Die Nachrichten

Letzte Sendung hören:20:00 Uhr Nachrichten
schliessen

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

 
 
 
Nachrichten   
 
0:00
 
 
 
 

Nachrichten

Angriff mit SchadsoftwareStreit um die Verantwortung des Staats

Die Anzeigetafel zeigt Zugabfahrten an, davor erscheint in rot der Text der Erpresser.  (dpa/P. Götzelt)
Eine durch Erpresser-Software gesperrte Anzeigetafel am Hauptbahnhof Chemnitz (dpa/P. Götzelt)

Nach Ansicht der Linken-Abgeordneten Renner macht sich der Staat mitschuldig bei Sicherheitslücken im Netz.

Schadsoftware wie "Wannacry", die bei dem globalen Hackerangriff am vergangenen Wochenende eingesetzt wurde, funktioniere unter anderem, weil Sicherheitslücken nicht geschlossen würden, sagte Renner im Deutschlandfunk. Die Linken-Abgeordnete, die auch Mitglied im NSA-Untersuchungsauschuss war, kritisierte, dass Geheimdienste Sicherheitslücken erwerben und horten würden anstatt sie bekannt zu machen und somit Unternehmen und Privatpersonen die Gelegenheit zu geben, sich zu schützen.

Sie forderte ein Verbot für staatliche Institutionen, solche Sicherheitslücken zu kaufen oder zu entwickeln und kritisierte das deutsche Interesse an einem Staatstrojaner. Zudem schlug Renner vor, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI unabhängig zu organisieren und nicht im Innenministerium anzusiedeln, damit sie "im Sinne der IT-Sicherheit agieren und nicht im Zusammenhang mit Sicherheitsbehörden".

Dem CSU-Politiker Mayer zufolge hatte der Angriff mit Ransomware nichts mit staatlicher Kriminalität zu tun. Bei dem Angriff mit Schadsoftware, die Daten als Geisel nimmt und Lösegeld erpresst, handle es sich um "hochkriminelle perfide Einzeltäter oder auch Banden", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag ebenfalls im DLF. In Deutschland sei man zudem vergleichsweise gut aufgestellt. Es habe konkrete Angriffsversuche auf die Regierungsnetzwerke gegeben, die im Rahmen dieses Cyberangriffs fehlgeschlagen seien.

Beide plädierten für eine bessere Aufklärung der Bürger: Renner schlug Kampagnen vor, die Nutzern und Kommunen Informationen zu IT-Sicherheit vermitteln. Mayer äußerte den Wunsch, dass bundesweit an Schulen Informationstechnologie als Pflichtfach eingeführt wird.