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BiologieForscher entdecken neuen Kommunikationskanal zwischen Zellen

Hausmäuse (imago/Anka Agency International)
Unter anderem bei Mäusen wurden die sogenannten "Arc"-Gene untersucht. (imago/Anka Agency International)

Im Erbgut von Mensch und Tier sind viele Gene enthalten, die ursprünglich aus Viren stammen. Viele davon sind funktionslos, doch bei einem haben zwei Forscherteams, unabhängig voneinander, eine unerwartete Funktion beobachtet: Es dient der Kommunikation zwischen Zellen.

Dieses Gen enthält den Bauplan eines Proteins namens Arc. Und es kann sich mit anderen Arc-Proteinen zusammenlagern, um sogenannte Kapside zu bilden. Das sind Hohlkörper vergleichbar mit der Außenhülle eines Virus.

Im Inneren der Arc-Kapside können RNA-Sequenzen mit Bauanleitungen für weitere Proteine eingefangen werden. Die Kapside werden sogar in Vesikeln, das sind abgeschnürte Zellmembranblasen, an andere Zellen weitergegeben.

Das Ex-Virus eröffnet demnach mit seiner Transportfähigkeit einen bisher unbekannten Kommunikationskanal zwischen Zellen, unter anderem zwischen Neuronen im Gehirn. Gleich zwei Studien im Fachmagazin Cell beschreiben diese Zusammenhänge. Bei der einen untersuchten Forscher die Arc-Gene von Mäusen, bei der anderen die von Taufliegen.

Diese Nachricht wurde am 13.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.