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StartseiteVerbrauchertippWas tun, wenn es im Urlaub scheppert?01.06.2017

Autounfall im AuslandWas tun, wenn es im Urlaub scheppert?

Ein Autounfall im Ausland gehört zum Horror eines jeden Autofahrers. Wenn es im Urlaub kracht, muss man einige Dinge beachten, rät der ADAC: Der Europäische Unfallbericht hilft weiter, auch Fotos mit der Handykamera können wichtig werden. Gut zu wissen: Im Ausland bestehen andere Ansprüche als bei einer Unfallregulierung in Deutschland.

Von Ursula Reinsch

Zwei Frauen stehen diskutierend vor ihren beschädigten Autos. (imago/Jochen Tack)
Bei Autounfällen im Ausland muss man sich um die Schadensregulierung kümmern - auch wenn die Polizei nicht kommt. (imago/Jochen Tack)
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Hermann B. war gut im Urlaub angekommen. Aber dann passierte es doch: "Ich war in Spanien im Urlaub und beim Ausparken aus einer Parklücke habe ich einen Vespa-Roller übersehen und bin rückwärts gegen diesen Vespa-Roller gestoßen, der dann umfiel. Ich hatte zum Glück einen Mietwagen. Ich habe dann die Mietwagenfirma angerufen, die hat mir gesagt, was ich tun sollte, nämlich zur nächsten Polizeidienststelle zu fahren und den Unfall dort zu melden." 

Hilfreich: der Europäische Unfallbericht

Wichtig bei einem Unfall, egal ob im Inland oder Ausland: Erst mal die Emotionen runter. Und sich dann um die Schadensregulierung kümmern. Elke Hübner, Leiterin Recht beim ADAC Nordrhein: "Im Ausland haben wir das Problem, dass die Polizei nicht bei jedem Sachschaden rauskommt."

Deshalb müssen die Beteiligten den Unfall möglichst genau selbst festhalten. Hier ist der Europäische Unfallbericht hilfreich: "In manchen Ländern ist der Europäische Unfallbericht Pflicht. Der Europäische Unfallbericht ist ja dadurch ausgezeichnet, dass beide Parteien - egal welche Sprache Sie sprechen - Ihre Sicht in den Unfallbericht niederlegen können. Man braucht die Versicherungsnummer, man braucht das Versicherungsunternehmen."

Und das ist noch längst nicht alles: "Dann habe ich das Problem, dass der Fahrer ja nicht unbedingt der Fahrzeughalter oder der Eigentümer des Fahrzeugs ist. Also ich kann mit dem Unfallbericht schon sehr, sehr viel abfragen, direkt nach dem Unfall und bevor das Gedächtnis einen Streich spielt." 

Das Schadensrecht des Auslands gilt

Wichtig: Nach einem Unfall auch Kontaktdaten von möglichen Zeugen aufnehmen und eintragen und ansonsten nur Fakten, keinesfalls Schuldanerkenntnisse oder Schuldzuweisungen. Außerdem sinnvoll: Die Handykamera zücken und schnell ein paar möglichst aussagekräftige Fotos von der Unfallstelle und den Schäden machen. Wichtig kann sein, dass man in den Bericht reinschreibt,  dass man die Landessprache nicht versteht, und die Schilderung der Gegenseite deshalb nicht einschätzen kann.

Außerdem: "Der Hauptfehler bei einem Auslandsunfall ist, dass man vom eignen Schadensrecht in Deutschland ausgeht. Und das ist nicht immer gleich mit dem Schadensrecht im Ausland. Im Ausland bestehen andere Ansprüche als bei einer Unfallregulierung in Deutschland." 

Denn es gilt immer das Schadensrecht des Auslandes. Und das kann dazu führen, dass ausländische Versicherungsunternehmen Mietwagenkosten et cetera nicht übernehmen. Die Schadensregulierung ist allerdings zumindest innerhalb der EU einheitlich geregelt: "Es gibt ja nun schon seit Jahren ein Regulierungsabkommen, dass eben Ansprüche aus einem Unfallereignis im Ausland auch über deutsche Regulierungsbeauftragte abgewickelt werden können. Jede Versicherung hat im jeweils anderen Land einen Regulierungsbeauftragten."

Den findet man über rund um die Uhr über den Zentralruf der Autoversicherung oder im Internet. Sollte die Schadensregulierung nicht binnen drei Monaten erledigt sein, können die Ansprüche von Deutschland aus über Entschädigungsstelle beim Verein Verkehrsopferhilfe abgewickelt werden. Im Extremfall muss die gegnerische Versicherung verklagt werden. 

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