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StartseiteVerbrauchertippFür Hunde ist der Strand nicht erholsam13.07.2017

BadeurlaubFür Hunde ist der Strand nicht erholsam

An der Nord- und Ostsee sowie auf den Inseln hat die Urlaubssaison begonnen. Und da in vielen Familien der Hund auch im Urlaub einfach mit dazu gehört, fährt der Vierbeiner mit an die See. Allerdings bergen Salzwasser und Sand auch gesundheitliche Risiken für das Tier.

Von Klaus Deuse

Labrador Paco sprintet bei Sonnenschein über den Strand von Kiel-Schilksee. (picture-alliance/ dpa / Bodo Marks)
Hunde überschätzen sich am Strand - und ihnen setzt auch Sand und Salz zu. (picture-alliance/ dpa / Bodo Marks)
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Seit Jahren nimmt Bettina Wagner ihren Jack-Russel-Terrier Anton mit in den Urlaub an die Nordsee. Aus Erfahrung weiß sie, dass Anton nichts von einem langen Sonnenbad hält und das Salzwasser nicht verträgt. Deshalb wundert es sie, dass manche Hundehalter die Kombination von Salzwasser, Sand und Sonne für ihr Tier unterschätzen.

"Ich habe schon sehr viele Hunde gesehen, die am Strand gebrochen haben. Ganz fürchterlich finde ich es, wenn Leute ihren Hund hinter den Strandkorb setzen und ihn stundenlang dort sitzen lassen, weil sie selber Badespaß haben. Zumal wenn es heiß ist."

Wenn sich Frauchen und Herrchen in der Sonne aalen, gehört der Vierbeiner in den Schatten. Außerdem sollte man ihm regelmäßig frisches Wasser anbieten. Hunde, die am Strand toben, springen zur Abkühlung auch gerne mal ins Wasser. Das bleibt oft nicht ohne Folgen, warnt die Hundetrainerin Corina Orth.

"Die Leute vergessen immer wieder, wenn sie mit ihrem Hund an den Strand gehen, dass die Hunde zum einen das Salzwasser gerne mal trinken. Davon bekommen sie Durchfall."

Viele Problemfälle am Strand

Auf Sylt hat die erfahrene Hundetrainerin genügend Problemfälle erlebt. Natürlich gehört auch Spielzeug ins Reisegepäck, damit sich der Hund nicht langweilt. Doch anders als auf der Hundewiese am Heimatort sollte man das Spielgerät am Strand vorsichtshalber regelmäßig abputzen. Denn:

"Wenn man mit dem Hund am Strand dann spielt, dann hängt der Sand natürlich an dem Spielzeug. Vom Sand können sie Verstopfungen bekommen."

Nicht selten verbunden mit Koliken und einem Besuch beim Tierarzt. Damit ein Hund sich wohlfühlt, braucht er genügend Auslauf. Gerade auf Sand jedoch ist Vorsicht geboten, betont Corina Orth.

"Und wenn sie zu viel im Sand rennen, was ja zur Zeit passiert mit vielen Hunden am Hundestrand, dann können die sich natürlich die Pfoten wundscheuern. Das kann zu wirklich starken Entzündungen an der Pfote führen, zu Leckekzemen. Dass die humpeln, dass die gar nicht mehr laufen können und Pfotenschuhe tragen müssen."

Vor allem an heißen Sonnentagen sollte man darauf achten, dass sich der Hund nicht überanstrengt. Auch, wenn er einen noch so munteren Eindruck macht.

"Der Hund hat auch nicht von morgens bis abends am Strand Spaß, auch wenn es so aussieht. Hunde überschätzen sich. "

Es kommt durchaus vor, dass Hunde in solchen Fällen nach einem Kreislaufkollaps sterben. Für Besitzer von Welpen sollte der Strand nach Überzeugung von Hundetrainerin ohnehin tabu sein.

"Es sei denn, sie gehen morgens hin, ganz früh, oder abends. Sollten den Welpen tragen, bis unten an den Flutsaum gehen, da wo der Sand eben fester ist. Der weiche Sand ist sehr, sehr ungesund für den Knochenbau, für die Entwicklung von jungen Hunden. Man sollte mit den Hunden nur ganz kurz rausgehen. Viertelstunde, 20 Minuten. Und das reicht dann für so einen Welpen."

Hält man sich an diese Ratschläge, dann können Hund und Halter auch am Strand erholsame Tage erleben. Sommerliche Spaziergänge in einem schattigen Wald gefallen Hunden jedoch meist besser.

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