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StartseiteVerbrauchertippReparieren, verschenken oder entsorgen?22.02.2018

Alte ElektrogeräteReparieren, verschenken oder entsorgen?

Toaster, Mikrowelle, Computer, Fernseher mit Internetanschluss: Immer mehr elektronische Geräte werden im Haushalt eingesetzt - und in immer kürzeren Abständen durch neue Modelle ersetzt. Meist werden die alten Geräte weggeworfen. Doch es gibt auch andere und nachhaltigere Möglichkeiten.

Von Michael Voregger

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Alte Elektrogeräte stehen vor einer Backsteinwand zur Entsorgung bereit. (imago / McPhoto)
Repariert wird immer seltener - trotzdem muss man alte Elektrogeräte nicht immer wegwerfen (imago / McPhoto)
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Wen ein altes Elektrogerät nicht mehr funktioniert, dann kann man es reparieren lassen oder es entsorgen. Die Frage ist dann nur: wohin? In den Hausmüll gehört der alte Toaster jedenfalls nicht. Bisher mussten Verbraucher dafür meist zu den kommunalen Sammelstellen gehen, die alte Geräte annehmen und recyclen. Inzwischen muss auch der Handel alte Geräte annehmen. Gregor Honsel ist Redakteur bei der Zeitschrift Technology Review.

"Die können seit letztem Sommer bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern beim Elektrohändler abgegeben werden. Bei großen mit über 400 Quadratmeter Verkaufsfläche - die müssen die zurücknehmen. Man braucht keine Quittung, muss sie auch nicht dort gekauft haben, muss auch kein neues Gerät kaufen - die sind gesetzlich dazu verpflichtet."

Alternative Reparaturcafé

Eine andere Möglichkeit ist die Reparatur. Dabei wird es immer schwieriger eine entsprechende Werkstatt zu finden. In vielen Fällen können Geräte nur mit ungewissem Ergebnis an den Hersteller eingeschickt werden. Eine Alternative sind Reparaturcafés. Das sind keine kostenlosen Werkstätten, aber hier bieten Freiwillige ihre Hilfe bei der Reparatur von defekten Geräten an. Franz Josef Hartlohe organisiert ein Reparaturcafé in Gelsenkirchen.

"Von den meisten Leuten hören wir, dass die gleich abgewiesen wurden. Nach dem Motto: Wir reparieren nicht mehr. Einschicken ist zu teuer und bringt nichts. Deswegen ist es noch eine Chance - die Leute wissen zumindest, ob es noch reparabel ist oder nicht. Haushaltsgeräte, Haushaltskleingeräte, Handmixer, Kaffeemaschinen, Toaster und eben auch Radios, Receiver und Tape-Decks und solche Sachen werden vor allem repariert."

Etwas am Gerät basteln - und weiterverwenden

Funktionierende Geräte können oft noch sinnvoll weiterverwendet werden. Vor allem alte Handys sind leistungsfähige Computer, die viele Möglichkeiten bieten. Gregor Honsel

"Zum Beispiel mein Akku ist so schlecht, mein Akku muss neu, aber der ist fest eingebaut. Das ist oft ein Trugschluss. Oft ist es so, dass unheimlich viele Apps installiert, die unheimlich viel Strom brauchen. Da kann man eine Battery-Check-App installieren, die genau misst, was der Akku noch kann. Da muss ich ein paar alte Apps löschen und der läuft wieder. Es gibt viele kreative Ideen, die man auch in bestimmten Zeitungen findet. Das man zum Beispiel einen Legoroboter steuert, eine Webcam für das Aquarium baut oder seine Katze damit überwacht, Tablets als Musikspieler nutzt oder als Navi für das Auto."

Weitergeben oder verkaufen

Wer nicht basteln möchte kann die mobilen Begleiter am einfachsten an Verwandte und den eigenen Nachwuchs weitergeben. Vor allem Kinder und Jugendliche müssen nicht immer mit den neuesten Modellen ausgestattet werden. Eine andere Möglichkeit ist eine Spende.

"Auch die Netzbetreiber - die Handyspenden entgegennehmen. Der Erlöse kommen einer gemeinnützigen Organisation zu Gute - zum Beispiel dem NABU oder dem WWF. Da muss man einfach nach Handyspenden googeln. Da findet man viele Treffer und kann sich auch aussuchen, welche Organisationen man unterstützen will."

Eine weitere Alternative ist der Verkauf per Kleinanzeige oder Online-Auktion. Wichtig ist dabei, dass bei privaten Verkäufen keine Rücknahme oder Gewährleistungspflichten bestehen. Vorher sollten aber in jedem Fall die eigenen Daten vom Gerät komplett gelöscht werden.

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