Verbrauchertipp /

Autoreisezug - Bequem aber teuer

Das All-Inclusive-Paket für Autos, die reisen

Von Detlev Karg

Die ersten Autos werden auf einen Autozug der deutschen Bahn verladen.
Die ersten Autos werden auf einen Autozug der deutschen Bahn verladen. (picture alliance / dpa/Hubert Link)

Dem wechselhaften Sommer hierzulande entfliehen jährlich Millionen Deutsche, auch mit dem eigenen Pkw. Eine Option ist der Autoreisezug der Bahn, den im vergangenen Jahr 285.000 Autobesitzer genutzt haben. Die Reise ist bequem, aber nicht ganz billig zu haben.

Das Rattern der Schienen, ein Bett zum Schlafen - und das eigene Auto fährt weiter hinten auf einem Waggon mit. Keine Frage: Eine Reise mit dem Autozug ist etwas Besonderes. Doch ganz unkompliziert ist sie auch nicht. Das fängt schon beim Reisebeginn an. Wer sein Auto mit dem Zug in den Urlaub nehmen möchte, sollte in der Nähe einer Verladestation wohnen. Derzeit gibt es davon sieben, in den westlichen Ballungsräumen und in Berlin. Das Angebot wurde in den vergangenen Jahren ausgedünnt, sagt Otto Saalmann, Sprecher des ADAC:

"Man hat doch einige Destinationen und Strecken in den letzten Jahren mehr oder weniger wegfallen lassen. Es ist natürlich eine sehr spezielle Art des Reisens, da muss man schon genau planen. Für viele ist das sicher eine gute Alternative. Genutzt wird es beispielsweise von älteren Autofahrern, die sagen, ich will nach Frankreich, aber ich will nicht so weit fahren von Berlin. Genutzt wird es gerne auch von Motorradfahrern."

Rund 140.000 Fahrzeuge wurden im Jahr 2011 befördert. Sieben Ziele in Italien, Österreich und Frankreich gibt es, allesamt bestimmte Urlaubsregionen, wie die Toskana.

Was kostet eine solche Fahrt eigentlich? Eine Möglichkeit ist der der Spartarif, ein Beispiel: Zwei Erwachsene fahren zum Spartarif von Berlin-Wannsee bis ins norditalienische Alessandria und zurück. Ihr Auto ist normal groß. Sie schlafen im Liegewagenabteil: Das bedeutet: Es wird relativ eng und es könnten noch andere Mitreisende im Abteil sein. Für unser Beispiel haben wir eine Hinfahrt im Juni und eine Rückfahrt im Juli ausgewählt. Kosten für zwei Personen und das Auto: 538 Euro. Zum Vergleich: Bei einer entsprechenden Autofahrt haben wir für die gleiche Strecke einen Betrag von rund 350 Euro errechnet. Darin enthalten sind Spritkosten, eine einfache Hotelübernachtung und die Straßenmaut.

Generell rät ADAC-Experte Saalmann den Verbrauchern:

"Man sollte sehr genau rechnen und sich auch sehr genau beraten lassen, denn hier gibt es x Möglichkeiten, zunächst von den Destinationen, dann aber auch von den Angeboten. Will ich ein einfaches Liegewagenabteil, will ich doch lieber den Schlafwagen, brauche ich eine Suite?"

Wie teuer die Fahrt wird, das kann man im Internet auf der Seite DB Bahn Autozug nachrechnen werden. Fahrzeugbreite, Höhe, Gewicht und eventuelle Dachaufbauten fallen bei den Kosten durchaus ins Gewicht. Teuer wird es für diejenigen, die mit Kindern reisen und an bestimmte Termine gebunden sind, für den einen Normalpreis gilt. In unserem zweiten Beispiel fährt eine vierköpfige Familie im Sommer nach Alessandria und zurück. Sie will sich etwas gönnen und wählt einen Schlafwagen - darin sind Zweierabteile mit Waschgelegenheit. Kosten für vier Personen und Auto: Rund 2000 Euro. Doch dafür gibt es nachts das Schienenrattern. Eine Akustik, die weder das Flugzeug, noch die Autobahn bieten.

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