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StartseiteVerbrauchertippWertsachen zusätzlich versichern07.09.2017

BankschließfächerWertsachen zusätzlich versichern

Aus Angst vor Einbrechern, Feuer oder Überschwemmung mieten sich viele Menschen ein Schließfach bei einer Bank für ihre Wertsachen an. Doch die Nachfrage hat das Angebot teilweise überschritten und die Preisspanne ist groß. Außerdem ist der Inhalt nicht automatisch versichert.

Von Susanne Kuhlmann

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Bildnummer: 52426682 Datum: 26.09.2007 Copyright: imago/biky Schließfächer im Hauptsitz der Sparkasse in Essen, Objekte , Personen; 2007, Kunde, Kunden, Kundin, Fach, Fächer, Schließfach, Bankfach, Bankfächer, Tresorraum,; , quer, Kbdig, Totale, Banken, Wirtschaft, , Wirtschaft o0 Bankschließfach, Bankschließfächer, Deutschland, Europa (imago stock&people)
Was jemand ins Schließfach legt, bleibt Privatsache und wird nicht überprüft (imago stock&people)
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"Wenn Kunden vor Ort ein Schließfach nicht mehr angeboten werden kann, weil dort alle belegt sind, dann ist es so, dass es teilweise bei den Banken Wartelisten gibt. Teilweise kann aber auch ein Schließfach in einer anderen Filiale angeboten werden. Das ist regional sehr unterschiedlich."

Tanja Beller ist Pressesprecherin beim Bundesverband deutscher Banken, einem Zusammenschluss privater Bankhäuser. Wer seine Wertsachen in Sicherheit bringen möchte, sollte sich also rechtzeitig nach einem geeigneten Schließfach umsehen. Banken und Sparkassen haben in ihren Tresorräumen Fächer ganz unterschiedlicher Form und Größe, erläutert Dr. Ralf Scherfling, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Da gibt es ganz kleine, die vielleicht 5 Liter umfassen. Dort kann man gerade mal eine Zeugnismappe reinpacken, aber schon keinen Ordner. Es gibt welche, die sind 50 Liter, es gibt auch welche, die sind mehrere 100 Liter. Und von den Preisen: Die kleinen kosten zwischen 40 Euro und 70 Euro, ich kann auch welche für 100 oder 200 Euro finden und die großen ab 500 Euro. Da ist die Bandbreite groß."

Zugang nur während der Öffnungszeiten

Die genannten Preise beziehen sich auf die Miete für ein Jahr. Den Zugang zum Fach regeln die Geldinstitute unterschiedlich. Eine Variante: Anmeldeblatt ausfüllen und das vereinbarte Kennwort notieren - dann geht ein Mitarbeiter mit dem Kunden zum Tresorraum und schließt auf. Anderswo wird schon mit moderneren Formen des Zugangs gearbeitet:

"Das kann auch schon digital sein. Da nutze ich beispielsweise die Girokarte und ich gebe noch eine vierstellige PIN ein. Oder ich bekomme eine bestimmte Chipkarte oder ich muss ein Passwort eingeben. Ich muss aber grundsätzlich davon ausgehen: Zugang habe ich nur während der Öffnungszeiten."

Was jemand ins Schließfach legt, bleibt Privatsache und wird nicht überprüft. Ausdrücklich verboten ist allerdings Illegales, wie Waffen und Drogen. Hundertprozentig sicher sind Wertsachen aber auch im Banktresor nicht. Dass der ausgeraubt wird, kommt schließlich nicht nur im Film vor. Ist der Inhalt denn versichert? Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken:

"Es ist so, dass der Versicherungsschutz teilweise in der Hausratversicherung mit drin sein kann. Ansonsten kann man sich an seine Bank wenden. Es gibt das zusätzliche Angebot einer Bankfachinhaltsversicherung. Die kann man zusätzlich abschließen. Dabei ist aber wichtig, dass man den Inhalt genau dokumentiert. Da macht man eine Liste, schreibt das alles auf, und am besten dokumentiert man das noch mit datierten Fotos."

Bargeld besser auf dem Bankkonto aufgehoben

Diese Bestandsaufnahme sollte ein- oder zweimal im Jahr aktualisiert werden, rät Verbraucherschützer Ralf Scherfling. Auch er empfiehlt, sich um den Versicherungsschutz zu kümmern. Manchmal ist der sogar im Mietpreis für das Schließfach enthalten:

"Wenn keine Versicherung vorliegt, wäre ein Ersatz nur dann möglich, wenn die Bank ihre Obhut- und Aufklärungspflicht verletzt hat. Das wäre beispielsweise, wenn während der Öffnungszeiten Leute reindürfen, die dort nichts zu suchen haben oder wenn es nachts nicht gesichert ist, durch eine Alarmanlage zum Beispiel. Wichtiger wäre, zu prüfen: Ist das Schließfach an sich versichert und falls nicht: Übernimmt meine Hausratversicherung das, wenn da was passiert?"

Aus Angst vor Negativzinsen ein Schließfach nur für Bargeld zu mieten, ist keine gute Idee, so Ralf Scherfling. Zum einen gebe es für Privatkunden keine Negativzinsen - jedenfalls noch nicht. Zum andern fallen für Schließfach und Versicherung Kosten an. Geld ist also trotz Nullzinsen besser auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto aufgehoben.

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