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Aufstieg und Fall Muammar al-Gaddafis

Chronik seines Lebens

Von Martin Durm

Muammar al-Gaddafi
Muammar al-Gaddafi (AP / Nasser Nasser)

Der Beginn des Aufstandes gegen Muammar al-Gaddafi jährt sich zum ersten Mal. Sein Wirken trug teilweise komische Züge, doch zum Lachen war seinen politischen Gegnern wegen seiner brutalen Härte nie zumute. Ein Rückblick.

Viel ist nicht übrig geblieben von der Jamahiriyya, der großen libyschen Volksmassenrepublik: ein Haufen Schutt und Schrott und Schwelbrände, die seit Monaten die Umwelt verpesten. Aus Bab al Azizija, Gaddafis verbunkertem Hauptquartier, ist eine ausgebrannte Trümmerlandschaft geworden. Ein paar junge Männer zerren Kupferkabel aus dem Bombenschutt. Wut und Gier treiben sie an. Die Wut darüber, dass sich hier nicht mehr viel rausholen lässt, und die Gier, vielleicht doch noch etwas in diesen skelettierten Ruinen zu finden:

"Dreieinhalb Dinar bekommen wir für ein Kilo Kupfer. Wie sollen wir mit dem bisschen Geld überleben?"

Alles ist Übergang in diesem Land. Es gibt eine Übergangsregierung, einen Übergangsrat, einen Ministerpräsidenten, der ebenfalls nur Übergang ist. Wo die Übergänge nach fast einem halben Jahrhundert unter Gaddafi hinführen werden, weiß derzeit niemand.

"Das Wichtigste ist: Wir haben jetzt ein neues Libyen. Wir arbeiten daran, dieses neue Libyen aufzubauen."

Mohammed Rabi sagt das, ein nervöser Mann um die 50, der als Kind, als Jugendlicher, als Student und dann als Ingenieur immer nur einen Machthaber kannte: Gaddafi. Gaddafi war immer da, bis am 17. Februar 2011 seine Macht ins Wanken geriet. An diesem Tag brach der Bürgerkrieg aus. Und Mohammed bekam innerhalb weniger Tage graue Haare. Nun leben die Libyer im Jahr 1 nach Gaddafi.

Milizionäre auf einem Pickup-Truck rasen um sich schießend über eine Straßenkreuzung. Fast täglich kommt es in Tripolis und anderen Städten zu solchen Szenen der Gewalt und nie lässt sich mit Sicherheit sagen, was da gerade geschieht. Mal ist es Revolutionsfolklore, mal geraten rivalisierende Milizen aneinander, mal verfeindete Stämme. In den Verliesen der Milizen wird heute gefoltert wie früher in den staatlichen Kerkern. Aus Protest gegen diese Willkürjustiz zog die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" ihre Mitarbeiter aus Misrata ab. Die neue Regierung hat zwar versprochen, die Rebellen zu entwaffnen. Daraus ist aber bislang nichts geworden. Libyen ist ein Staat ohne Gewaltmonopol. Und Tripolis eine Stadt, in der sich die ehemaligen Kämpfer in einer Art revolutionärer Endlosschleife bewegen.

Gaddafis Geschichte hält sie gefangen. Es ist auch ihre eigene Geschichte:

Die Halbwüste bei Sirt nahe der Mittelmeerküste ist die Heimat Gaddafis, ein gewelltes, gelbbraunes Weideland für Kamele und Ziegen. In dieser Gegend wurde er im Juni 1942 geboren, dort hat er angeblich die Kamele seines Vaters gehütet, des Beduinen Mohammed Abdul Salam al Gaddafi vom Stamm der Guedadfa. Im Revolutionsjahr 1969 besuchte ein ägyptischer Journalist den Alten in der Wüste und fragte ihn nach der erstaunlichen Karriere seines Sohnes Muammar:

"Sie wollen, dass ich Ihnen etwas über Muammar erzähle. Ich habe mich bemüht, ihn seit seiner Kindheit ausbilden zu lassen. Ich ließ sogar einen Lehrer kommen, um Muammar den Koran zu lehren."
- "War es schwierig für Sie und Ihre Familie?"
- "Es war schon ein Opfer. Ich musste sogar Kamele verkaufen, damit er zur Schule gehen konnte."

