• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
Seit 16:30 Uhr Nachrichten
StartseiteWirtschaft und GesellschaftBASF kämpft mit niedrigem Ölpreis26.02.2016

Bilanz des ChemiekonzernsBASF kämpft mit niedrigem Ölpreis

Der niedrige Ölpreis und ein schwächeres Wachstum in China machen dem weltgrößten Chemiekonzern BASF zu schaffen. Das Jahr hat verhalten begonnen. Als Konsequenz kürzt das Unternehmen aus Ludwigshafen seine Investitionen - und die Boni für seine Mitarbeiter.

Von Brigitte Scholtes

Fahnen mit der Aufschrift BASF in Ludwigshafen vor dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)
Fahnen mit der Aufschrift BASF in Ludwigshafen vor dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)
Mehr zum Thema

Gas BASF und Gazprom gehen Tauschgeschäft ein

Quartalsbilanz von BASF Bescheidene Aussichten

Die Rahmenbedingungen für BASF bleiben schwierig. Schon im vergangenen Jahr hatten die niedrigen Rohstoffpreise, vor allem der Einbruch beim Öl, den operativen Gewinn der BASF um ein knappes Fünftel gedrückt auf knapp 6,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben sogar nur knapp vier Milliarden Euro übrig, das war sogar fast ein Viertel weniger.  Diese besonderen Bedingungen dürften auch im laufenden Jahr bleiben, sagt BASF-Chef Kurt Bock:

"Sollte der Ölpreis auf dem Niveau 30 verharren, und zwar im Durchschnitt, dann hat das sicher nochmal Auswirkungen auf das Ergebnis der BASF, und dann wird es außerordentlich schwierig sein, diese dann fehlenden Erträge auf der Öl- und Gasseite, die ja unmittelbar und direkt kommen, das wird sofort abgerechnet, durch höhere Margen und Erträge auf der Chemieseite auszugleichen."

Der Verfall der Ölpreise, wenn auch aktuell wieder etwas gestoppt, führe aber zu Attentismus bei den Kunden. Das zeige sich im Auftragseingang, sagte der BASF-Chef.

Weniger Boni für Mitarbeiter

Neben den niedrigen Ölpreisen drücken den Ludwigshafener Chemiekonzern auch die schwierigere Lage in den Schwellenländern, vor allem in China. Deshalb kürzt das Unternehmen im laufenden Jahr seine Investitionen um ein Fünftel  auf 4,2 Milliarden Euro. Die Boni an die Mitarbeiter werden geringer ausfallen, die richteten sich nach der Gesamtkapitalrendite, die gesunken sei, sagte Bock. Die Aktionäre aber dürfen sich auf eine Dividende von 2,90 Euro je Aktie freuen, zehn Cent mehr als im Vorjahr. Auch dafür gebe es klare Regeln, erläuterte Bock:

"Die Dividende ist hoch gegangen, weil wir eine klare Policy auch haben, auch hier klare Regeln eben. Natürlich ist das Ergebnis nicht dorthin gekommen, wo wir es gerne gehabt hätten, aber nach unserer Einschätzung ist es absolut vertretbar, die Dividende um 10 Cent zu erhöhen. Es ist übrigens auch das, was die Aktionäre große modo erwartet haben, und das sind nun mal die Eigentümer des Unternehmens, damit muss man sich auch mal auseinandersetzen, was wollen die eigentlich von uns? So ist dann eben die Entscheidung ausgefallen."

Aufspaltung in drei Gesellschaften

Durch den geplanten Zusammenschluss der amerikanischen Wettbewerber Dow Chemical und Dupont wird BASF vom ersten Platz weltweit verdrängt, zeitweise jedenfalls, denn nach der Fusion will sich der neue Chemieriese wieder in drei Gesellschaften aufspalten. BASF-Chef Bock will sich von dem Übernahmefieber aber offenbar nicht anstecken lassen, man bleibe beim integrierten Ansatz, beim Verbundkonzept.

Chancen aber werden die Ludwigshafener ergreifen, wenn es sich lohnt. Das untersuchen sie gerade im Iran, warum der nach dem Fall der Sanktionen interessant sein könnte, erklärt der BASF-Chef so:

"Da müssen Sie sich vor Augen führen, dass der Iran natürlich ein sehr rohstoffreiches Land ist, dritt- oder viertgrößter Reservenhalter für Öl und Gas. Es sind 80 Millionen Menschen, gut ausgebildet, es gibt eine Industrie. Es gibt auch Nachbarländer, die Märkte sind, beispielsweise Indien, und es gibt grundsätzlich die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe. Und das muss man sich dann im Einzelnen anschauen, ob sich daraus tatsächlich etwas ergeben könnte. Es wird Sie jetzt nicht verwundern, dass, wenn so ein Land sich öffnet, ein Unternehmen wie die BASF sich auch grundsätzlich Gedanken macht, ob das attraktiv sein könnte."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk