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StartseiteComputer und KommunikationBesserer Anschluss per PC27.10.2007

Besserer Anschluss per PC

Microsoft will den PC zur Drehscheibe der Kommunikation machen

<strong>Seit Jahren gewinnt die Internettelefonie - das so genannte "Voice over IP", kurz VoIP - zunehmend an Boden und bereitet dem etablierten Festnetz harte Konkurrenz. Software-Riesen wie Microsoft, IBM oder der Netzwerkspezialist Cisco wollen sich dabei ihr Stück vom Kuchen sichern.</strong>

Von Armin Amler

Microsoft und IBM wollen die Internettelefonie mit Software vereinfachen. (QSC)
Microsoft und IBM wollen die Internettelefonie mit Software vereinfachen. (QSC)

So hat es Bill Gates zumindest dargestellt, als er zu begründen versuchte, warum auch im Büro jetzt kommunikationsmäßig alles anders werden soll:

"Wir haben Leute kürzlich befragt, was sie von ihrem Schreibtischtelefon halten. Und wir fanden heraus, einer von drei Befragten hat erfolgreich einen Telefonanruf weitergeleitet! Nun, das ist die einfachste Funktion, die Sie sich vorstellen können. Sogar noch weniger Leute kommen mit einer Konferenzschaltung zurecht. All die Knöpfe – das funktioniert einfach nicht."

In der Zukunft soll das alles mit Hilfe der Spracherkennung viel einfacher werden. Wer den neuen Kommunikations-Server benutzt, gibt nur noch den Befehl - und die Software führt die Schaltung aus. Eine Computerstimme erklärt, was gerade passiert und liest auch eingegangene E-Mails vor. Kein Tastendruck oder technische Computerkenntnisse sind mehr erforderlich. Der Benutzer kann die Stimme auch unterbrechen, um Zeit zu sparen. In englischer Sprache hört sich das so an:

"Eric Slett. Sie haben eine neue Voice Mail. E-Mail, eine ungelesene Nachricht von Rebec Lazlo. Titel: Fabricam. Kam gestern um 15.31 Uhr. Hallo, Eric. Ich bin den ganzen Tag über in Konferenzen. Bitte schick mir eine E-Mail, wenn Du Fabricam's Antwort auf unser Angebot hast. Danke."

So einfach, wie diese Kommunikation funktioniert, sollen auch Faxe empfangen, vorgelesen und abgeschickt werden können, Konferenzen mit mehreren Teilnehmern geschaltet, ohne dass eine technische Kenntnis der Computer- und Telefon-Funktionen nötig ist. Die Spracherkennung hat im Laufe der Jahre wesentliche Fortschritte gemacht. Aber es zeigt sich immer noch, dass es Mängel gibt, die zu überwinden sind. Trotzdem schienen die Konferenzbesucher in San Franzisko zu glauben, dass die Zeit gekommen ist, um diese Technik einzuführen. Microsoft ist nicht die einzige Firma, die sie anbietet. Cisco verfügt über jahrelange Erfahrungen auf diesem Gebiet, und auch IBM ist auf diesem Sektor aktiv. In der Industrie scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass es nötig sein wird, diese Software auch in Kombinationen erfolgreich anzuwenden. Cisco und Microsoft haben zum Beispiel beide eingeräumt, dass Konsumenten genau das zu tun beabsichtigen. Und dass sie auch wünschen, diese Technik per Handy von unterwegs zu benutzen. Bill Gates sagt, genau dahin werde der Trend gehen, wenn man erst einmal Erfahrung damit gesammelt hat, die Knöpfe und Tasten des Telefons im Büro und zuhause durch Software zu ersetzen.

"Wir sprechen nicht mehr nur von Telefongesprächen, denn in dem Augenblick, indem Software in der Mischung eine Rolle spielt, gehen die Möglichkeiten weit über das hinaus, woran man heute in Verbindung mit Telefonaten denkt."

Dazu gehört auch eine wesentlich bessere Tonqualität der Verbindungen als das, was man bisher vom Telefon gewohnt war. Aber wer in der Vergangenheit oftmals mit Skype oder ähnlichen Programmen gearbeitet hat, der weiß, dass die Tonqualität sehr unterschiedlich ist. Wenn sie zu wünschen übrig lässt, kann man auch davon ausgehen, dass die Computer-Software Probleme haben wird, die Befehle eines Benutzers korrekt zu verstehen und auszuführen.

"Beep ... beep ... beep ... Ich habe Sie "Good bye" sagen hören. Wollen Sie dieses Telefongespräch beenden? Nein."

Zweifellos wird mit der Einführung der neuen Technik integrierter Software-Lösungen im Büro und zuhause auch eine gleich bleibend gute Qualität der Telefon- und Internet-Verbindungen einher gehen müssen. Sonst könnte es passieren, dass das Gespräch zwischen Mensch und Computer, wie es sich mehr und mehr abzeichnet, frustrierender wird, als es aufgrund der technischen Internet-Möglichkeiten von heute sein muss. Bryan Martin, CEO des Wettbewerbers 8x8, der auch mit einer Video-Lösung daherkommt, sagt, es werde keinen plötzlichen Start geben:

"Ich denke, es ist mehr ein Marathon und kein Sprint, der Wechsel von den alten Wählern und Schaltern zur Internettechnologie. Es wird nicht in einem Vierteljahr oder zweien passieren. Wir wollen uns langfristig damit beschäftigen. "

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