Kamele, Zelt, Wüste, beduinisches Leben – es war von Anfang an eine aus der Moderne gefallene archaische Szenerie, in der sich Gaddafi bewegte. Gleichzeitig aber war er schon als Halbwüchsiger hoch politisiert und begeisterte sich auf der Schule für Ägyptens Präsident Nasser und dessen panarabische Utopie. Dass er 1962 auf der Universität in Benghazi Geschichte und Jura studierte, das Studium abbrach, zum Militär ging und sich in im britischen Sandhurst zum Offizier der königlichen libyschen Armee ausbilden ließ, behandelte Gaddafi eher als Fußnote seiner Biografie.
Der einfache Beduine, der seinem Volk unter Schmerzen und Opfern die Freiheit erkämpfte. Das war das Bild, das Gaddafi von sich kreierte. Es entsprach nicht so ganz der Realität. Mit sicherem Machtinstinkt beförderte er sich nach dem Putsch im Revolutionsjahr 1969 zum Obersten des Revolutionären Kommandorats. Er erklärte denen den Krieg, die er als westliche Imperialisten beschimpfte: Amerikaner, Briten, Franzosen. Ab 1970 finanzierte er Guerillabewegungen in Mittelamerika und Terrorgruppen im Nahen Osten. Er reiche allen Befreiungsbewegungen der Welt seine Hand, sagte Gaddafi:

"Die Erde ist ein Dschungel. Die starken Tiere fressen die schwachen. Die Starken sind Bestien. Sie haben Krallen und Zähne, mit denen sie uns zerreißen wollen."

Diese Rede habe ich am 1. September 1996 gehört, nachts, in den Straßen von Tripolis. Die ganze Stadt wurde aus Lautsprechern mit Gaddafis Weltdeutung beschallt. Und ich stand da mit nassen Füßen. Die libysche Botschaft in Kairo hatte uns, ein Dutzend Korrespondenten, mit einem Bus nach Tripolis transportiert. Zweieinhalb Tage waren wir unterwegs. Flüge waren damals verboten. Es war die Zeit, in der sich Gaddafi in einem persönlichen Kriegszustand mit dem Westen befand. 1986 hatte er einen Anschlag auf die Berliner Diskothek "La Belle" angeordnet. Ronald Reagan ließ daraufhin Bab al Azizija, Gaddafis Hauptquartier in Tripolis, bombardieren. Zwei Jahre später sprengten Gaddafis Agenten über dem schottischen Städtchen Lockerbie ein amerikanisches Verkehrsflugzeug mit 259 Menschen an Bord in die Luft. Zur Strafe verhängte die UNO ein Luftembargo über Libyen:

"Ich bedauere, Brüder, ich bedauere sehr, dass die westlichen Imperialisten die Welt zu dem gemacht haben, was sie heute ist."

Wir waren nach Libyen gekommen, um über die zweite Phase des sogenannten "Great Man Made River" zu berichten. Der "Große von Menschenhand geschaffene Fluss" war damals Gaddafis Lieblingsprojekt. 25 Milliarden Dollar hatte er schon darin versenkt. Es ging darum, fossiles Grundwasser aus der Sahara durch ein Kanalrohrsystem an die Küste zu pumpen. Gaddafi nannte es das achte Weltwunder. Im Stadion von Tripolis ließ er sich dafür vor Zehntausenden feiern:

Wir wurden auf die Tribüne zu dem von Hofschranzen umringten Gaddafi geführt. Der Revolutionsführer war wie ein Karnevalsprinz uniformiert und erklärte, das achte Weltwunder sei für die gesamte Menschheit ein Segen:

"Über Tausende von Kilometern fließt nun Wasser auf die Felder der Volksmassen. Libyen, das ist Leben, Freiheit."

Am späten Abend durften wir das Stadion verlassen. Als wir ins Stadtzentrum kamen, hatten sich auf den Straßen und Plätzen weitläufige Fluss- und Seenlandschaften gebildet. Das achte Weltwunder war offenbar undicht. Wir wateten zurück zum Hotel, ständig beschallt von der Rede Gaddafis, der gerade dabei war, dem imperialistischen Westen den Untergang anzudrohen: Gaddafi war manchmal nur noch zum Lachen. Das Lachen verging einem aber, wenn man mit denen sprach, die Gaddafi verfolgte.

"Die libyschen Gefängnisse sind voll mit politischen Häftlingen. Aber niemand will etwas davon wissen. Es gibt keine Gerichtsverfahren, keine Urteile. Oft werden sie gefoltert und dann umgebracht."

Dieser Mann war damals als Oppositioneller nach Kairo geflüchtet. Seine Angst vor Gaddafis Geheimdienst war auch im Exil noch so groß, dass er mich nur in der Anonymität eines Flughafenhotels treffen wollte. Gaddafi sagt ganz offen, was er mit uns tut: "Er sagt: Das sind Volksfeinde. Feinde der Revolution. Es gibt nur einen Weg, mit ihnen umzugehen. Entweder sie sind unschuldig oder sie müssen sterben."

