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StartseiteVerbrauchertippPause muss sein12.03.2018

ArbeitsrechtPause muss sein

Pausen strukturieren den Arbeitstag, beugen körperlichen Beschwerden vor und steigern die Konzentration. Darum sollten Arbeitnehmer darauf achten, regelmäßig eine kurze Auszeit zu nehmen. Neben dem Gang in die Kantine gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, wie man seinen Akku wieder aufladen kann.

Von Hilde Braun

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Zwei Hände stellen einen Teller Essen auf ein Tablett in einer Kantine. (picture alliance / Caroline Seidel / dpa)
Ob Kantine, Powernapping oder Sport: Pausen müssen sein (picture alliance / Caroline Seidel / dpa)
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Pausen sind im Arbeitszeitgesetz klar geregelt. Vorgeschrieben ist zum Beispiel eine halbe Stunde Mittagspause wenn die Arbeitszeit zwischen 6 und 9 Stunden beträgt, dauert sie länger mindestens 45 Minuten. Arbeitnehmer sollten sie unbedingt wahrnehmen, denn sie steigern die Leistungsfähigkeit und reduzieren Stress, erklärt Johannes Wendsche, Diplompsychologe von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:

"Die Pausen wirken eigentlich sehr breit auf die Beschäftigten, das zeigt sich darin, dass sie körperlichen Beschwerden vorbeugen, sie verbessern das Wohlbefinden der Beschäftigten. Es ist auch nachgewiesen, dass sie physiologisch wirken und sie wirken auf die Arbeitsleistung, auf die Arbeitssicherheit, also können auch Unfällen vorbeugen.

Pausen rechtzeitig planen

Pausen strukturieren außerdem den Arbeitstag in kürzere Abschnitte. Ein schlechtes Gewissen ist deshalb fehl am Platz, auch wenn der Chef oder besonders ambitionierte Kollegen sie ausfallen lassen.

"Wichtig ist eine Betriebskultur, die Arbeitspausen auch zulässt, die rastloses Arbeiten ohne Pause nicht als vorbildliches Leistungsverhalten überhöht. Das wirkt sich oft auf eine pausenlose Betriebskultur aus und dieses Verhalten kann sich auch auf die Pausennorm der Beschäftigten niederschlagen: Also: Wenn der Chef keine Pause macht, darf ich das dann eigentlich?"

Dominique Bialasinski arbeitet beim TÜV Rheinland im arbeitsmedizinischen Dienst und leitet den Bereich Betriebliche Gesundheitsförderung. Sie empfiehlt Pausen rechtzeitig zu nehmen:

"Wenn der Körper sagt, man ist müde, dann hat man häufig die Pausensituation verpasst, denn wenn Müdigkeit eintritt, dann ist es ja schon fast zu spät."

Eine Runde um den Block kann die Konzentration steigern

Welche Pause den größten Erholungswert hat, hängt vom Job ab. Grundregel hier: Die Pause sollte möglichst das Gegenteil von dem sein, was am Arbeitsplatz angesagt ist: Beispiel: rausgehen und bewegen für Büromitarbeiter, hinsetzen oder Beine hochlegen für diejenigen die schwere körperliche Arbeit machen, sagt Johannes Wendsche und:

"Erstens muss gesichert sein, dass es unterbrechungsfreie Zeiten sind. Also man sollte zum Beispiel mögliche Störquellen abschalten, also zum Beispiel das Telefon im Büro. Dann sollte man auch bedenken, die Pausenzeiten möglichst bereits zum Beginn des Arbeitstages zu planen und auch die Pausen tagtäglich regelmäßig durchzuführen."

Die Ablenkung vom Arbeitsplatz ist das A und O, am besten verlässt man ihn und vielleicht sogar das Gebäude. Von einer guten Auszeit kann es kaum genug geben so der Experte. Kurze sogenannte inoffizielle, zusätzliche Minipausen nützen dem Betrieb, denn sie motivieren, bauen Stress ab und beugen Gesundheitsproblemen vor.

"Die generelle Arbeitsgrundregel ist, das man in der Arbeitspause etwas anderes macht, als man bei der Arbeitstätigkeit macht. Das kann zum Beispiel bei einer Bürotätigkeit sein, dass man mal aufsteht und sich bewegt, bei körperlich belastenden Tätigkeiten zum Beispiel in der Industrie ist es eher angeraten, sich mal hinzusetzen und auszuruhen."

Einfach mal die Augen schließen

Aber auch der kurze Plausch mit den Kollegen, eine kurze Runde um den Block oder einfach die kurze Beschäftigung mit Dingen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben helfen konzentriert und erholt weiterzuarbeiten. Als Faustregel kann hier gelten: bis zu fünf Minuten inoffizielle Pause pro Stunde, wie einfach mal die Augen zu schließen sind gut und sinnvoll – aber leider nicht bei allen Arbeitgebern gern gesehen.

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