Donnerstag, 14.12.2017
StartseiteVerbrauchertippGefährliches Resteessen?13.10.2017

Aufwärmen von Pilzen, Spinat & Co.Gefährliches Resteessen?

Auf dem Markt kaufen oder selber sammeln – in diesen Wochen ist die beste Zeit, um frische Pilze aus dem Wald zu essen. Aber was passiert mit Resten? Dürfen sie aufgewärmt werden oder nicht? Und wie ist das bei Spinat? Für Erwachsene unbedenklich, kann dieser für Säuglinge lebensbedrohlich werden.

Von Susanne Kuhlmann

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In der deutsch-polnischen Euro-Kita in Frankfurt (Oder) isst ein kleines Kind mit einem Löffel Spinat mit Kartoffeln - entsprechend verwschmiert ist das Gesicht, aufgenommen am 10.03.2009. Foto: Patrick Pleul +++(c) dpa - Report+++ | Verwendung weltweit (dpa/Patrick Pleul )
Achtung bei aufgewärmten Spinat bei Säuglingen und Kleinkindern: Er kann zu Störungen im Sauerstofftransport führen. (dpa/Patrick Pleul )
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Die Warnung vorm Essen aufgewärmter Pilze war früher durchaus berechtigt. Zu einer Zeit nämlich, als es noch nicht in jedem Haushalt einen Kühlschrank gab. Silke Restemeyer, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE, sagt es so:

"Das Problem liegt nicht im Aufwärmen selber, sondern in der Zwischenlagerung von Lebensmitteln."

Sie erläutert, warum Pilze leicht verderben können.

"Pilze zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen hohen Eiweißgehalt haben und einen hohen Wassergehalt. Von daher können sich in diesen Lebensmitteln Keime besonders schnell vermehren, vor allem, wenn ich sie bei Zimmertemperatur lagere."

Spinat: Gefahr für Säuglinge durch Nitrit-Bildung

Bei Spinat verhält es sich anders. Er zählt zu den Gemüsesorten, die Nitrat aus dem Boden besonders gut speichern. Für sich genommen ist das nicht schlimm.

"Wenn ich rohen, zerkleinerten Spinat oder bereits gekochten Spinat länger bei Zimmertemperatur stehenlasse, dann kann sich durch Bakterien aus dem Nitrat Nitrit bilden. Das kann bei Säuglingen zu Störungen im Sauerstofftransport führen und lebensbedrohlich werden, so dass man empfiehlt, Säuglingen keinen aufgewärmten Spinat zu geben. Bei Erwachsenen ist das aber kein Problem."

Claudia Riemann und ihre Familie freuen sich oft über Reste im Kühlschrank; als Vorspeise oder als Bestandteil eines neuen Gerichts.

"Wir haben noch einen Rest von vorgestern. Das ist ein Spinat-Pilz-Kartoffelragout, und das kann ich entweder auf dem Herd mit ein bisschen Butter erwärmen. Oder ich stelle es für einen Moment in die Mikrowelle, würde dann aber darauf achten, dass ich es einmal zwischendurch umrühre und nochmal reinstelle, damit wirklich alle Teile warm geworden sind." 

Zwei Dinge sind beim Aufbewahren von Pilz- und Spinatresten zu beherzigen, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer. Das erste ist das rasche Abkühlen.

"Da kann ich einfach Eiswürfel in eine Schale geben und das Lebensmittel in dem Behältnis, in dem ich es auch in den Kühlschrank stelle, darein geben. Dann ist das viel schneller runter gekühlt, als wenn ich es bei Zimmertemperatur stehenlasse. Am besten stellt man es auf die Glasplatte über dem Gemüsefach. Dort ist es in den meisten Kühlschränken am kältesten. Und dann sollte ich Pilzgerichte und auch Spinatgerichte am nächsten Tag aufwärmen."

Schnell erhitzen und dann essen 

Das richtige Aufwärmen ist das zweite, was zu beachten ist und geht so:

"Man sollte es kurz vor dem Verzehr beziehungsweise vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und dann schnell erhitzen auf mindestens 70 Grad, so dass auch die Temperatur im Inneren des Lebensmittels erreicht ist, und dann kann ich es essen. Ich kann dafür auch die Mikrowelle verwenden. Wenn ich die Temperatur von mindestens 70 Grad erreicht habe, dann spielt das keine Rolle, ob ich das in der Mikrowelle erreicht habe oder im Backofen oder in einer Pfanne bei einer Soße."

Übriggebliebenes sofort nach der Mahlzeit in den Kühlschrank stellen und nach ein oder zwei Tagen ausreichend erhitzen – so kann alles als schnelle Resteküche wieder auf den Tisch kommen.

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