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Bausparen im Praxistest

Stiftung Warentest untersucht Finanzierungsmodelle und Qualität der Beratungen

Von Dieter Nürnberger

Bei der Vermittlung von Bausparverträgen ist eines oft mangelhaft: die Beratung.
Bei der Vermittlung von Bausparverträgen ist eines oft mangelhaft: die Beratung. (picture alliance / CTK)

Ein Weg, um das eigene Heim zu finanzieren, ist der Bausparvertrag. Die zahlreichen Angebote dafür hat jetzt die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen und sich bei diversen Kreditinstituten beraten lassen. Ein Ergebnis: Zu oft kosten Baufinanzierungen die Kunden zu viel Geld.

Die Stiftung Warentest nannte das Ergebnis dieser Untersuchung von Bausparberatungen heute Vormittag "erschreckend". Von einer guten, einheitlichen und verlässlichen Beratung seien viele Bausparkassen weit entfernt.

Dabei waren die Vorgaben, die die Berliner Verbraucherinstitution ihren verdeckten Ratsuchenden mit auf den Weg gaben, vergleichsweise einfach. Eigentlich ein Stück weit Alltagsberatung: Ein Sparer brauchte 50.000 Euro für eine Immobilienmodernisierung. 10.000 Euro Eigenkapital waren schon vorhanden, sprich angespart worden und die monatliche Belastung sollte 400 Euro nicht übersteigen.

Ergebnis dieser Stichprobe: Jedes vierte Angebot wurde mit mangelhaft bewertet. Der Chefredakteur von Finanztest, Hermann-Josef Tenhagen, sagt, warum.

"Eine Beraterin der Deutschen Bank wollte dem Kunden sogar 750 Euro pro Monat sparen lassen. In nicht wenigen Fällen waren die festgelegten Bausparsummen um bis zu 10.000 Euro zu hoch. Denn die brauchte der Kunde gar nicht, da verdient nur die Bausparkasse. Außerdem: Die Landesbausparkassen Ost und Bayern sowie die Bausparkassen "Iduna" und "Deutscher Ring" ließen den Kunden viel zu lange sparen. Eigentlich wollte der in vier Jahren modernisieren. Bei der "LBS Bayern" ließen sie ihn bis zu zehn Jahre sparen. Noch schlimmer: Jede fünfte Baufinanzierung hätte den Kunden deutlich zu viel Geld gekostet."

Pro Bausparkasse wurden sieben verdeckte Beratungsgespräche geführt. Insgesamt wurden 22 Kassen unter die Lupe genommen. Oft fehlt es auch an elementaren Dingen einer guten Beratung: So wurde nicht immer ein Tilgungsplan ausgehändigt – der ist aber wichtig, damit man genau weiß, welche finanziellen Belastungen künftig entstehen. Und besonders verwirrend sei, dass der Kunde einfach Glück haben muss, um eine gute Beratung zu erhalten, auch wenn er zur gleichen Bausparkasse geht. Hermann-Josef Tenhagen:

"18 der 22 Bausparkassen leisteten sich mindestens einen Totalausfall – somit eine mangelhafte Beratung. Ein Symptom dafür: Manchmal benutzten Mitarbeiter derselben Bausparkasse unterschiedliche Computerprogramme für die gleiche Art einer Beratung. Da kann dann nicht das gleiche Ergebnis dabei herauskommen."

Licht und Schatten also bei der Bausparberatung: Nur vier der 22 untersuchten Kassen schnitten verlässlich und durchgehend mit "gut" ab. Das waren "Wüstenrot" sowie die Landesbausparkassen Bremen, Nord und Baden-Württemberg. Nur bei diesen Vieren ging keine einzige der sieben Beratungen daneben.

Wichtig sei generell eine gute Vor- und auch Nachbereitung solcher Beratungsgespräche, sagt Stefan Kühnlenz, er hat die Untersuchung geleitet.

"Gehen Sie im Gespräch auf wichtige Details selbst ein! Machen Sie beispielsweise klare Vorgaben für die Summe, den Zeitpunkt und die monatlichen Raten. Lassen Sie sich unbedingt ein Angebot mit einem Zahlungs- und Tilgungsplan erstellen. Und bereiten Sie das Gespräch sorgfältig nach: Dazu gehört, dass Sie mindestens zwei vergleichbare Angebote unterschiedlicher Bausparkassen einholen. Sie können die Angebote zudem von einer Verbraucherzentrale prüfen lassen."

Generell sei Bausparen im Prinzip durchaus eine gute Lösung für die Immobilienfinanzierung, so die Stiftung Warentest. Doch sollte das Angebot schon passgenau sein, sonst ziehe der Kunde den kürzeren, soll heißen, er zahlt drauf.

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