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Biolebensmittel sind kaum gesünder als konventionelle

Studie der amerikanischen Stanford-Universität

Von Georg Ehring

In Deutschland ist der Umsatz mit Biolebensmitteln im vergangenen Jahr um neun Prozent gestiegen.
In Deutschland ist der Umsatz mit Biolebensmitteln im vergangenen Jahr um neun Prozent gestiegen. (Stock.XCHNG / Maciej Lewandowski)

Biolebensmittel sind nicht per se gesünder als konventionell produziertes Gemüse, Obst oder Getreide. Das haben Forscher der US-amerikanischen Stanford-Universität in der bisher größten Studie zu diesem Thema herausgefunden.

Die Datenmengen sind beeindruckend: Ein Wissenschaftlerteam um die US-Forscherin Dana Bravata von der Universität Stanford sichtete Tausende von Studien, analysierte mehr als 200 von ihnen und fand fast nichts. Genauer gesagt: Die Forscher fanden kaum Hinweise für gesundheitliche Vorteile von Biolebensmitteln verglichen mit konventionellen.

Nur in einem Punkt sind Ökoprodukte klar besser als solche aus herkömmlicher Produktion: Sie enthalten im Schnitt weniger Pflanzenschutzmittel und Medikamenten-Rückstände. Solche Substanzen sind im Bio-Landbau nur selten erlaubt, allerdings kommt es immer wieder vor, dass Rückstände etwa von benachbarten Feldern herüberwehen und ihren Weg in Öko-Produkte finden.

In Bezug auf andere wichtige Fragen konnten Bio-Lebensmittel dagegen nicht punkten: Der Nährstoffgehalt ist weitgehend identisch, Eiweiß und Fett etwa sind gleich verteilt, auch beim Vitamingehalt gab es keine Unterschiede. Bei den Spurenelementen wurden die Forscher immerhin beim Phosphor fündig - allerdings sind die Menschen meist gut mit Phosphor versorgt, sodass der höhere Gehalt der Bio-Waren daran keinen gesundheitlichen Vorteil bringt. Häufig stießen die Forscher auf Berichte über gesundheitsschädliche Bakterien in Lebensmitteln - allerdings in gleichem Ausmaß in herkömmlichen und in ökologisch erzeugten Produkten.

Wenig überraschend ist deshalb, dass der Konsum von Bio-Lebensmitteln die Gesundheit der Verbraucher nicht zu beeinflussen scheint - die geprüften Studien ergaben jedenfalls keine Hinweise darauf. Wobei gerade hier die Datenlage noch schlecht ist, aussagefähige Langzeitstudien haben die US-Forscher gar nicht erst finden können.

Bio-Lebensmittel erobern trotzdem in vielen Ländern der Welt immer größere Marktanteile. In Deutschland ist Umsatz damit im vergangenen Jahr um neun Prozent auf über sechseinhalb Milliarden Euro gewachsen.

Die Hoffnung auf gesundheitliche Vorteile ist freilich nicht der einzige Grund, Öko-Produkte zu konsumieren. Vielen Menschen schmecken sie einfach besser, außerdem schont der Verzicht auf künstliche Düngung und auf Pestizide die Umwelt, auch die Standards für den Umgang mit Nutztieren sprechen für die Öko-Landwirtschaft.



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