Verbrauchertipp /

 

Beim Online-Shoppen ist die Garantie nicht garantiert

Internet-Anbieter müssen vom Hersteller autorisiert sein

Von Susanne Kuhlmann

Wer seine Espressomaschine online kauft, sollte sich vorher nach der Garantie erkundigen.
Wer seine Espressomaschine online kauft, sollte sich vorher nach der Garantie erkundigen. (AP-Archiv)

Ob Kaffeeautomat, Unterhaltungselektronik, Modelleisenbahn oder Füllfederhalter – wer beim Online-Händler einkauft, verliert oft die Herstellergarantie. Das gilt nicht nur für Produkte aus dem unteren Preissegment, sondern gerade auch für hochwertige Waren namhafter Hersteller.

"Die Garantie ist nicht garantiert."

Und zwar bei keinem Kauf, denn es handelt sich um eine freiwillige Leistung des Herstellers, sagt Rainer Gallus, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen. Im Unterschied dazu ist der Händler allerdings zur Gewährleistung verpflichtet, sollte ein Produkt fehlerhaft sein.

"Der Verkäufer muss dem Käufer eine gekaufte Sache mangelfrei verschaffen, deswegen im BGB solche Gewährleistungsrechte wie zum Beispiel Umtausch, Reparatur oder auch Preisminderung."

Die Herstellergarantie wird für einen Kunden dann wichtig, wenn die Gewährleistung nicht mehr greift, erklärt Georg Tryba, Sprecher der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

"Es kann passieren, dass ein Händler nach einem halben Jahr sagt, wenn ein Gerät kaputt ist: Lieber Kunde, beweise mir mal, dass der Fehler schon beim Kauf vorhanden war. Das kann man zumeist nicht, es sei denn, man hat sehr teure Gutachten. Das heißt, dann scheitert man, wenn man seine Gewährleistungsrechte in Anspruch nehmen will. Dann ist es nützlich, wenn man eine Garantie vom Hersteller hat, der dann die Reparatur übernimmt."

Was kaum ein Kunde weiß: Nicht bei jedem Einkauf bekommt er diese Herstellergarantie. Besonders häufig entfällt sie beim Einkaufen im Internet.

"Wer online shoppt, sollte aufpassen. Viele Hersteller verweigern ihre Garantie, sie kappen sie, wenn man beim falschen Händler einkauft. Es gibt das Beispiel Jura. Die geben eine 25-monatige Herstellergarantie auf ihre Kaffeeautomaten. Da kann das sein, wenn man bei Amazon einkauft, eine Jura-Maschine, dann ist diese Garantie futsch. Bei einem anderen Online-Händler dagegen hat man die Garantie."

Dasselbe ist den Verbraucherschützern bei Produkten anderer Markenhersteller wie Sony, Pioneer, Märklin oder Montblanc aufgefallen. Dahinter steckt der Wunsch der Hersteller, dass Händler, die ihre Produkte verkaufen, bestimmte Ansprüche erfüllen sollen. Welche das sein können, erläutert Rainer Gallus vom Handelsverband Nordrhein-Westfalen ebenfalls am Beispiel eines hochwertigen Kaffeeautomaten.

"Dann soll der Käufer natürlich im Geschäft, wenn er sich so einen Automaten anschaut, schon ein Gefühl für die Qualität entwickeln. Das heißt, der Händler ist daran interessiert, dass der Kunde sich auch im Klaren darüber ist, ob die Funktionen, die er von dem Automaten, dem Produkt erwartet, auch die richtigen für ihn sind. Und er muss dann das Schmuckstück auch bedienen können, pflegen können. Deswegen ist die Beratung, der Service, dieses Umfeld ganz wichtig. Das heißt, nur ein Händler, der die Kompetenz auch bieten kann, ist in den Augen des Herstellers geeignet, das Produkt im Sortiment zu führen."

Dieser Händler ist also vom Hersteller autorisiert, seine Produkte zu anzubieten – inklusive Herstellergarantie. Händler ohne Autorisierung können ihren Kunden die Garantie nicht bieten – egal ob sie über das Internet oder in einem Geschäft verkaufen. Dem Kunden bleibt nur eins, sagen Handelsverband und Verbraucherschützer Georg Tryba übereinstimmend:

"Es gibt nur einen Weg, um dieser Falle zu entgehen. Das heißt, man muss sich vor dem Kauf immer direkt an den Hersteller wenden und nachfragen, ob der Shop, bei dem man kaufen möchte, wirklich autorisiert ist und damit die Garantie da ist."

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