Das Feature / Archiv /

 

Almas kleiner Fotograf

Das Album des Erich Rietenauer

Von Susanne Ayoub

Komponistin Alma Mahler-Werfel war damals eine der wichtigsten Persönlichkeiten in Wien
Komponistin Alma Mahler-Werfel war damals eine der wichtigsten Persönlichkeiten in Wien (dradio.de/Janine Wergin)

80 Jahre ist es her, da bekam ein bettelarmes Wiener Kind bei einer weihnachtlichen Wohltätigkeitsveranstaltung ein Paar Schuhe geschenkt. Die schöne reiche Dame, die es in die Arme schloss, hieß Alma Mahler-Werfel, das Kind Erich Rietenauer.

Die Gattin berühmter Männer, Muse und selbst Komponistin, war damals eine der wichtigsten Persönlichkeiten in Wien. In ihrem Salon verkehrte, was Rang und Namen hatte. Niemand konnte sich ihrer Wirkung entziehen. Erich Rietenauer erinnert sich an ihren Blick: "Stahlblau!" und ihren Geruch: "Ein berauschender Duft, den ich mein Leben lang nicht vergessen kann." Er lernte Almas Mann Franz Werfel kennen und lauschte begeistert, wenn der Dichter über seine Romane sprach.

Mit Almas Tochter Manon schloss er Freundschaft, die weit über den tragischen Tod des Mädchens andauerte. Sieben Jahre, bis zu Almas Emigration verbrachte Erich Rietenauer mit der Familie Mahler-Werfel. Eine Zeit, die er, der Neffe eines Fotografen, in Bildern festhielt, die später um die Welt gingen. Heute wohnt er inmitten seiner Erinnerungen. Wenn er zu erzählen beginnt, wird eine längst verflossene Zeit wieder lebendig.


Regie: die Autorin
ORF/DLF 2012



Mehr bei deutschlandradio.de

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Feature

OrtserkundungenKanarenplündern. Oder: Oh weh, oh weh mein Canarin ist tot

Die Spanische Flagge weht am 05.06.2013 an der Costa Calma (Fuerteventura) unter der am wolkenlosen Himmel stehenden Sonne.

Die Sache drängt. Es geht um die Zukunft. Von Kipppunkten ist die Rede. Vom Ende der Artenvielfalt. Vom drohenden Ausfall lebenswichtiger Ökosystemdienstleistungen: Wasser, Klima, Nahrung. Bloß: Der Kapitalismus macht weiter.

OrtserkundungenZwischen Himmel und Hölle

Blick über die peruanischen Anden.

Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Siedlung, die höher liegt als La Rinconada in den peruanischen Anden. Auf über 5000 Meter Höhe leben an die 40 000 Menschen. Dafür gibt es genau einen Grund: Gold, viel Gold.

Ortserkundungen Driften im Grenzland

Die Friedensglocke auf der Oderpromenade in Frankfurt an der Oder.

Staatsgrenzen, Sprachgrenzen, Kulturgrenzen, Wertegrenzen: Wir grenzen uns ab und ein, um unserer sicher zu sein, unseres Territoriums, unseres Denkens, unserer Dynamik. Eine Künstlergruppe unternimmt eine dreiwöchige Bootsexpedition auf Neiße und Oder.