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Beim Taschengeld keine Spur von Krise

Verbraucher- und Medienanalyse junger Zielgruppen vorgestellt

Von Verena Kemna

1,85 Milliarden Euro Taschengeld: Kinder wissen meist genau, was sie wollen.
1,85 Milliarden Euro Taschengeld: Kinder wissen meist genau, was sie wollen. (AP)

Was Kinder mögen und womit sie sich beschäftigen – das interessiert. Schließlich sind sie bedeutende Konsumenten. Auch in diesem Jahr hat der Egmont Ehapa Verlag wieder das Medien- und Konsumverhalten von Kindern untersuchen lassen. Trotz Eurokrise bekommen Kinder heute soviel Taschengeld wie nie.

Etwa 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 13 Jahren sitzen gerne vor dem Computer und nutzen das Internet. Das Interesse daran ist seit Jahren gleichbleibend hoch. Inzwischen hat laut Studie auch jedes vierte Vorschulkind schon einmal den Computer der Eltern oder Geschwister benutzt. Dennoch, das Internet hat Bücher, Comics und Kinderzeitschriften nicht verdrängt. Fast jeder 6- bis 13-Jährige greift immer wieder zum bunten Magazin oder Buch. Für viele ist Lesen eine echte Freizeitbeschäftigung, Tendenz steigend, erklärt Ralf Bauer vom Egmont Ehapa Verlag:

"Wir stellen immer wieder fest, dass nach wie vor die Kinder sagen, dass sie in ihrer Freizeit ab und zu Zeitschriften und Bücher lesen. Der Anteil der Vielleser nimmt seit zwei Jahren um zehn Prozentpunkte zu. Also von 25 auf 35 Prozent."

Kinderzeitschriften sind bei dreiviertel der Jugendlichen beliebt. Laut Studie gibt es mehr als fünf Millionen regelmäßige Leser im Alter ab vier Jahren. Ganz oben auf der Liste stehen Disney, Micky Maus und Donald Duck. Mädchen und Jungen treffen sich in ihrer Freizeit gerne mit Freunden, Fernsehen, Musik hören und Fahrrad fahren sind gleichermaßen beliebt. Ein Trend fällt bei der Auftragsstudie des Berliner Comic und Jugendmagazinverlags Egmont Ehapa besonders auf. Kinder und Jugendliche in Deutschland haben noch nie so viel Taschengeld bekommen wie in diesem Jahr. Das durchschnittliche Taschengeld ist im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Somit stellen die Eltern der sechs- bis 13-Jährigen ihren Kindern monatlich etwa 27 Euro zur Verfügung.

"Ja, also es hat noch nicht die Dimension eines Eurorettungsschirms, aber wir bewegen uns bei den Kindern in Milliardensummen. Das Taschengeld hochgerechnet auf die gut 6 Millionen Kinder, die tatsächlich Taschengeld bekommen und das sind fast alle, da kommen wir auf eine Summe von 1,85 Milliarden Euro. Das ist schon eine beeindruckende Größe. Wenn man auch noch die Geldgeschenke dazu nimmt, die es zu Weihnachten oder am Geburtstag dazu gibt, dann ist es noch mal eine glatte Milliarde. Also das sind schon ganz ordentliche Summen, die da zusammen kommen."

Geld, das Kinder in der Regel in die Sparbüchse stecken, für Süßigkeiten, Zeitschriften, Essen, Trinken und Spielzeug ausgeben. Ob bei Sportschuhen, Rucksäcken, Kleidern oder bei Schokoriegeln und Cornflakes. Sechs- bis 13-Jährige wissen meist sehr genau, was sie wollen und die Eltern zeigen sich großzügig, sind bereit, die Wünsche ihrer Kinder zu erfüllen, meint Ralf Bauer vom Egmont Ehapa Verlag.

"Einzige Ausnahme ist der elektronische Bereich. Wenn es um´s Handy geht, um MP3-Player, da wollen die Kinder natürlich gerne das tollste, coolste Gerät haben und da wird es den Eltern dann doch zu teuer und dann wird nicht jeder Markenwunsch der Kinder auch tatsächlich erfüllt."

Immerhin besitzen über die Hälfte der etwa sechs Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland ein eigenes Handy, nur die wenigsten haben ein Smartphone.



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