Mauersplitter /

 

Biermann und Bohley im Deutschlandfunk "Große Skepsis und große Hoffnung in einer kleinen Menschenbrust"

Zu sehen sind Wolf Biermann (l.) und Ralf Hirsch (r.) am Grenzbahnhof Friedrichstraße in Berlin. Ihnen wird die Einreise nach Ostberlin verweigert.
Der aus der DDR ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann wurde am 4. November 1989 am Grenzbahnhof Friedrichstraße die Einreise nach Ostberlin verweigert. Er hatte für die dort stattfindende Demonstration ein Lied komponiert. (picture-alliance / dpa / Peter Kneffel )

24. Oktober 1989. In den 'Informationen am Morgen' stellt der Deutschlandfunk eine Live-Telefonschaltung zwischen dem in Hamburg lebenden Liedermacher Wolf Biermann und der Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley in Ost-Berlin her. Biermann war 1976 aus der DDR ausgebürgert worden.

Wolf Biermann: "Ach, Bärbel, es ist im Grunde wie immer - große Skepsis und große Hoffnung in einer kleinen Menschenbrust. Nun, ich glaube, euch geht es im Grunde nicht so ganz anders.

Bärbel Bohley: "Du, eigentlich geht's mir wirklich ganz schön viel anders. Ich habe natürlich genau in dieselben Leute, in die du das Misstrauen hast, da hab ich das auch. Aber weißt du, wenn Leute auf die Straße gehen, in die habe ich ein ganz großes Vertrauen, dass die sich nicht tot reden lassen, dass die eigentlich ganz genau wissen, was Dialog ist. Und was da zur Selbstkritik gehört. Und dass dazu gehört, dass du auf unserer Demo am Vierten singen kannst."

Wolf Biermann: "Na, du hast ja tolle Pläne!"

Bärbel Bohley: "Wenn Selbstkritik da sein sollte, dann muss das möglich sein, dass du hier für uns singst."

Wolf Biermann: "Ich möchte so gerne bei euch sein und singen oder Handstand machen, das ist mir egal. Auf jeden Fall bei euch sein!"

Bärbel Bohley: "Am Vierten, Wolf!"

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Audiobeitrag laden