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Armut macht krank

Mit fliegenden Ärzten gegen die Gesundheitsmisere in den USA

Von Tom Noga

Eines der häufigsten Probleme: Zahnerkrankungen.
Eines der häufigsten Probleme: Zahnerkrankungen. (AP)

Etwa 100 Millionen Amerikaner haben keine Krankenversicherung oder nur unzureichenden Schutz. Präsident Obama hat zwar eine Gesundheitsreform durchgesetzt, doch das reicht nicht. Also müssen die Bürger umsonst behandelt werden. Dafür gibt es die Organisation RAM - die dort hinfliegt, wo Not am Patienten ist.

Donald Blankenbecker trägt speckige Bluejeans und ein löchriges schwarzes T-Shirt. Eine Baseball-Kappe verdeckt seine Halbglatze, seine Füße stecken in ausgelatschten Stiefeln. Er wischt sich den Schweiß von der Stirn. Es ist neun Uhr morgens und bereits über 30 Grad heiß.

"Meine Brille ist kaputtgegangen vor drei Jahren, eine neue konnte ich mir nicht leisten. Deshalb bin ich hier und stehe an."

In einer Schlange mit 20, 30 Frauen und Männern vor einem pavillonartigen Zelt. Darunter ein halbes Dutzend Klapptische mit Brillengestellen in allen erdenklichen Farben und Formen. Ventilatoren surren gegen die schwüle Hitze an. Drei Jahre also hat Donald Blankenbecker keine Brille mehr gehabt.

Mann: "Okay, take this form, pick up a frame, the lady behind me measures your face and you are all set."

Frau: "How can I help you?"

Don: "Give me a clue 'cause I don't know.”"

Donald ist unschlüssig. Er setzt ein silberfarbenes Gestell auf – zu schwer. Ein schwarzes mit breiten Bügeln ist ihm zu klobig. Nach etlichen weiteren Versuchen findet er die richtige Brille: randlos, schmal, die Bügel grau. Eine Helferin vermisst seine Pupillen – dann ist alles erledigt. Nun ja, fast: Bis zu vier Wochen kann es dauern, bis die Gläser eingepasst sind, die Bille wird ihm dann per Post zugesandt. Donald Blankenbecker watschelt aus dem Zelt – zum nächsten Arzttermin.

""Das ist mein drittes Mal, vor drei und vor vier Jahren war ich schon mal hier. Beim ersten Mal bin ich mit einem Freund gekommen, er wollte, dass ich ihn begleite. Dann haben sie bei mir um die 20 Zähne in Ordnung gebracht und neun gezogen. Das fand ich gut, deshalb bin ich wieder hier."

Hier, das sind die Fairgrounds von Wise, Virginia, einem Städtchen in den Appalachen mit etwas mehr als 3000 Einwohnern. Wunderschön gelegen, umgeben von bewaldeten Hügeln. Leider bitterarm. Das Pro-Kopf-Einkommen in diesem Teil der Appalachen ist mit 18.700 Dollar zweieinhalbmal niedriger als der Landesschnitt, jeder Sechste lebt unterhalb der Armutsgrenze. Deshalb baut die Hilfsorganisation Remote Area Medical, kurz: RAM, hier jedes Jahr im Juli eine mobile Klinik auf, nun schon zum zwölften Mal. An einem Wochenende, von Freitagmorgen um halb sechs bis Sonntagmittag um eins werden bis zu 3000 Patienten versorgt. Menschen, die keine oder eine nicht ausreichende Krankenversicherung haben, Arbeitslose, Wohlfahrtsempfänger. Oder Frührentner wie Donald Blankenbecker.

"Ich war mit meinem Sattelschlepper unterwegs, als mich plötzlich eine Lähmung überfiel. Auf der Interstate 77 war das, dort, wo's nach West Virginia runter geht – ein verdammt schlechter Ort, um auf einem LKW zu sitzen und nicht mehr fahren zu können. Das Einzige, was ich machen konnte, war nach meiner Freundin zu brüllen, sie schlief in der Koje. Ich war orientierungslos, ohne es zu wissen und stritt noch mit ihr, weil ich sie davon abhalten wollte, mich zum Arzt zu bringen."

