Donnerstag, 14.12.2017
StartseiteSprechstundeMit Strahlen gegen den Krebs28.11.2017

BehandlungsformenMit Strahlen gegen den Krebs

Die Strahlentherapie ist neben Operation und Chemotherapie die wichtigste Behandlungsform bei Krebserkrankungen. Dass sich mittlerweile viele Krebserkrankungen dauerhaft heilen lassen, liegt auch an den immer besseren Möglichkeiten der Bestrahlung.

Von Renate Rutta

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Eine Frau wird liegend bestrahlt (picture alliance | dpa)
Eine Strahlentherapie ist örtlich begrenzt (picture alliance | dpa)
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"Es ist alles schon vorbereitet. Sie dürfen Ihr Handtuch auf den Tisch legen und sich dann auf den Rücken legen, wie jeden Tag und ich werde die Einstellungen jetzt vornehmen."

Anna T., Mitte 30, kommt seit mehr als fünf Wochen jeden Tag zur Bestrahlung in die Klinik für Strahlentherapie in die Klinik Köln-Merheim. Ihre Diagnose: Brustkrebs.

"Ich fahre jetzt den Tisch in die Position, die ich gleich in etwa so einstellen werde", sagt die leitende Medizinisch-technische Radiologieassistentin Nicole Jung.

Sie holt einen Stift mit einer speziellen Farbe für die Markierungen am Oberkörper der Patientin: "Ich zeichne Ihre Markierung heute auf der Haut wieder nach, weil sie ja immer wieder verblasst. Die Markierung ist wichtig, dass man die Lagerung bei der Bestrahlung gut nachvollziehen kann. Wichtig ist die Präzision, das heißt, wir müssen sie jeden Tag in die gleiche Lagerung, in die richtige Lagerung positionieren, damit die Bestrahlung auch immer an die gleiche Stelle kommt."

Anna T. legt ihre Arme nach oben, damit sie nicht im Bestrahlungsbereich sind, wenn ihre rechte Brust behandelt wird. Ein Medizinphysiker hat für sie einen individuellen Bestrahlungsplan erstellt.

"Wir bestrahlen einmal von innen schräg und von außen. So, jetzt mache ich das Licht aus, dann sehe ich unser Laserlicht von der Wand. Was meine Aufgabe jetzt ist, dass ich die Laserstriche deckungsgleich aufbringe mit den Markierungen auf der Haut. Was ich jetzt noch machen muss ist, den Bestrahlungskopf in die richtige Position bringen, dass wir auch von der Ebene einstrahlen können, die erforderlich ist laut Bestrahlungsplan."

Strahlentherapie gut vertragen

Nach einer letzten Kontrolle verlässt Nicole Jung den Raum. Die Patientin ist jetzt allein und wird über eine Kamera überwacht. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten.

"Bis gleich - ja - es geht jetzt los - ja."

Im Schaltraum bedient eine Kollegin von Nicole Jung nun das Bestrahlungsgerät von außen und überwacht über mehrere Monitore die Bestrahlung der einzelnen Bestrahlungsfelder.

"Die Bestrahlung ist zu Ende und Sie können die Arme schon mal runternehmen. Ich fahre den Tisch noch nach unten. Dann dürfen Sie aufstehen und haben es für heute geschafft."

Anna T. zieht sich im Umkleideraum wieder an und kommt zu einem Gespräch mit Dr. Eckhard Ingenhoff, er leitet die Klinik für Strahlentherapie.

"Rückblickend gesehen, wie haben Sie die Strahlenbehandlung vertragen?

"Ich würde sagen, super. Ich habe keine Beschwerden. Mir wurde gesagt, dass es vielleicht weh tun könnte, dass ich Verbrennungen haben kann oder dass die Brust größer wird. Ich habe eine ganz kleine Stelle unter der Brust, dadurch dass die Haut da reibt, aber das ist zu vernachlässigen."  

"Das sieht so weit in Ordnung aus und im Prinzip brauchen sie auf diese Stelle nur Lotion auftragen. Die Brust selber, haben Sie da Beschwerden? Oder im Bereich der Achselhöhlen?"

"Achselhöhle gar nicht, an der Stelle, wo die Brust operiert wurde, da ist es ein bisschen verhärtet, aber gar nicht, dass es von selber wehtut."

"Das würde sich nach der Strahlenbehandlung so peu a peu abschwächen. Aber prinzipiell haben Sie die Strahlenbehandlung gut vertragen - würde ich auch sagen."
 
In drei Monaten soll sie zu einer Kontrolluntersuchung in die Klinik kommen. Anna T. freut sich schon darauf, wenn sie In zwei Wochen wieder lange baden und saunieren kann.

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