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StartseiteForschung aktuellAltes Ideal07.04.2005

Altes Ideal

Musikmesse präsentiert Trend zu echten Instrumenten

Tontechnik. – In Frankfurt zeigt zurzeit die Doppelmesse Prolight & Sound/Musikmesse die neueste Technik für die Unterhaltungsbranche. Im Trend liegen wieder der Klang von echten Musikinstrumenten, der allerdings mit aufwendiger Computerunterstützung simuliert wird.

Echte Instrumente sind wieder "in" auf der Frankfurter Musikmesse. (Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jochen Günther)
Echte Instrumente sind wieder "in" auf der Frankfurter Musikmesse. (Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jochen Günther)

Computer und Software sind in den Frankfurter Messehallen allgegenwärtig, doch ihr Einsatz hat vielfach offenbar ein neues Ziel: die täuschende Imitation echter Instrumente oder traditionsreicher Orchestersäle. Gestern Abend stellten Wiener Programmier erstmals MIR vor, die akustische Simulation alter Konzerthallen. Hier sind Samples am Werk, und sie entfalten ihre akustische Pracht in einer Simulation des Großen Saals in Wien.

Neue Klänge werden immer gefragt sein. Es gibt inzwischen unüberschaubar viele Programme und Progrämmchen, die neue Tonerzeugungstechniken wie Granularsynthese und Physical Modeling beherrschen - aber wie soll man die vielen Parameter spielen? Die übliche Klaviatur-Tastatur mit zwei, drei Kontrollrädchen wirkt primitiv gegenüber dem, was Guillaume Largillier mit seiner kleinen Firma Jazzmutant anbietet: einen etwa DIN-A4-großen berührungsempfindlichen Bildschirm mit vielen bunten Punkten. Jeder Punkt repräsentiert einen Parameter des Sounds, etwa die Geschwindigkeit des Luftstroms in einer simulierten Flöte. Die Punkte folgen Guillaumes zehn Fingern. Er verbiegt dabei seinen Körper wie ein E-Gitarrist auf der Bühne, der gerade sein Gitarrensolo ablässt.

Auch den Lichtbildnern geht es gar nicht schlecht. Sie sind in einem regelrechten Aufwind durch die neue Technik verbesserter Leuchtdioden, mit der sich große Flächen nicht nur energiesparend und homogen ausleuchten lassen, sondern die im Unterschied zu normalen Bühnenscheinwerfern praktisch keine Ansprechverzögerung aufweisen. Eine kleine Firma aus Dresden stellt mit Madrix eine Software vor, mit der der PC solche LED-Leuchtwände steuert - und zwar nicht einfach so, sondern er analysiert dazu in Echtzeit die Tonart und legt damit Strophe und Refrain automatisch in jeweils unterschiedliche Farbstimmungen.

[Quelle: Max Schönherr]

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