Solche Sätze hätten wir in den Straßen von Tripolis nie zu hören bekommen. Keinen Schritt konnten wir gehen, ohne angekettet zu sein an die Aufpasser des Informationsministeriums. Mit ihren Sonnenbrillen und Kunstlederjäckchen wichen sie nie von unserer Seite. Sie sorgten dafür, dass wir nur Lobeshymnen auf den Revolutionsführer zu hören bekamen:

"Dem libyschen Volk geht es bestens. Alles ist in Ordnung. Da kannst Du hier alle fragen. Alles ist hervorragend. Das sagt hier jeder."

Aber Ende der 90er-Jahre war nichts mehr hervorragend in Libyen. Die UN-Sanktionen hatten das Land wirtschaftlich stranguliert. Und in Benghazi hatte sich eine sogenannte Islamic Libyan Fighting Group organisiert. Immer öfter gab es nun Gerüchte über schwere Gefechte zwischen Armeeeinheiten und Islamisten im Osten des Landes. Dann meldeten Nachrichtenagenturen: Gaddafi sei bei einem Attentat schwer verletzt worden. Die in Kairo akkreditierten Korrespondenten bekamen Tags darauf wieder einen dieser Anrufe von der libyschen Botschaft. Wieder wurden wir im Bus nach Libyen gekarrt. Diesmal nicht bis nach Tripolis, sondern zum Djebel Achdar, in die grünen Berge hinter Benghazi. Früh morgens standen wir dort vor einer Burg ähnlichen Residenz. Wir wurden durch viele leere Säle in ein abgelegenes Zimmer geführt. Darin stand ein Krankenbett. Darauf lag Gaddafi. Sein linkes Bein hing im Streckverband an einem Haken. Gaddafi schwieg. Hinter ihm an der Rückwand stand seine Leibgarde, dunkelhäutige Frauen in Kampfanzügen, neben ihm sein Leibarzt im weißen Kittel. Er hielt ein Röntgenbild in der Hand und erklärte, sein Patient sei unglücklicherweise bei der Morgengymnastik vom Hometrainer gefallen:

"Wie Sie hier auf dem Röntgenbild sehen können, ist dies die linke Hüfte des großen Fatah-Revolutionsführers. Die Fraktur ist intrakapsulär. Aber es geht ihm gut."

Nun konnten wir den vor uns liegenden Gaddafi fotografieren. Allerdings nur mit fünf Meter Abstand. Wir durften nichts reden, nichts fragen. Nach ein paar Minuten zog sich Gaddafi an der Triangel seines Bettes hoch und hielt eine Ansprache:

"Ich habe gegen alle imperialistischen Kräfte gekämpft. Gegen Amerika, gegen die Zionisten, gegen alle Mächte des Bösen. Ich habe ihren Bomben und Flugzeugen standgehalten. Aber nun hat es mich – wie Ihr sehen könnt – getroffen."

Viel mehr sagte er nicht. Der Besuch war beendet. Auf der eineinhalbtägigen Rückfahrt nach Kairo hatten wir viel Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Hatten wir dort tatsächlich auf dem Röntgenbild das Innenleben Gaddafis gesehen? Keiner wusste es. Aber alle ahnten: Gaddafi war durch seine Gegner und massive wirtschaftliche Probleme geschwächt. Wollte er als Machthaber überleben, blieb ihm nichts anderes übrig, als die internationale Isolation zu durchbrechen.

"Er stoppte sein Programm zur Beschaffung von Atomwaffen, er ließ seine Bestände an chemischen Waffen vernichten. Er lieferte die Lockerbie-Attentäter aus und fing an, mit uns im Kampf gegen den radikalislamistischen Terror zu kooperieren. Das war ein beeindruckender Wandel."

Eine letzte große Volte, diesmal zum Westen hin, brachte den angeschlagenen Revolutionsführer 2003 noch mal zurück ins Geschäft. Tony Blair, der damalige britische Premierminister pilgerte zu Gaddafi, um ihm für die gute Zusammenarbeit mit Europa zu danken. In der EU war der Libyer nun wieder salonfähig. Gaddafi verkaufte sein Öl nach Europa. Europa verkaufte ihm Kommunikationssysteme, Kampfhubschrauber, Panzerabwehraketen. Niemand rechnete mehr mit seinem Sturz. Es rechnete aber auch niemand mit dem arabischen Frühling und dem Aufstand in Libyen.

