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StartseiteVerbrauchertippLukrativ, aber nicht in jedem Fall20.06.2017

BetriebsrenteLukrativ, aber nicht in jedem Fall

Arbeitnehmer können derzeit bis zu 3.048 Euro pro Jahr vom Lohn in Beiträge für die Betriebsrente umwandeln. Wer sich für eine Betriebsrente entscheidet, sollte sich aber vorab genau informieren. Denn nicht für jeden ist dieses Vorsorgemodell die richtige Wahl.

Von Dieter Nürnberger

Demonstration für den Erhalt der Betriebsrente bei der Commerzbank. (dpa / picture alliance / Frank Rumpenhorst)
Die jährlichen Beiträge zur Betriebsrente sollte man nach Möglichkeit nicht monatlich, sondern vorab zahlen, rät Stiftung Warentest. (dpa / picture alliance / Frank Rumpenhorst)
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Arbeitnehmer können derzeit bis zu 3.048 Euro pro Jahr vom Lohn in Beiträge für die Betriebsrente umwandeln. Der Arbeitgeber zieht die Beiträge dann direkt vom Bruttolohn ab und zahlt sie in eine betriebliche Altersvorsorge ein. Weit verbreitet ist dabei die Form der Direktversicherung, hier wird auf einen externen Anbieter zurückgegriffen. Als Pluspunkt gilt, dass bereits am Anfang der Laufzeit eine Mindestverzinsung garantiert wird. Zudem ist diese Form der Betriebsrente für Arbeitnehmer und Arbeitgeber vergleichsweise unkompliziert, sagt Theodor Pischke von der Zeitschrift "Finanztest": 

"Weil sie einfach ist und weil sie die einzige Form der Betriebsrente ist, die der Arbeitgeber auch abschließen muss, wenn es im Betrieb kein anderes Angebot gibt. Auch wenn es nur einen einzigen Mitarbeiter betrifft. Wenn der das möchte, dann muss der Chef einen Vertrag abschließen - und zwar dann diese Direktversicherung."

Der Staat gibt Geld dazu

Diese Form der Betriebsrente per Entgeltumwandlung wird staatlich gefördert. Konkret: Auf die Beiträge müssen in der Regel keine Steuern und Abgaben gezahlt werden – zumindest bis zu einer bestimmten Summe. Das hört sich erst einmal lukrativ an, sagt der "Finanztest"-Experte, doch relativiere sich die Rechnung im Rentenalter: 

"Der Staat, beziehungsweise die Sozialversicherung, holt sich dann in der Rentenphase einen Teil dieser Förderung wieder zurück. Der Rentner muss seine Betriebsrente voll beim Finanzamt abrechnen und er muss auch, wenn er gesetzlich versichert ist, die vollen Krankenversicherungsbeiträge zahlen."

Renditen können gesteigert werden

Die Rendite aus einer Betriebsrente kann allerdings gesteigert werden, wenn der Arbeitgeber noch etwas dazu gibt. Viele Unternehmen beteiligen sich bereits jetzt mit einem Zuschuss zur Betriebsrente. Ab kommendem Jahr ist das sogar verpflichtend, sagt Theodor Pischke. Eine gute Nachricht:

"Zunächst muss der Chef mindestens 15 Prozent des Beitrags drauflegen, wenn es einen entsprechenden Tarifvertrag über die betriebliche Altersversorgung gibt. Ab 2019 gilt dies dann für alle Betriebe, auch für die, die nicht tarifgebunden sind. Und ab 2022 gilt es auch für bereits laufende Verträge - also für solche, die bereits vor zehn Jahren oder auch vor Neuregelung abgeschlossen worden sind."     

Welcher Direktversicherer letztlich in einem Unternehmen oder Betrieb zum Zuge kommt, entscheidet allein der Arbeitgeber. Die Stiftung Warentest hat 26 Anbieter untersucht. Wie hoch am Ende die Zusatzrente ausfällt, hängt auch davon ab, wie gut der Versicherer für seine Kunden wirtschaftet. Die höchsten garantierten Renten bieten beispielsweise die Anbieter "Europa" und "Interrisk", das kann im Vergleich zu schlechter bewerteten Anbietern pro Monat rund 25 Euro mehr Betriebsrente bedeuten.

Beiträge wenn möglich vorab zahlen

Das Fazit von "Finanztest"-Experte Theodor Pischke ist eher zurückhaltend:

"Angesichts der Belastungen mit Krankenversicherungsbeiträgen und auch der Steuerbelastungen, ist es eigentlich nur sinnvoll, wenn der Chef auch Geld dazugibt. Das gibt es schon jetzt in vielen Betrieben. Und die zweite Voraussetzung ist, dass er auch wirklich ein gutes Angebot raussucht. Eines, was eine gute Rente garantiert."

"Finanztest" empfiehlt zudem, wenn möglich, den Beitrag für die Betriebsrente jährlich vorab und nicht monatlich zu zahlen. Dank jährlicher Verzinsung bringe auch dies später ein paar Euro mehr.  

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