2004 war das, Donald gerade 37 geworden. Der Arzt in der Notfallklinik diagnostizierte Osteoporose, Knochenschwund, und riet zu künstlichen Hüftgelenken. 14.000 Dollar soll die Zuzahlung für die Operation betragen – Geld, das Donald Blankenbecker nicht hatte. Seitdem ist er arbeitsunfähig. Er kann kaum noch gehen, Knie und Knöchel schwellen immer wieder an. Sein linker Arm ist taub, er hat Probleme mit den Bandscheiben und seit einiger Zeit rasende Kopfschmerzen, so schlimm, dass er nächtelang wach liegt. Und die Zähne sind auch wieder fällig. Donald lächelt verlegen und entblößt dabei eine Reihe gelblich-brauner Stumpen.

Für Stan Brock laufen Donald Blankenbeckers Zähne unter dem Begriff "Mountain Dew mouth". Mountain Dew ist ein extrem süßes, koffeinhaltiges Getränk. In großen Mengen getrunken, greift es den Zahnschmelz an. Und auch Donalds sonstige Krankengeschichte ist leider nur zu normal.

"Viele Leute hier waren seit Jahren bei keinem Arzt mehr, manche noch nie in ihrem Leben. 80 Prozent unserer Patienten kommen wegen Zahnproblemen, ungefähr genau so viele wollen zum Augenarzt. Die meisten kommen also wegen beidem. Aber alle sollten auch zum Allgemeinarzt. Viele Leute hier sind extrem übergewichtig, sie haben Diabetes, oft ohne es zu wissen. Viele haben hohen Blutdruck, auch das ohne es zu wissen. Und immer wieder werden sehr ernste Krankheiten festgestellt, Mundkrebs zum Beispiel vom Tabak kauen oder vom Rauchen."

Stan Brock, ein Typ wie Clint Eastwood, trägt eine erdfarbene Uniform mit blauen Epauletten, auf dem Kopf eine Kappe mit dem Emblem von Remote Area Medical. Er war Cowboy in Südamerika, hat in einigen, wie er sagt, sehr schlechten Actionfilmen mitgewirkt, Abenteuerdokumentationen fürs Fernsehen gedreht. Und nebenbei RAM aufgezogen, eine nur mit Spendengeldern finanzierte Organisation: Fliegende Ärzte sollten durch regelmäßige Expeditionen die medizinische Versorgung im Amazonasgebiet verbessern. Als 1992 in seiner Nachbargemeinde im US-Staat Tennessee das lokale Krankenhaus schließt, bitten ihn die Stadtväter um Hilfe. Vom Bedarf überrascht, konzentriert sich RAM seitdem auf die USA, vor allem auf unterversorgte ländliche Gebiete im Süden.

Die Expedition in Wise, Virgina ist die 650. in den USA. Stan Brock blickt sich um. Auf den Fairgrounds ist eine Zeltstadt entstanden. Aber auch vorhandene Gebäude werden genutzt. Im Kuhstall finden Patientenaufnahme und Eingangsuntersuchung statt, im Hühnerstall sitzen die Augenärzte. Und die Tribünen der beiden Rodeo-Arenen dienen als Wartezimmer.

"Das ist Gesundheitsversorgung an der frischen Luft. Viel schöner, als irgendwo in einem klimatisierten Wartezimmer zu sitzen. Hier sind die Leute draußen, vielleicht fängt es auch, an zu regnen. Willkommen im amerikanischen Gesundheitswesen."

Für Don Blankenbecker ist dies der zweite Tag bei RAM. Gestern ist er um sechs Uhr morgens hier angekommen, eine halbe Stunde nach Öffnung der mobilen Klinik. Zu spät, wie er jetzt weiß. Die meisten Patienten hatten die Nacht auf dem Parkplatz der Fairgrounds kampiert, um morgens möglichst früh dranzukommen, besonders Clevere hatten sich bereits am Nachmittag zuvor registrieren lassen. Für Donald blieb nur die Nummer 1427 – maximal 1500 Patienten werden pro Tag zugelassen. Immerhin, er will nicht klagen, die augenärztliche Untersuchung hat er geschafft, auch wenn es den ganzen Tag gedauert hat. Nun geht es zu den Allgemeinmedizinern.

"Danach will ich noch zum Zahnarzt. Aber erst kommen die großen Probleme dran, später alles andere. Die Klinik ist ja nur einmal im Jahr hier, und sie versuchen wirklich, einen komplett durchzuchecken."

