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Auf Umwegen in die Vergangenheit

Von Hermann-Michael Hahn

Der Stern Eta Carinae und seine "Explosionswolke" aus den 1840er-Jahren (NASA)
Der Stern Eta Carinae und seine "Explosionswolke" aus den 1840er-Jahren (NASA)

Wer in den nächtlichen Sternenhimmel blickt, schaut immer in die Vergangenheit zurück. Den Mond sehen wir stets, wie er vor gut einer Sekunde ausgesehen hat, das Licht der Planeten ist etliche Minuten bis einige Stunden unterwegs zu uns, und das Licht der Sterne ist bereits viele Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alt.

Da die Laufzeit des Lichts bis zu uns mit wachsender Entfernung der Objekte zunimmt, sagen wir auch, dass die Sterne einige Lichtjahre - oder eben einige Tausend Lichtjahre - entfernt sind.

In der Regel gibt es für jeden Ort im Weltraum nur einen Zeitpunkt, um ein Ereignis an einem anderen Ort zu beobachten. Nämlich dann, wenn das Licht dieses Ereignisses den Betrachter erreicht. Vorher weiß er noch nichts davon, hinterher ist es in der Regel zu spät.

Inzwischen ist es Astronomen allerdings gelungen, auf Umwegen weiter in die Vergangenheit zurückzuschauen. Um 1840 konnten damalige Himmelsbeobachter verfolgen, wie ein Stern im Sternbild Schiffskiel am Südhimmel vorübergehend immer heller wurde, dann aber scheinbar von der Bildfläche verschwand.

Jetzt, also etwa 170 Jahre später, haben Astronomen ein Lichtecho dieses Ereignisses beobachten können: Das helle Licht des Sterns, das damals natürlich in alle Richtungen ausgesandt wurde, ist von einem weiter entfernten Gasnebel in unsere Richtung reflektiert worden.

Aus der Analyse dieses Lichtechos mit modernsten Methoden können die Forscher heute wesentlich mehr über das Ereignis lernen als ihre Kollegen, die das Spektakel damals nur mit den Augen verfolgen konnten.

NASA-Mitteilung zum Lichtecho von Eta Carinae

Mehr zum Lichtecho von Eta Carinae

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