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StartseiteVerbrauchertippGeht nicht immer - aber immer öfter27.03.2017

Bezahlen mit dem SmartphoneGeht nicht immer - aber immer öfter

In immer mehr Geschäften in Deutschland kann der Kunde sein Handy zum Bezahlen nutzen. Es muss nur mit einem sogenannten NFC-Chip ausgestattet sein, der dann über Funk Kontakt zur Kasse des Ladens aufnimmt. Damit entfällt das mühsame Suchen nach Kleingeld - und das finanzielle Risiko hält sich bei einem Verlust des Handys in Grenzen.

Von Michael Voregger

Eine Frau bezahlt mit ihrem Smartphone. Das Gerät nutzt die NFC-Technik.  (imago / Westend61)
Bargeldlos bezahlen ist in immer mehr Geschäften möglich. (imago / Westend61)

In der Schlange vor der Kasse im Supermarkt nutzen viele Kunden die Wartezeit, um einen Blick auf das Smartphone und zu werfen und nach neuen Nachrichten zu schauen. Da ist es naheliegend, gleich mit dem Telefon auch seinen Einkauf zu bezahlen. In Deutschland gibt es inzwischen rund 80.000 Kassenterminals, die das möglich machen. Ronald Eikenberg ist Redakteur bei der Zeitschrift "c't":

"Es geht noch nicht überall, aber die Zahl der Geschäfte hat in den letzten Monaten stark zugenommen. Zum einen geht es überall da, wo ich mit Kreditkarte kontaktlos bezahlen kann. Das erkennt man an einem Symbol mit so Funkwellen – wenn man das einmal gesehen hat, dann erkennt man das sofort wieder. Darüber hinaus geht es in einigen Geschäften, die eine eigene App zum Bezahlen anbieten – das sind zum Beispiel Edeka, Marktkauf oder Netto."

Die Vorteile des Bezahlens per Telefon liegen auf der Hand. Das lästige Kramen nach Kleingeld entfällt, man muss keine Kredit- oder EC-Karte einstecken, und nicht mehr auf den Ausdruck zum Unterschreiben warten. Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW:

"Es gibt verschiedene Systeme – zum einen den NFC-Chip, also Near Field Communication. Sie nehmen also ihr Smartphone – hat im besten Fall den Chip schon integriert. Sie nehmen das Smartphone und halten es im geringen Abstand auf das Bezahlterminal und die Zahlung wird per Funk ausgelöst."

Das Handy muss zum Bezahlen angemeldet sein  

Damit das eigene Telefon zahlungsfähig wird, gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann sich bei einem Anbieter wie zum Beispiel Boon oder Vodafone anmelden und eine entsprechende App herunterladen. Das funktioniert dann wie eine digitale Brieftasche auf dem Smartphone. Die wird dann per Kreditkarte oder Banküberweisung aufgeladen. Diese Zahlungsmethoden funktionieren bei allen Kassenterminals mit NFC-Technologie. Bei den speziellen Apps für einzelne Supermärkte werden in der Regel die Bankdaten in der App hinterlegt und die Zahlungen erfolgen dann per Lastschrift vom eigenen Konto. Es gibt auch Bezahl-Apps, die nach dem Prepaid-Prinzip funktionieren und automatisch mit einem bestimmten Betrag wieder aufgeladen werden.

"Wir haben bei der NFC-Technologie eine Obergrenze von bis zu 25 Euro. Haben sie im Hintergrund eine Kreditkarte hinterlegt, sind die Verfügungen in unbegrenzter Höhe möglich – soweit die Karte es zulässt."

Geht auch mit einigen Kreditkarten

Allerdings muss der Kunde ab einem Kaufwert von 25 Euro die Transaktion entweder per Fingerabdruck oder mittels PIN-Nummer bestätigen. Smartphones sind Gegenstände des Alltags und gehen auch schon mal verloren. Das Risiko für unerwünschte Bezahlvorgänge ist aber beschränkt. Ronald Eikenberg:

"In der Regel ist es so, dass man haftbar ist bis 150 Euro. Wenn man den Verlust gemeldet hat und es dann noch zu Transaktionen kommt, ist man mit maximal 150 Euro dabei. Ganz wichtig ist eben, dass man den Verlust oder den Diebstahl sofort der Bank oder dem Kreditkarteninstitut zur Kenntnis bringt."

Der Kunde braucht ein Smartphone, dass die Nahfeldkommunikation beherrscht. Es ist ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken per Funk. Fast alle aktuellen Smartphones und Kreditkarten werden inzwischen mit passenden NFC-Chips ausgestattet – und sind deshalb für das kontaktlose Bezahlen vorbereitet.

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