Als Frührentner fällt Donald Blankenbecker unter Medicaid, die staatliche Grundversorgung für die Armen. Damit ist er besser dran als mancher Arbeitnehmer, der sich eine Krankenversicherung schlicht nicht leisten kann. Aber auch das soziale Netz, das Medicaid spannt, hat Lücken: Für Operationen wird nur gezahlt, wenn sie lebensnotwendig sind, für Zahn- und Augenärzte gar nicht. Nur Allgemeinmediziner sind abgedeckt, je nach Bedürftigkeit komplett oder teilweise.

"Bei mir sind's 80 Prozent, 20 muss ich selbst tragen. Aber das ist nicht drin, nicht bei meinem Einkommen."

Donalds Rente beträgt 1300 Dollar im Monat. Damit liegt er oberhalb der Bemessungsgrenze für die komplette Abdeckung. Über den Betrag verfügt er aber nur theoretisch, denn er hat zwei schulpflichtige Kinder aus seiner geschiedenen Ehe. Pro Monat zahlt er 700 Dollar Alimente. Bleiben 600 – viel zu wenig zum Leben. Seine Wohnung hat Donald längst aufgegeben, er ist bei einem Freund untergeschlüpft, das Auto hat er abgeschafft.

"Ich muss mit allem haushalten, die Gesundheitspflege kommt halt zu kurz. Das ist normal in dieser Gegend, viele können sich Arztbesuche nicht leisten. Man sieht's daran, wie voll es hier heute ist."

Zwei Stunden später: die ärztliche Untersuchung in einem blaugrauen Zelt. Es ist eng und stickig, die "Behandlungsräume" sind winzig und nur durch Stoffbahnen abgetrennt. Donald Blankenbecker hat erhöhten Blutdruck – 140:90. Nichts Dramatisches, aber er muss Medikamente nehmen. Das hätte er längst gemusst, aber das blutdrucksenkende Mittel hat er abgesetzt, weil er es sich nicht leisten konnte. Die Ärztin verschreibt ein Medikament, das bei Wal-Mart für nur vier Dollar erhältlich ist. Dann wird er gewogen. 120 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,75 Metern – das ist zu viel. Bevor Donald an die Neurologie, Orthopädie und Kardiologie überwiesen wird, schickt ihn die Ärztin zur Ernährungsberatung.

Und übers Abnehmen. Er soll auf fettarme Speisen achten, viel Obst und Gemüse essen. Bewegung wäre auch nicht schlecht, sagt die Ernährungsberaterin. Donald rollt die Augen, allein das Gehen fällt ihm schwer genug.

Schließlich die Zigaretten. Eine Packung raucht Donald am Tag, ans Aufhören denkt er nicht. Sollten Sie aber, sagt die Beraterin. Oder zumindest reduzieren, abends zum Ausgehen nur zwei Zigaretten mitnehmen, es lieber mal mit Kaugummi versuchen. Donald nickt ergeben.

Halb zwei Uhr mittags. An der Essenausgabe für Patienten sind alle Gerichte aus. Kann man nichts machen, murmelt Donald Blankenbecker stoisch, greift sich zwei Müsliriegel und eine Flasche Wasser und lässt sich erschöpft auf eine Bank fallen. Ein paar Meter weiter zieht Stan Brock eine erste Bilanz der RAM-Expedition in Wise, Virgina.

"Alles läuft sozusagen per Autopilot. Um zehn hatten wir alle 1500 Patienten auf dem Gelände, in der ersten Stunde heute morgen waren es allein 300. Wir liegen also gut in der Zeit."

Für ihn ist jede Expedition eine logistische Herausforderung. 1700 Freiwillige sind hier tätig, Ärzte, Krankenschwestern, Sozialarbeiter, dazu die Helfer für Auf- und Abbau und die Betreuung der Patienten. Irgendetwas läuft da immer schief. Gestern zum Beispiel ging ein Gewitter nieder und das Zelt der Zahnärzte war eine Stunde ohne Strom – der Rückstau ist bis heute spürbar.

Stan schaut auf die Uhr. In einer halben Stunde trifft er sich zur Lagebesprechung mit den Leitern der medizinischen Abteilungen. Dann wird geplant: wie lange die Klinik heute geöffnet bleibt, wie viele Patienten morgen wiederkommen müssen. Morgen ist Sonntag, die Klinik schließt um eins, manche Ärzte reisen schon vorher ab. Ein paar Patienten, das sagt die Erfahrung, warten jedes Jahr vergebens. Sie werden an die nächste Expedition verwiesen, dort haben sie Priorität und kommen sofort dran. Wobei, Stan hält einen Moment inne, als Nächstes geht RAM nach Chicago – für die meisten ist das viel zu weit.

