Corso / Archiv /

 

Alles andere als ein Leisetreter

Angus Stone bringt Solo-Album heraus

Von Andreas Zimmer

Cover "Broken Brights" von Angus Stone
Cover "Broken Brights" von Angus Stone (Desert Harvest Records)

Es lief so gut für das australische Geschwisterpaar Angus & Julia Stone. Dann die überraschende Nachricht: Angus und Julia werden musikalisch erst einmal eigene Wege gehen. Angus bringt jetzt sein erstes Solo-Album "Broken Brights" heraus.

Die Frage bleibt: Warum geht das erfolgreiche Folk-Duo Angus & Julia Stone vorerst getrennte Wege? Ist es, weil Julia so fürchterliche Angst vor dem gestrengen Blick des Bruders hatte bei den gemeinsamen Produktionen?

"Sometimes I just look in his face and I'll think something's great and I know he thinks it's shit and I'll be like: Oh Gosh, you know! I have to do it again."

Kaum zu glauben, vor allem, wenn Angus mit seinen grünen Augen schüchtern unter dem Lockenkopf hervorlugt und sich charmant entschuldigt.

"Well I'm sorry for that, Julia – It's not the way that I thought we had things going on."

Damit den kleinen Scherz unter Geschwistern aber auch niemand falsch versteht, beeilt sich Angus, schnell klarzustellen:

"We both were thinking the same thing, you know. It was one of those moments, where you're really happy that you are able to be free with your thoughts and where your heart is with a friend and we tipped our hats and walked off down the road. And here we are now."

Man habe einfach in einem ehrlichen Augenblick gleichzeitig dasselbe gedacht und sich dann friedlich geeinigt.

Zumindest Angus kann dabei von Beginn an sicher nicht zur Gänze klar gewesen sein, dass ein Soloalbum einerseits zwar die ultimative künstlerische Freiheit bedeutet. Er dafür aber andererseits auch die Werbung zum Album ganz allein schultern muss. Und das, obwohl der Leisesprecher tatsächlich sehr schüchtern ist, sich bisher bei Interviews lieber dem Catering widmete und Julia reden ließ.

"Julia, she's born to take the light and that's great. I've always really love listening to her talk – sometimes she can talk a lot, you know. It's just good because I can kind of eat a sandwhich, while she does her thing."

Als Solomusiker ist Angus Stone aber alles andere als ein Leisetreter. Auf seiner Solo-Platte klingt der Beau aus Australien nämlich eher wie von Amerikas Westküste, also mehr im Stil von Crosby, Stills, Nash & Young oder den Eagles und erinnert dabei - zumindest gesanglich - etwas an den jungen Dylan. Dazu gibt's ein paar psychedelischen Gitarren und recht moderne Sound-Flächen. Sehr schön. Und sogar ein bisschen wild, vielmehr als die deutlich folklastigern Duo-CDs.

"Starting anew is cool. It's the unknown. I dunno, it's a new path. And, you know, I don't mind what happens as long as there's somewhere I can tell my story and play my music i'd be pretty happy."

"Neuanfänge sind cool. Es ist das große Unbekannte", schwärmt Angus, etwas romantisch verklärt. Ihm sei im Prinzip egal, was passiere, denn solange er irgendwo seine Musik spielen könne, sei alles gut.

Dennoch kann der 26-Jährige davon ausgehen, dass er allein durch seinen guten Namen reichlich CDs verkaufen wird. Insofern ist Angus Stones aktuelles Album "Broken brights" kein wirklicher Neuanfang, im unausgesprochenen Geschwister-Duell mit Julia liegt er aber vorne. Aber er hat sich ja schon dafür entschuldigt

"Well I'm sorry for that, Julia."

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Corso

Corso Spezial 15 Jahre "Mein Klassiker"

Die Statue von Sherlock Holmes in der Baker Street in London.

"Mein Klassiker ist ..." – diesen Satz hören Sie bei "Corso" jede Woche aus prominenten Mündern. In den vergangenen 15 Jahren haben uns mehr als 700 Schauspieler, Musiker, Künstler, Kabarettisten und andere Persönlichkeiten ihre Klassiker verraten.

Wiegald Boning"Bin der Musik ja immer treu geblieben"

Wiegald Boning in der Talksendung "Thadeusz" im Januar 2014.

Wiegald Boning kennen viele hauptsächlich als Comedian. Eigentlich schlägt sein Herz aber für die Musik. Er ist Mitinhaber eines Plattenlabels und hat jetzt sein neues Album "New Wave" rausgebracht. Wie das klingt und wieso er eigentlich noch in der FDP ist, hat er im DLF erklärt.

Luxusobjekte aus Menschenhaar Hochwertig, edel und abstoßend

US-Podcast "Serial" Millionen fiebern bei Mordfall mit

Der fünfte BeatleEinsam, depressiv und tablettenabhängig

(L-r) John Lennon, George Harrison, Manager Brian Epstein, Ringo Starr und Paul McCartney relaxen in einer Hotel-Suite während einer Auslandstournee der britischen Popgruppe The Beatles. (Undatierte Aufnahme). Brian Epstein, erfolgreicher Manager der Pilzköpfe, wurde am 19.09.1934 in Liverpool geboren und am 27.08.1967 tot in seiner Wohung in Belgravia in London aufgefunden.

"Wenn es einen fünften Beatle gegeben hat, dann war es Brian Epstein", sagte Paul McCartney einmal. Der tragische Tod von Epstein läutete auch das Ende der Beatles ein. Vor Kurzem ist seine Autobiografie in deutscher Sprache erschienen

Corsogespräch Party-Proletariat und Backstage-Storys