Die Nachrichten

Letzte Sendung hören:22:00 Uhr Nachrichten
schliessen

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

 
 
 
Nachrichten   
 
0:00
 
 
 
 

Blick in die Zeitungen von morgen

28. April 2017Blick in die Zeitungen von morgen

Die FDP ist Kommentarthema und natürlich ihr neuer, alter Vorsitzender Christian Lindner - und damit sind wir auch schon mitten im Thema.

"Die FDP ist wieder da", schreibt zum Beispiel das MINDENER TAGBLATT:

"Zumindest versteht sie es recht erfolgreich, diesen Eindruck zu erwecken. Vor allem dem ebenso rührigen wie smarten Christian Lindner an der Parteispitze gelingt es, dem modernen Liberalismus nicht nur Präsenz, sondern auch ein Gesicht zu geben: seins."

Genau das ist nach Ansicht der NORDWEST-ZEITUNG aus Oldenburg aber ein Problem:

"Lindner ist zurzeit - abgesehen vom Altvorderen Wolfgang Kubicki - der einzige Liberale mit bundespolitischer Bedeutung."

Die LAUSITZER RUNDSCHAU sieht noch eine weitere Schwierigkeit:

"Ein echtes eigenes Thema hat die Partei nicht. Das eine Hauptanliegen, der Erhalt der Bürgerfreiheiten, hat es in Zeiten des Terrorismus schwer. Und für ordoliberale Rezepte in der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist auch gerade keine gute Konjunktur. Davon hat es in der Vergangenheit nämlich eher zu viel gegeben, was die Gesellschaften gespalten und dem Ruf nach Renationalisierung Vorschub geleistet hat. Jetzt ist eher sozialer Ausgleich angesagt."

Der TRIERISCHE VOLKSFREUND folgert:

"Für die FDP, so gut sie sich auch vorbereitet hat, wird es also sehr schwer im Herbst. Wenn der Wiedereinzug in den Bundestag nicht klappt, wird es sogar existenziell. Denn zweimal wird auch Lindner eine solche Kraftanstrengung nicht schaffen."

Ein weiteres Thema in den Pressestimmen ist die Festnahme des terrorverdächtigen Soldaten, der sich als Flüchtling ausgegeben hat. Dazu die Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

"Wenn der Staat Syrer mit guten Gründen vor Krieg und Elend retten will, dann sollte er sich vergewissern, ob es auch Syrer sind, die Schutz begehren. So schwer ist das nicht; jedenfalls sollte eine bloße Behauptung überprüfbar sein und auch widerlegt werden können. Ja, dieser Fall ist seltsam. Aber er ist trauriges Beispiel für ein grundlegendes Versagen bei der Erfüllung elementarer staatlicher Aufgaben."

Die STUTTGARTER ZEITUNG wendet ein:

"Dass die Bundeswehr, solange es keinen begründeten Verdacht gibt, nicht erschnüffelt, was ihre Angehörigen in der Freizeit machen, ist kein Fehler, vielmehr ein großer Fortschritt gegenüber DDR und Nazireich. Dass der Staat nicht alle Bediensteten darauf abklopft, ob sie im Inland einen Asylantrag gestellt haben, ist kein Versäumnis, sondern entspringt gesundem Menschenverstand. Wenn ein des Arabischen nicht mächtiger Staatsdiener damit durchkommt, als angeblich asylsuchender Syrer Leistungen für Flüchtlinge zu erschwindeln, dann läuft im deutschen Asylverfahren etwas total schief. Das zu untersuchen und konsequent zu ändern - darum muss es jetzt politisch gehen."

Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe fordern deshalb:

"Bund und Länder müssen ihre bisherigen Formen der Zusammenarbeit zur Terrorabwehr auf den Prüfstand stellen. Terroristen scheren sich nicht um Ländergrenzen. Die Organe, die den Terror bekämpfen, sollten es auch nicht tun."

Und die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG kommt zu dem Schluss:

"Fehler passieren, gleichgültig, wie gut Gesetze sind. Und: Der beste Schutz gegen Terror ist und bleibt fähiges Personal in ausreichender Stärke."