteln 

Die für manche Textilien empfohlene, besonders schonende Wäsche per Hand sollte allerdings vermieden werden, rät Marcus Gast. 

"Weil sie einen sehr direkten Kontakt mit dem Waschmittel haben, mit Duftstoffen, Konservierungsmitteln. Es sollte immer nach Möglichkeit die Waschmaschine verwendet werden. Die hat auch gute Handwaschprogramme." 

Dabei ist zu beachten, dass Flüssigwaschmittel grundsätzlich konserviert werden müssen. Empfehlenswerter ist daher aus der Sicht des Umweltbundesamtes das Waschpulver. Ein besonderes Problem sind allerdings die Duftstoffe, die in beiden Waschmittelarten enthalten sind. Deshalb müssen die Hersteller über eine Internetadresse auf jeder Packung über die Inhaltsstoffe informieren. Marcus Gast: 

"In den meisten Fällen ziehen sich Allergiker eine Duftstoffallergie durch kosmetische Mittel zu, weil die direkt auf die Haut aufgebracht werden. Wenn sie Waschmittel verwenden, die parfümiert sind, reagiert die Person dann auch. Deshalb sollten Duftstoffe generell gemieden werden."

Das gilt auch für Weichspüler. Weichspüler sollen ja gerade der Wäsche am Schluss einen besonderen Duft verleihen. Dies kann nicht nur beim Tragen zu Kontaktallergien führen, auch beim Bügeln werden diese Duftstoffe wieder freigesetzt. Für den Waschvorgang empfiehlt daher das Umweltbundesamt:

"Wichtig ist allerdings, dass zum Vermeiden von Reststoffen in den Textilien ein zusätzlicher Spülgang am Ende des Waschgangs eingelegt wird, um alle Reststoffe auch rückstandsfrei aus der Wäsche zu entfernen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk