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StartseiteInterview"Verbindungen zur AfD sind real"13.08.2016

Beobachtung der Identitären Bewegung"Verbindungen zur AfD sind real"

Der Rechtsextremismus-Experte Hajo Funke bescheinigt der Identitären Bewegung eine "antidemokratische Rhetorik der konservativen Revolutionäre aus der Weimarer Republik, die Vorbereiter der nationalsozialistischen Bewegung waren". Mit ihren Parolen stoße die Bewegung auch in Teilen der AfD auf Zustimmung, sagte Funke im DLF.

Hajo Funke im Gespräch mit Daniel Heinrich

Der Rechtextremismus-Experte Hajo Funke steht am 05.08.2015 in Berlin vor einer Bücherwand. (imago stock&people)
Der Rechtextremismus-Experte Hajo Funke (imago stock&people)
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Verbindungen zur AfD seien real. Hans-Thomas Tillschneider sei beispielsweise mitverantwortlich für den großen Beifall bei der islamifeindlichen Positionierung beim Parteitag am 1. Mai in Stuttgart. "Tillschneider steht dafür, als Abgeordneter im sachsen-anhaltinischen Landtag mit den Identitären zu kooperieren."

Die Identitäre Bewegung sehe "einen großen Austausch der ethnischen Substanz in Deutschland, der zur Zerstörung Deutschlands führt", sagte Funke. Die Bewegung rufe zum politischen Widerstandskampf aus. "Das ist schon die antidemokratische Rethorik der konservativen Revolutionäre aus der Weimarer Republik, die Vorbereiter der nationalsozialistischen Bewegung waren."

"Bewegung ohne Pegida und AfD nicht denkbar"

In Europa gebe es einige kleine hundert Gruppen der Identitären Bewegung, die ein Begleitphänomen der rechtspopulistischen und rechtsradikalen größeren Bewegung in Frankreich, Österreich und Deutschland sei. "In Deutschland ist sie so nicht denkbar ohne Pegida und AfD", sagte Funke. 

In Frankreich sei die Gruppe nach dem Verbot von neonazistischen Gruppen entstanden. Die österreichische Gruppe um Martin Sellner habe vor sieben Jahren noch Verbindungen zur Neonazigröße Gottfried Küssel unterhalten. "In Deutschland hat sich Sellner der Gruppe um Götz Kubitschek in dem sogenannten 'Institut für Staatspolitik' angeschlossen, dem auch Björn Höcke sehr zugetan ist", sagte Funke. Das Institut gilt als "Denkfabrik" der neuen Rechten.

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