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StartseiteDossierArbeit am schönen Schein18.11.2011

Arbeit am schönen Schein

Warum Goebbels die Kunstkritik verbot

Am 26. November 1936 platzt Dr. Goebbels der Kragen. Die deutsche Kunstkritik hätte vier Jahre Zeit gehabt, sich nach nationalsozialistischen Grundsätzen auszurichten. Jetzt helfe nur noch ein amtlicher Erlass:

Von Walter van Rossum

Joseph Goebbels während einer Ansprache im Berliner Lustgarten, August 1934 (AP)
Joseph Goebbels während einer Ansprache im Berliner Lustgarten, August 1934 (AP)

"An die Stelle der bisherigen Kunstkritik, die in völliger Verdrehung des Begriffes "Kritik" in der Zeit jüdischer Kunstüberfremdung zum Kunstrichtertum gemacht worden war, wird ab heute der Kunstbericht gestellt."

Fast möchte man lachen über den konfusen Ernst, mit dem der Minister der Kunstkritik zu Leibe rückt.

Doch in Wahrheit geht es hier um ein Kernstück des Nationalsozialismus: Diese Bewegung wollte Ernst machen mit der Kunst, ästhetische Visionen als Wirklichkeit zu erzwingen - und umgekehrt: Sie wollte das Politische ästhetisieren.

DLF 2011

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