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Seit 19:05 Uhr Zur Diskussion
StartseiteVerbrauchertippWildblumenwiese statt englischer Rasen04.08.2017

Biotop im eigenen GartenWildblumenwiese statt englischer Rasen

Es muss nicht immer der englische Rasen sein: Eine Wildblumenwiese kann eine umweltfreundliche und pflegeleichte Alternative sein. Denn zum einen bietet sie vielen Insektenarten Heimat und Nahrung, und zum anderen muss man sie seltener mähen. Wer umsteigen möchte, sollte allerdings vorab einiges beachten.

Von Viola Gräfenstein

Eine Blumenwiese in Saint-Christophe in der Normandie (Frankreich) (picture alliance / Franz-Peter Tschauner)
Wer eine Wildblumenwiese anlegen möchte, muss den Vermieter nicht fragen. (picture alliance / Franz-Peter Tschauner)
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Katharina Sanders möchte für ihre Enkel eine bunte Blumenwiese anlegen. Dafür hat sie eine bestimmte Ecke in ihrem Garten vorgesehen.

"Das ist wunderschön für meine Enkel, sie lernen dann einfach in der freien Natur Hummeln kennen, Schmetterlinge."

Für die Insekten sind Streuwiesen eine gute Ergänzung zu den wenigen Blumenwiesen, denn natürliche Standorte wie Auwälder, Magerrasen oder Hecken mit vielfältigem Nahrungsangebot für Insekten werden seit Jahren weniger. Birgit Königs vom NABU NRW sieht noch andere Vorteile von Wildblumenwiesen:

"Es ist tatsächlich so, dass man sie weniger mähen muss im Jahr, ein bis zweimal reicht da komplett aus, sie sind schön bunt, und bieten damit nicht nur einen schönen Anblick sondern liefern Nahrung für viele Tierarten, die auf bunte Blumenwiesen angewiesen sind und sie sehen natürlich auch immer hübsch aus."

Richtige Bedingungen schaffen

Damit der Blumenteppich zum bunten Insektentreff werden kann, müssen dafür allerdings die richtigen Bedingungen herrschen. Zunächst sollte die Größe der Fläche gemessen werden. Denn davon hängt ab, wie viel Saatgut man benötigt. Für die Neuanlage einer Blumenwiese im Frühjahr reichen fünf bis zehn Gramm Saatgut pro Quadratmeter. Außerdem wichtig:

"Wenn Sie so eine Blumenwiese anlegen wollen, dann ist wichtig, dass man tatsächlich auf heimisches und standorttypisches Saatgut nach Möglichkeit zurückgreift, weil das dann auch tatsächlich den Tieren hilft, die auf so einer Wiese leben, die sind an diese Pflanzenarten, die heimisch sind, angepasst, bei Arten, die aus Nordamerika kommen oder gefüllten Blumenarten, da haben die Tiere in der Regel wie Insekten, wie Hummeln, Bienen, die haben da nichts von. Die finden da keine Nahrung."

Wildblumen per Mausklick

Erhältlich ist ein gebietsheimisches Wildpflanzensaatgut beim Regiosaatanbieter oder beim Landwirt um die Ecke, der eine bunte Wiese hat. Wer es unkompliziert mag, kann ökologisch produzierte Sämereien auch über den Online-Handel beziehen. Je nach Wildblumenmischung kosten dort 100 Gramm zwischen vier bis 10 Euro:

"So eine gute Mischung, die abgepackt ist, so eine typische Glatthaferwiese mit Hahnenfuß, mit Wiesenboxbart mit Flockenblumen und Glockenblumen, das sind zwei verschiedene Arten, da haben Sie eigentlich für jede Tierart das Passende dabei."

Zu viele Nährstoffe können schädlich sein

Und dafür sollte dann auch der Boden stimmen, denn jede Region innerhalb Deutschlands hat eine eigene Bodenbeschaffenheit. Generell sollte die Erde für Blumenwiesen nicht zu nährstoffreich sein.

"Man kann, je nachdem wie schwer der Boden auch ist, kann man natürlich auch ein bisschen Sand beimischen, weil das schneller ausmagert, wenn man den Boden bearbeitet hat, das Saatgut aufgebracht und leicht angedrückt hat, das geht mit Brettern oder Walzen, dann muss man das vier bis sechs Wochen lang auch feucht halten, damit die Saat auch aufgeht."

Wer einen Garten gemietet hat, kann ihn bepflanzen, wie er möchte. Nachbarn müssen nicht erst gefragt werden. Allerdings muss man den Garten eines Mietobjektes in den alten Zustand zurückversetzen, sobald man auszieht. Um Ärger mit dem Nachbarn zu vermeiden, wie zum Beispiel beim Anpflanzen von Wildblumen mit Löwenzahn, deren Samen sich durch die Pusteblumen überall schnell verbreiten, rät Brigitte Königs:

"Man wartet nicht unbedingt so lange, bis der Löwenzahn richtig fruchtet, sondern guckt, dass man ihn vorher abzupft oder mäht tatsächlich."

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