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StartseiteVerbrauchertippUnterwegs mit Rad und Bahn18.04.2018

BeförderungsbedingungenUnterwegs mit Rad und Bahn

Wer sein Fahrrad mit in die Bahn nehmen will, sollte sich vorher informieren. Denn es gibt Regionen, die zu bestimmten Stoßzeiten die Mitnahme von Rädern verbieten. Auch Eltern, die mit Fahrradanhänger unterwegs sind, müssen einiges beachten.

Von Iris Milde

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Auf einem Bahngelis im Hauptbahnhof München steht ein Regionalzug nach Nürnberg. (picture-alliance / dpa / Bernd Settnik M. C. Hurek)
In Regionalzügen ist es nicht nötig, sich einen Stellplatz im Fahrradabteil zu reservieren (picture-alliance / dpa / Bernd Settnik M. C. Hurek)

Barbara steht mit großem Rucksack und einem klapprigen Herrenrad vor dem Ticketautomaten am Dresdner Hauptbahnhof. Sie nimmt das erste Mal ein Fahrrad mit in den Zug.

"Ich habe einfach gefragt, weil ich keine Ahnung hatte, wie das funktioniert. Naja, jetzt weiß ich es. Zwecks Kartenkaufen."

Dann hastet sie zum Zug, denn an diesem Tag ist viel los.

"Ja, wenn nicht mache ich mir Platz, das geht schon."

Sie hat Glück. Gleich im ersten Wagen der Regionalbahn sind noch alle Fahrradstellplätze frei.

"Wenn Sie einen Zug haben, der aus mehren Wagen besteht, haben Sie meistens in der Zugmitte und nochmal an einem der Enden einen Bereich, wo Platz für Fahrräder ist. Es ist ja nicht hinter jeder Zugtür Platz für ein Fahrrad", sagt Christian Schlemper vom Verkehrsverbund Oberelbe.

Kinderwagen und Rollstühle haben Vorrang

Fahrradabteile erkennt man leicht an dem Fahrrad-Piktogramm außen am Wagen. Bei Fernzügen kann man sich am Gleis informieren. Dort befinden sich Pläne zur Wagenreihung. So kann man sich mit seinem Rad schon vor Einrollen des Zuges im entsprechenden Bereich postieren. In Regionalzügen und der S-Bahn sind meist sehr viele Fahrradstellplätze vorhanden. Eine Reservierung ist nicht nötig. Lediglich eine Fahrradfahrkarte, die in vielen Verkehrsverbünden dem ermäßigten Tarif entspricht. Beim Kauf hilft das Servicepersonal. Fahrradabteile sind aber auch für Kinderwagen und Rollstühle da und die haben Vorrang, so Christan Schlemper.

"Natürlich gibt es Stoßzeiten. Das ist gerade sonntags früh der Klassiker, wenn alle zum Fahrradausflug starten. Da ist es einfach voll. Da lohnt es sich zu überlegen, stehe ich vielleicht einfach eine Stunde früher auf und versuche, den zeitigeren Zug zu erwischen. Es gibt auch Regionen, wo es generell in der Hauptverkehrszeit verboten ist ein Fahrrad mitzunehmen, weil dann, wenn besonders viele Pendler unterwegs sind, ist einfach kein Platz für Fahrräder."

Solche Sperrzeiten gibt es zum Beispiel im Raum Stuttgart. Um sich aufwändiges Herumrangieren zu ersparen, sollte man sich mit anderen Radfahrern absprechen, wer wann aussteigen muss. Dann kann man die Räder gleich in der richtigen Reihenfolge aneinander lehnen. Größere Gruppen sollten sich von Vornherein auf mehrere Wagen aufteilen. Langfristiger planen muss man eine Reise mit dem Rad, wenn man Fernzüge nutzt. Dort gibt es weniger Stellplätze und es besteht Reservierungspflicht, sagt Andreas Fuhrmann von der Deutschen Bahn.

"Das variiert von acht Stellplätzen in unserem neuen ICE 4 bis hin zu 16 Stellplätzen verteilt über mehrere Wagen in Intercity oder Eurocity. Man sollte natürlich so früh wie möglich versuchen, seine Fahrkarte bzw. seinen Stellplatz für das Fahrrad zu reservieren. Es ist ja bis zu einem halben Jahr im Voraus möglich."

Auch Fahrradanhänger brauchen ein Ticket

Im innerdeutschen Fernverkehr kostet eine Fahrradkarte neun Euro, mit BahnCard sechs Euro. Wichtig für Eltern mit Kleinkindern: Auch der Fahrradanhänger braucht einen extra Stellplatz und eine Fahrkarte. Gepäck reist dagegen kostenlos mit.

"Man sollte halt, wenn man große Fahrradpacktaschen hat, sie vor dem Einsteigen abnehmen vom Fahrrad und separat einpacken. Und so zeigt die Erfahrung: Da ist am besten so eine Arbeitsteilung. Der eine kümmert sich um das Fahrrad, der andere kümmert sich um die Packtaschen. Und dann geht das schnell mit dem Ein- und Aussteigen."

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