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AntarktisDer weiße Kontinent wird grüner

Pinguine stehen auf einer Felslandschaft in der Antarktis. Im Hintergrund treiben Eisschollen, dahinter sind mossbewachsene Hügel zu sehen (imago stock&people)
Pinguine in der Antarktis (imago stock&people)

Der Klimawandel lässt die Antarktis für Pflanzen immer attraktiver werden.

Zu diesem Ergebnis kommen britische Forscher. Im Fachmagazin Current Biology schreiben sie, dass Moose in der Antarktis schon jetzt vier- bis fünfmal schneller wachsen als noch vor 50 Jahren.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler rund 20 Zentimeter lange Bohrkerne, die sie an mehreren Stellen auf der antarktischen Halbinsel aus bis zu 150 Jahre alten Moospolstern entnommen hatten. Die Proben lieferten Erkenntnisse über die Entwicklung des Klimas und des Mooswachstums. Die Untersuchung ergab, dass sich das Mooswachstum in den letzten Jahrzehnten deutlich beschleunigt hat. Vor allem seit den 70er Jahren ist auch auch die Zahl der Mikroben gestiegen, die in den Moosen leben.

Die Erklärung der Wissenschaftler: Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen in der Antarktis macht die Photosynthese für Pflanzen leichter. Außerdem können sich Moose oder Flechten besser ausbreiten, wenn Gletscher schmelzen.

Die Antarktis gehört zu den Regionen, die am stärksten von der Erderwärmung betroffen sind: Die Temperaturen stiegen dort seit den 50er Jahren um 0,5 Grad Celsius pro Jahrzehnt an. Bisher sind 0,3 Prozent des weißen Kontinents von Pflanzen bedeckt. Sollte sich der Temperaturanstieg weiter fortsetzen, so die Forscher, werden sich die Ökosysteme des Kontinents sehr schnell radikal verändern.