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StartseiteDas Feature"Angekummen in Berlin"17.08.2010

"Angekummen in Berlin"

Die vergessenen Shtetels der Stunde null

Es sollte ein Übgergang sein, aber es wurden oft Monate oder Jahre. Sie wollten nach Palästina oder in die USA. Doch zunächst ging es für 80.000 Juden 1946 nach Berlin.

Von Gabriel Heim

Eine lange Reise - bevor es nach Palästina oder in die USA gehen konnte, mussten rund 80.000 Juden ins Transitlager nach Berlin. (AP)
Eine lange Reise - bevor es nach Palästina oder in die USA gehen konnte, mussten rund 80.000 Juden ins Transitlager nach Berlin. (AP)

S-Bahn-Station Schlachtensee; der grüne Süden Berlins. Nichts erinnert heute daran, dass die Amerikaner hier 1946 das größte Transitlager der Westsektoren für die 80.000 Juden errichtet hatten, die sich bis zum Sommer 1948 nach Berlin retteten.

Sie kamen aus den Lagern, der Zwangsarbeit, aus ihren Verstecken oder aus den fernen Sowjetrepubliken, wohin sie von Stalin deportiert worden waren. Sie alle wollten weiter nach Palästina oder in die USA. Berlin war für sie nach Jahren der Verfolgung und der Entbehrung der erste Ort, um sich wieder dem Leben zuzuwenden.

Die Transitlager entwickelten sich zu kleinen jüdischen Städten mit Schulen, einer Zeitung, Werkstätten, Ärzten, koscherer Küchen und einer Synagoge. Es wurde Theater gespielt und über Politik debattiert. Die Hagana versuchte, junge Frauen und Männer für den Krieg in Palästina anzuwerben.

1948 löste General Eisenhower die Lager zu Beginn der Berlin-Blockade auf. Die letzten 6000 Juden wurden nach Westdeutschland ausgeflogen.

Manuskript zur Sendung als pdf oder im Textformat.

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