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StartseiteVerbrauchertipp"Was glücklich macht, darf bleiben"27.02.2018

Ausmisten mit System"Was glücklich macht, darf bleiben"

Ordnung zu halten, fällt vielen Menschen schwer. Dabei gibt es ein paar einfache Kniffe, wie man das durchhält. Zum Beispiel Dinge auf Probe wegzupacken und zu sehen, ob man sie vermisst. Und gegen das nachvollziehbare Alltagschaos eine Grundordnung aufrechtzuerhalten.

Von Susanne Kuhlmann

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Chaos und Unordnung in einem Arbeitszimmer (picture-alliance / dpa / Alexander Farnsworth)
Muss nicht sein: Chaos und Unordnung in einem Arbeitszimmer (picture-alliance / dpa / Alexander Farnsworth)
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Bei Johanna Zahlmann, einer Lehrerin aus Wuppertal, ist Aufräumen immer ein Thema. Sie geht damit allerdings relativ entspannt um und lässt öfter fünfe gerade sein:

"Besonders, wenn eine Feier ansteht oder Besuch kommt. Dann versuche ich immer, grobflächig aufzuräumen. Alles schaffe ich eh nie. Meine Freunde sind daran gewöhnt, dass es nie komplett aufgeräumt ist. Und es lebt sich leichter, wenn man mit gewissen kleinen Messie-Ecken leben kann."

Das sieht Nora van Loon ganz anders. Sie betreibt eine Agentur für professionelles Aufräumen in Leverkusen. Haben Haushalt oder Büro erst einmal eine gewisse Grundordnung, ist schnell wieder klar Schiff gemacht. Das will sie ihren Kunden vermitteln. Kleiderschrank, Wohnzimmerschrank, Küchenschränke und die Ablage im Büro – mit diesen Problembereichen hat sie am häufigsten zu tun:

"Generell gilt: Was glücklich macht, darf bleiben und was bleibt, wird auch benutzt."

Wegpacken und prüfen, ob man es vermisst

In Etappen arbeitet sie mit ihren Auftraggeberinnen – denn fast immer sind es Frauen - daran, sich darüber klar zu werden:

"Man sollte sich kleine Teilziele setzen, sich erst mal einen Schrank vornehmen oder die schlimmste Schublade, um sich ein bisschen einzugrooven in dieses Aufräumgefühl. Man muss ein bisschen da reinkommen, dass man leichter die Dinge wegschmeißen kann, sich immer wieder fragt, brauche ich es wirklich noch? Und deswegen sollte man mit einer kleinen Sache beginnen."

Das könnte zum Beispiel ein Kellerraum sein:

"Wenn es ums Kelleraufräumen geht zum Beispiel, rate ich, dass man nur zwei Mülltüten vollmacht mit Dingen, die man aussortiert und auf dem Schreibtisch sich die Ablage vielleicht zu einem Viertel vornehmen und am nächsten Tag das nächste Viertel macht."

Wegwerfen oder behalten - die Entscheidung fällt bei vielen Dingen im ersten Moment nicht leicht. Eine Frist zum Aufschieben kann helfen:

"Wenn die Entscheidung schwerfällt, rate ich meinen Kunden, es erst mal für drei Monate in einer Box aufzubewahren, vielleicht im Keller oder im Kleiderschrank. Dann ist es erst mal aus den Augen, und man kann sich selbst prüfen, ob man es vermisst. Dann entscheidet sich nach drei Monaten neu, ob es bleiben darf oder nicht."

Nur was passt, gehört in den Kleiderschrank

Rigoroser argumentiert Nora van Loon, wenn es um den Inhalt des Kleiderschranks geht. Nur Stücke, die passen, gehören hinein:

"Sich selbst nochmal irgendwann in Größe 36 zu sehen mit über fünfzig - es kann immer möglich sein. Aber wenn es seit fünf Jahren schon nicht mehr möglich war, sollte man sich nicht mehr weiter unter Druck setzen."

Second-Hand-Läden übernehmen zum Beispiel manches schöne Teil und im Internet gibt es Börsen zum An- und Verlauf getragener Kleidung. Apropos Kleiderschrank: Auch ein Sortierprinzip kann helfen, den Überblick zu behalten.

"Man kann den Kleiderschrank nach Farben sortieren oder nach Jahreszeiten. Oder man kann sich die Business-Outfits auf den Bügeln schon zusammenstellen mit Bluse, Hose und Accessoires. Dann hat man morgens ein bisschen mehr Zeit beim Stylen."

Ein anderes Problem: Häufig fehlt Stauraum in der Wohnung, sagt die Aufräumexpertin:

"Da empfehle ich meinen Kunden immer, die Türflächen mit zu betrachten, die Badezimmertür vielleicht von innen oder auch die Haustür. Da kann man Kleiderhaken genauso anbringen wie an einer Garderobe im Flur. Der Stauraum unter dem Bett oder über dem Kopfende vom Bett, den könnte man gut nutzen, um neuen Stauraum zu schaffen."

Podeste zu bauen, schafft Stauraum

Oder es wird überlegt, ihn anderswo vorzusehen.

"In manchen Zimmern ist es sehr günstig, ein Podest zu bauen, auch aus einfachen Mitteln aus dem Baumarkt. Das ist nicht immer hochpreisig. Wenn man ein bisschen handwerklich begabt ist, kann man unter dem Bett oder unter dem Podest sehr viel Stauraum schaffen."

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