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StartseiteSternzeitDie Braaker Basis für ein Königreich24.02.2016

Aus Stormarn in die ganze WeltDie Braaker Basis für ein Königreich

Beim Dorf Braak in Stormarn hat sich irgendwann im Spätsommer 1819 eine skurrile Begebenheit zugetragen. Ingenieure, Armeeoffiziere und Landvermesser haben eine fast drei Meter tiefe Grube ausgegraben und einen schweren Backsteinsockel gemauert, der einen Granitpfeiler mit Kupferbolzen hält.

Von Dirk Lorenzen

Heinrich Christian Schumacher (1780-1850), Astronom im dänischen Altona (Wullf)
Heinrich Christian Schumacher (1780-1850), Astronom im dänischen Altona (Wullf)

Knapp sechs Kilometer nordwestlich wiederholte sich dieses Schauspiel auf einem anderen Feld. Diese Aktion sicherte Braak einen Platz buchstäblich auf jeder Landkarte.

Denn auf den Stormarner Feldern wurde die Basis für die Vermessung ganzer Königreiche gelegt. In den folgenden Jahren hat der Astronom Heinrich Christian Schumacher große Teile Dänemarks vermessen.

Die beiden Endpunkte der Braaker Basis auf heutigen topographischen Karten (LVA SHS)Die beiden Endpunkte der Braaker Basis auf heutigen topographischen Karten (LVA SHS)

Schumacher war Direktor der Sternwarte in Altona, das damals zu Dänemark gehörte. Das zu erfassende Gebiet wurde mit einem großen Netz weithin sichtbarer Messpunkte im Abstand von typischerweise 40 bis 50 Kilometern überzogen.

Die Punkte wurden zu Dreiecken zusammengefasst, deren Winkel sich mit Peilinstrumenten recht schnell präzise bestimmen lassen. Sind in einem Dreieck alle Winkel und eine Seitenlänge bekannt, so lassen sich alle anderen Seiten berechnen.

Knackpunkt ist die erste Seitenlänge. Einmal müssen die Astronomen eine Dreiecksseite vor Ort exakt vermessen. Von dieser Eichstrecke ausgehend, hangelt man sich dann von Dreieck zu Dreieck Hunderte von Kilometern weit und überdeckt so ein ganzes Königreich.

Die dänische Vermessung begann mit der millimetergenau vermessenen Braaker Basis. Die gemauerten Fundamente gibt es noch heute – gut geschützt in zwei Äckern vor den Toren Hamburgs.

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