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StartseiteVerbrauchertippNur eingeschränkt zu empfehlen19.01.2018

Auto-LeasingNur eingeschränkt zu empfehlen

Einen Neuwagen fahren, ohne dabei allzu tief in die Tasche greifen zu müssen: Auto-Leasing scheint für viele Verbraucher attraktiv. Für Privatkunden ist diese Art der Autofinanzierung jedoch nicht unbedingt zu empfehlen. Denn was verlockend klingt, hat auch Nachteile.

Von Brigitte Scholtes

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Ein Neuwagen der Marke Subaru (Jing Guan/dpa)
Schon fährt man ein nagelneues Auto - doch beim Leasing muss man es nach Ablauf der Vertragszeit zurückgeben (Jing Guan/dpa)
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Leasing hat einige Vorteile: Man kann regelmäßig ein neues Auto mit neuer und guter Sicherheitsausstattung fahren, die Raten sind aktuell recht niedrig, und man kann die monatlichen Kosten fürs Auto gut kalkulieren. Aber es gibt auch einige Nachteile, sagt Hannes Krämer, Leiter Recht beim ACE, dem Autoclub Europa.
 
"Nachteil ist und bleibt, dass beim Kfz-Leasing das Eigentum beim Leasing-Geber bleibt und somit nach der Vertragslaufzeit von derzeit zwölf bis 36 Monaten oder mehr er die Sache quasi zurückgeben muss und kein Eigentum am Fahrzeug erhält."

Leasing ist die teuerste Art des Autofahrens

Auch wenn man also das Auto nur mietet, muss man aber kreditwürdig sein, denn rechtlich ist Leasing ähnlich wie ein Kreditvertrag zu sehen. Man bindet sich über einen längeren Zeitraum vertraglich, ein Ausstieg ist kaum möglich, denn man kann das Fahrzeug weder verkaufen noch vorzeitig zurückgeben. Und es ist die teuerste Art des Autofahrens: Denn meist least man nur neue Fahrzeuge, und die verlieren im ersten Jahr erheblich an Wert. Dieser Wertverlust aber wird in die monatlichen Raten mit einkalkuliert. Häufig wird in den Verträgen auch festgelegt, dass das Auto in einer Vertragswerkstatt gewartet werden muss, hat ACE-Experte Krämer beobachtet.
 
"Das kostet in der Regel Geld. Gleichwohl muss man berücksichtigen, dass man für das Fahrzeug weiter Steuern oder Versicherungen oder dann auch Reparaturen zahlen muss. Das alles sollte man einkalkulieren. Das kommt am Ende aber auf die Vertragsbedingungen an."

Vor allem für Geschäftskunden attraktiv

Für Geschäftskunden kann Leasing jedoch eine attraktive Alternative sein, sagt Krämer.
 
"Bei Handwerkern oder Kleinunternehmern können diese Monatsraten als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden, sodass aus dieser Sicht eher der Vorteil zu sehen ist, dass man das mit seinen wirtschaftlichen Gegebenheiten verrechnen kann."

Verschiede Leasing-Arten

Es gibt verschiedene Leasing-Arten: Nicht mehr so verbreitet ist das Restwert-Leasing: Dabei wird schon zu Beginn der Vertragslaufzeit ein bestimmter Restwert festgesetzt, den das Auto am Ende der Laufzeit haben soll. Liegt der reale Wert bei Autorückgabe darunter, der Wert also, der am Markt dann erzielt werden kann, muss der Kunde die Differenz ausgleichen. Da kommt es häufig zu Abweichungen.

Üblich ist heute jedoch das Kilometer-Leasing. Dabei wird eine jährliche Fahrleistung zugrunde gelegt, die man realistisch einschätzen sollte. Denn wer die überschreitet, muss die zusätzlichen gefahrenen Kilometer recht teuer bezahlen. Auch bei dieser Art des Leasing ist Streit fast vorprogrammiert: Denn das Erhaltungsrisiko liegt beim Arbeitnehmer, erklärt Andy Ziegenhardt, Fachanwalt für Verkehrsrecht:

"Der Leasingnehmer ist verpflichtet, das Fahrzeug in einem mangelfreien betriebs- und verkehrssicheren Zustand zu übergeben. Und hier legt dann häufig ein großer Streitpunkt, da man sich im Prinzip darum streitet, was ist ein alter- und der Fahrleistung entsprechender Erhaltungszustand."

Da versuchten die Leasinggeber gern, dem Leasingnehmer mehr aufzuerlegen als gerechtfertigt sei: Kleine Kratzer am Tankdeckel müsse man nicht erstatten. Das seien typische Gebrauchsspuren, aber keine Mängel. Der Verkehrsgerichtstag habe schon versucht, da einen Kriterienkatalog zu erstellen, was als Mangel und was als Gebrauchsspur zu werten sei, sagt der Erfurter Fachanwalt Ziegenhardt. Das aber sei bisher leider nicht gelungen.

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