"In den letzten Jahren hat sich RAM von einer Organisation für das ländliche Amerika weg entwickelt. Wir führen auch gelegentliche Expeditionen in die großen Städte durch. Zweimal waren wir jeweils eine Woche in Los Angeles, der zweitgrößten Stadt der USA. Dort haben wir jeweils 7000 Patienten behandelt, aber wir mussten Tausende abweisen. Hier in Wise ist das anders, wer kommt, wird auch behandelt."

Außerdem war RAM in Oakland und Sacramento, auch eine Expedition nach New York ist geplant. Die Probleme sind überall gleich, sagt Stan Brock, und die Bedürfnisse der Menschen oft geradezu banal. Der Mann, der ohne Schneidezähne keinen Job findet, die Frau, die bei der Eignungsprüfung einer Näherei, dem Einfädeln einer Nadel, durchgefallen ist, weil sie so schlecht sieht. Menschen wie diese sind Produkte eines Gesundheitssystems, das teure Spitzenleistungen begünstigt, die Grundversorgung aber vernachlässigt.

Knapp 50 Millionen US-Amerikaner haben keine Krankenversicherung, bei noch einmal so vielen Menschen reicht der Schutz nicht aus – zusammen ist das mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Daran wird auch "Obamacare" nicht viel ändern. Natürlich erhalten durch die von Präsident Barack Obama im letzten Jahr durchs Parlament gebrachte Reform des Gesundheitswesen mehr Menschen eine Krankenversicherung, sagt Stan Brock. Aber die Mängel im System bleiben bestehen.

"Die beiden Hauptprobleme, die Zahn- und Augenmedizin, wurden gar nicht erst angepackt. Also werden wir Zustände wie hier noch viele, viele Jahre sehen. Mir wäre es lieber, wenn die Unterversorgten in diesem Land einen adäquaten Zugang zu Zahn, Augen- und auch Allgemeinmedizin hätten. Dann könnte unsere Organisation mehr als bisher für die Menschen in Haiti und Südamerika tun, statt 64 Prozent aller Ressourcen auf die USA zu konzentrieren. Aber das wird nicht so bald passieren."

Nachmittags um halb fünf sitzt Donald Blankenbecker endlich einer Neurologin gegenüber.

Die Ärztin ist ratlos. Donalds Kopfschmerzen klingen nach Migräne. Andererseits taucht Migräne selten bei über 40-jährigen auf.

"Es gibt eine Methode, um herauszufinden, ob wir Ihnen helfen können, mit einem EMG nämlich. Bei einem akuten Problem können wir operieren, bei einem chronischen nicht. Wie stehen Sie denn grundsätzlich zu einer Operation?"

Donald blickt gequält. Bei einer Zuzahlung von 20 Prozent könnte er sich die Operation sowieso nicht leisten. Nach Charlottesville sind es acht Fahrstunden – wie kommt er dort hin ohne Auto, wo übernachtet er, sollten sich die Untersuchungen über mehrere Tage erstrecken? Auch dies ist eine Lücke im System: Medicaid und Medicare, die öffentlichen Krankenkassen für Arme und Rentner, tragen zwar alle medizinisch notwendigen Untersuchungen, allerdings nur in bestimmten Universitätskliniken. Und zu denen ist der Weg oft weit, vor allem auf dem Land.

Am Sonntagmorgen herrscht Aufbruchstimmung auf den Fairgrounds von Wise, Virginia, überall wird abgebaut und verstaut.
Stan Brock wirkt erschöpft. Drei Tage war er von morgens um fünf bis abends um acht oder neun auf den Beinen. Ein stressiger Job. Und trotzdem:

"Es ist natürlich befriedigend, den Menschen hier geholfen zu haben, auch wenn dies keine perfekte Lösung ist. Aber hier bekommen Bedürftige die Hilfe, die sie brauchen, und zwar umsonst. Dafür müssen sie leider warten."

Zwei Stunden noch, dann ist die 650. RAM-Expedition in den USA, die zwölfte in Wise, Virginia vorbei. Nächsten Sommer wird Stan Brock mit seinen Helfern hier wieder seine mobile Klinik aufbauen. Und wahrscheinlich wird auch Donald Blankenbecker wieder unter den Patienten sein. Er ist schwer krank – wo sollte er sonst hingehen?

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