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StartseiteVerbrauchertippWas tun, wenn es kracht?30.03.2017

AutounfallWas tun, wenn es kracht?

Ob kleine Kollision oder größerer Unfall: Ein Anruf bei der Polizei ist dann die erste Pflicht. Denn schneller als man ahnt, kann sonst eine Anzeige wegen Fahrerflucht drohen - unter Umständen mit schwerwiegenden Folgen.

Von Ursula Reinsch

Zwei Frauen stehen diskutierend vor ihren beschädigten Autos. (imago/Jochen Tack)
Zwei Frauen stehen diskutierend vor ihren beschädigten Autos. (imago/Jochen Tack)
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Bei einem Autounfall mit Personenschaden sollte man allein schon aus versicherungstechnischen Gründen die Polizei und wenn nötig einen Krankenwagen rufen. Bei kleinen Blechschäden empfiehlt Elke Hübner, Verkehrsrechtsexpertin vom ADAC Nordrhein:

"Wenn sich die Beteiligten einig sind, dann kann auch ohne Polizei gearbeitet werden, wenn es sich nicht um ein Fahrzeug handelt, in dem die Hinzuziehung der Polizei vertraglich vorgeschrieben ist. Das kann sein bei Mietwagennutzung, Dienstwagennutzung, bei Leasingfahrzeugnutzung. Ansonsten ist es eine Geschichte, die oftmals auch davon abhängig ist, wie die Unfallbeteiligten miteinander kommunizieren können. Also wenn da die Emotionen hochschlagen und man braucht jemanden, der vermittelt, dann ist es auch angezeigt, die Polizei zu rufen."

Polizei auch bei Minischäden rufen?

Was viele Autofahrer nicht wissen: Auch bei Minischäden muss im Zweifelsfall die Polizei gerufen werden, wenn der Geschädigte nicht zu finden ist. Sonst ergeht es den Unfallverursachern wohlmöglich ähnlich wie Harald B. Er hatte im Parkhaus ein Fahrzeug gestreift. Als der Besitzer nach einer Stunde immer noch nicht da war, hängte er einen Zettel mit seinen Kontaktdaten an die Windschutzscheibe des beschädigten Autos.

"Am nächsten Morgen kam der Rückruf des Betroffenen. Daraufhin habe ich ihn sofort aufgesucht und ihm angeboten, den Schaden zu regulieren. Das hat er abgelehnt, mit dem klaren Hinweis, er bestehe darauf, die Polizei hinzuzuziehen. Dagegen konnte ich nichts unternehmen. Anschließend bekam ich mitgeteilt, dass ich eine Anzeige wegen Fahrerflucht erhalte."

Der Grund: Der Zettel an der Windschutzscheibe kann verschwinden. Und deshalb ist es notwendig, auch beim kleinsten Sachschaden die Polizei anrufen und Daten von Zeugen aufnehmen. Denn:

"Ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist ein Straftatbestand. Und das hat natürlich zur Folge, dass ich Flensburger Punkte bekomme, dass ich ein Strafverfahren bekomme. Das kann je nach Schadenshöhe bis zum Entzug der Fahrerlaubnis führen."

Vielfältige Strafen bei Fahrerflucht

Und man kann zusätzlich zu einer Geldstrafe verurteilt werden, die eigene Kfz-Versicherung kann Regress fordern und auch noch den Schadensfreiheitsrabatt verringern. Zudem kann die Sache ins Führungszeugnis eingetragen werden.

Wer sofort die Polizei ruft oder sofort zur nächsten Polizeidienststelle fährt, erspart sich zudem den Verdacht, dass Alkohol oder Drogen im Spiel gewesen sein könnten. Wenn möglich, sollte man gemeinsam mit den anderen Unfallbeteiligten einen Unfallberichtsbogen ausfüllen.

"In manchen Ländern ist der Europäische Unfallbericht Pflicht, aber er ist definitiv wünschenswert. Und es ist sehr stark anzuraten, dass jeder, der ins Ausland fährt, zumindest einen mehrsprachigen Unfallbericht mitnimmt, dass beide Parteien, egal, welche Sprache sie sprechen, ihre Sicht in den Unfallbericht niederlegen können."

Vordrucke für den Unfallbericht gibt es bei Kfz-Versicherungen, bei den zuständigen Verbänden oder im Internet.

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