Jede Revolution braucht einen Anlass. Den Funken, der entzündet, den Tropfen, der überläuft, die eine Demütigung, den einen Mord, die eine Verhaftung zuviel. In Tunesien war es die Ohrfeige ins Gesicht des Obsthändlers Mohammed Bouazizi. In Ägypten der Polizeimord an dem jungen Blogger Khaled Said. Und in Libyen die Verhaftung des Anwalts Fathi Terbil, der die Angehörigen der Opfer des Gefängnismassakers von Abu Salim verteidigen wollte.

"Muammar ist der Feind Gottes", schrien Zehntausende unten am großen Hafenplatz von Benghazi. Sie hatten in den ersten Tagen der Revolution eine Militärkaserne gestürmt und die Stadt am 20. Februar ganz übernommen. Ihre Revolution war anders als die in Tunesien oder Ägypten. Ben Ali und Mubarak wollten ihre Macht noch durch Zugeständnisse retten. Gaddafi verhandelte nicht. Er ließ sofort auf die Aufständischen schießen.

"Millionen lieben mich. Ich rufe sie auf von einem Ende der Wüste zum anderen. Wir werden losmarschieren, um jeden Zentimeter Libyens zu säubern. Jedes Haus, jede Wohnung, jede Gasse. Wir kommen zu jedem einzelnen, bis Libyen sauber ist von denen, die es verunreinigen. Niemand wird uns aufhalten."

Und dann brüllte der Tobende einen Satz, mit dem er sich sein eigenes Grab schaufeln sollte:

"Wer seid Ihr denn? Ihr werdet es noch bedauern, dass Ihr Euch gegen mich gestellt habt."

Das war der endgültige Bruch zwischen ihm und uns, sagte mir später Mohammed Rabi. Da haben auch wir unsre Gewehre geholt. Da wussten wir. Jetzt ist Krieg.

In Benghazi stand ich Anfang April 2011 auf dem Hafenplatz inmitten einer unübersehbaren, schweigenden Menge. Der Imam sprach zu Menschen, die ihre Gefallenen in offenen Särgen nach vorne trugen und vor ihm abstellten. Es war heiß. Die Leichen waren mit Öl gesalbt, der Geruch von Sandelholz und Jasmin lag über ihnen. Der Imam sagte, Märtyrer kämen direkt in den Himmel.
Einen Tag später zog wieder ein Trupp junger Männer mit alten Kalaschnikows in den Krieg. Sie hatten bei einem einwöchigen Crashkurs in Benghazi ein bisschen Schießen gelernt. Ansonsten hatten sie nur ihren Mut, ihren Hass und ihren Glauben. Das war alles, was sie gegen die modern ausgerüsteten Regierungstruppen aufbieten konnten. Das Kampfgebiet lag damals zwischen den Städten Adjdabija und Brega.

Links und rechts der schnurgeraden Verbindungsstraße sahen wir immer wieder abgeschossene Panzer. Die UNO hatte zu dieser Zeit schon eine Flugverbotszone über Libyen verhängt und Nato-Piloten stoppten Gaddafis vorrückende Kampfverbände kurz vor Benghazi. Als wir nach Adjadabija kamen, waren die Straßen wie ausgestorben. Nicht mal eine Ziege lief uns über den Weg. Wir fuhren an Häusern vorbei, die durchlöchert waren von Granattreffern. Vorne stand ein Krankenwagen quer auf der Straße. Der Krankenwagen ist leer, die Fahrertür offen und von vorne kommen uns Rebellenfahrzeuge entgegen. Was ist hier los, fragen wir.

"Nichts" meinen sie, "alles unter Kontrolle. Wir erobern gerade Brega".

Und wie sie es sagen, schlagen vorne am westlichen Stadtrand Adjdabijas die ersten Granaten ein. Über unsre Köpfe fliegen Katjuscharaketen hinweg. Weg hier, rufen die Rebellen und rasen in panischer Flucht Richtung Krankenhaus. Dort verkeilen sich Pickup-Trucks, Flugabwehrgeschütze und Krankenwagen zu einem heillosen Durcheinander.

Gaddafis Truppen nahmen Adjadabija von drei Seiten unter Beschuss. Die Revolution, die im Osten begann, wäre gescheitert, hätten im Sommer 2011 nicht auch die Stämme im Westen Libyens den Aufstand gewagt. Das Reich Gaddafis, das sich so lange gehalten hatte, brach innerhalb weniger Wochen in sich zusammen. Ende August fiel Tripolis. Und am 20. Oktober zerrten Rebellen in Sirt einen verwirrten, blutverschmierten Mann aus einem Kanalrohr. "Warum tut Ihr das", stammelte er, "ich bin Muammar. Ich bin doch Euer Vater."

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