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Armutsbekämpfung"Der Anspruch sollte deutlich höher sein"

Ein älteres Ehepaar geht am 06.02.2017 in Berlin spazieren. (dpa/Sebastian Gollnow)
Vielen Menschen fehlt das Geld, um für das Alter vorzusorgen, so DIW-Chef Fratzscher. (dpa/Sebastian Gollnow)

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Fratzscher, hat von der Politik mehr Engagement im Kampf gegen Armut gefordert.

Fratzscher sagte im Deutschlandfunk, der Sozialstaat in Deutschland sei zwar stark, aber das Armutsrisiko sei trotz des Wirtschaftsbooms in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Etwa 40 Prozent der Deutschen hätten kein Nettovermögen, also keine Ersparnisse, um für das Alter vorzusorgen. Einer von sieben Menschen in Deutschland lebe unterhalb der Armutsrisikoquote, darunter vor allem Kinder, Frauen und alleinerziehende Mütter. Fratzscher betonte, die wirtschaftliche Lage sei derzeit so gut, dass der Anspruch deutlich höher sein müsse, die Armutsrisikoquote stark zu senken und für eine bessere Lohnentwicklung zu sorgen.

Der Chefökonom der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Hirschel, machte die Agenda 2010 für schlecht bezahlte Jobs verantwortlich. Es sei "absoluter Blödsinn" zu glauben, die Agenda habe zur Rekord-Erwerbstätigkeit beigetragen, sagte er ebenfalls im Deutschlandfunk. Vielmehr sei es zu einer Umverteilung der Arbeit hin zu prekären Bedingungen gekommen, aus Vollzeitjobs seien Minijobs, Leiharbeit und geringfügige Beschäftigung geworden.