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22. Juni 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Es geht um Geld und es geht um Bildung - beim zweiten Thema sogar um beides. Zunächst aber nach Griechenland, das ja vor dem Abschluss der europäischen Hilfsprogramme steht.

Grundschüler während einer Unterrichtsstunde (imago/photothek)
Grundschüler während einer Unterrichtsstunde (imago/photothek)

Die F.A.Z. sieht den Fall exemplarisch:

"Er zeigt recht anschaulich, wozu die EU in der Lage ist und wozu nicht. Die Überschuldung dieses kleinen Landes war Ausgangspunkt der bisher schwersten Krise der Union; sie hätte die Gemeinschaftswährung um ein Haar zum Scheitern gebracht. Dass dieses Kapitel nach neun langen Jahren (fürs Erste) abgeschlossen werden kann, war nur möglich, weil alle Beteiligten sich am Ende doch für Zusammenarbeit entschieden haben. Die Griechen nahmen Reformen in ihrem Land vor, die anderen Europäer liehen ihnen Geld."

"Falsch wäre es indes", warnen die STUTTGARTER NACHRICHTEN...

"... über den Erfolg den Preis zu vergessen. Da sind die 274 Milliarden Euro, die Griechenland schon bekommen hat, noch der kleinere Posten. In den Sternen steht, welche Folgen es haben wird, dass die EZB die Geldmenge in beispielloser Weise aufgebläht hat. Gesellschaftspolitisch steckt darin gewaltige Sprengkraft."

Auch wenn dem Thema in der Politik große Bedeutung beigemessen wird - weitaus häufiger kommentiert wird der Bildungsbericht. Ein Ergebnis: Soziale Herkunft ist noch immer entscheidend für einen Erfolg.

Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle findet es "alarmierend"...

"... dass die Autoren nun davor warnen, dass die ohnehin große Kluft zwischen Bildungsgewinnern und Verlierern zu wachsen droht."

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU dringt auf schnelles Handeln:

"Wie viele Berichte und Studien muss es eigentlich noch geben, bis Politikerinnen und Politiker endlich die Defizite in Kindergärten, den unterschiedlichen Schulformen und Universitäten beseitigen? Spätestens der Pisa-Schock zu Beginn der Nuller Jahre hat gezeigt, wie sehr das deutsche Bildungsystem im internationalen Vergleich hinterherhinkt. Seither haben immer neue Untersuchungen auf zusätzliche Missstände hingewiesen - so wie jetzt der Bildungsbericht. Die Politik reagiert darauf, aber nie schnell genug und schon gar nicht ausreichend."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG zählt auch Positives aus dem Papier auf:

"Erfreulich ist vor allem, dass sich immer mehr Menschen bilden, und das bis ins hohe Alter hinein. Zudem steigt der Anteil der Schulabsolventen mit Abitur. Auch haben nicht alle, aber viele deutsche Schüler in den internationalen Leistungsvergleichen aufholen können. Überdies bleibt die duale Ausbildung ein Erfolgsmodell."

Die KÖLNISCHE RUNDSCHAU verweist darauf, dass sich die Ausgangslage geändert hat:

"Deutschlands einzig verlässlicher 'Rohstoff' ist die Bildung, die in Zeiten der digitalen Revolution noch einmal drastisch an Bedeutung gewonnen hat. Der Bedarf wächst, nicht nur für Kinder und Jugendliche, auch bei Erwachsenen. In einer zunehmend schnelllebigen Zeit kann es sich ein hoch technisiertes Land schlicht nicht leisten, über eine hohe Zahl schlecht ausgebildeter Menschen zu verfügen, wenn es seinen Wohlstand halten will. Die Investition in Kitas, Schulen, Universitäten und die Erwachsenenbildung ist eine in die Zukunft."