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StartseiteSternzeitVerräterische Staubspuren20.05.2017

Auf der Suche nach den ersten SternenVerräterische Staubspuren

Bei der Suche nach den ersten Sternen im Universum sind europäische Astronomen einen wichtigen Schritt vorangekommen. Mit der großen Teleskopanlage ALMA in den nordchilenischen Anden stießen sie auf eine weit entfernte Galaxie, die überraschend viel Sternenstaub enthält.

Von Hermann-Michael Hahn

Das Licht der fernen Galaxie wurde durch den Gravitationslinsen-Effekt des vorgelagerten Galaxienhaufens verstärkt (European Southern Observatory)
Das Licht der fernen Galaxie wurde durch den Gravitationslinsen-Effekt des vorgelagerten Galaxienhaufens verstärkt (European Southern Observatory)

Solcher Sternenstaub besteht aus winzigen Körnern von Elementen wie Silizium, Kohlenstoff oder Aluminium. Diese Elemente gab es im Universum ursprünglich nicht. Sie sind erst im Innern von Sternen aus der Verschmelzung leichterer Atome wie Wasserstoff und Helium entstanden. Daher ist ihre bloße Existenz ein klares Indiz dafür, dass es in der beobachteten Galaxie bereits erste Sterne gegeben hat, die dann bei ihrem explosiven Ende diese Elemente in die Umgebung verstreut haben.

Künstlerische Darstellung des Sternenstaubs in der fernen Galaxie A2744_YD4   (European Southern Observatory)Künstlerische Darstellung des Sternenstaubs in der fernen Galaxie (European Southern Observatory)

Spannend ist in diesem Zusammenhang aber nicht nur die Existenz des Staubes, sondern vor allem die Entfernung der beobachteten Galaxie. Sie verrät nämlich den Zeitpunkt, zu dem der Staub bereits existiert hat - und damit, dass die ersten Sterne in dieser Galaxie bereits explodiert sein mussten.

Hier haben ergänzende Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte gezeigt, dass das Licht der Galaxie bereits vor rund 13,2 Milliarden Jahren ausgesandt wurde - als das Universum gerade einmal 600 Millionen Jahre alt war.

Zwar sind die ersten Sterne damit noch nicht direkt beobachtet worden. Aber zumindest ist klar, dass sie 600 Millionen Jahre nach dem Urknall bereits vergangen waren - und ihre Spuren in Form großer Staubmengen hinterlassen haben.

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