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Blick in die Zeitungen von morgen

26. Juni 2017Blick in die Zeitungen von morgen

Es war einmal ein Minister von der Union, der sagte: "Die Rente ist sicher." - Norbert Blüm ist längst selbst im Ruhestand, das Thema aber aktueller und umstrittener denn je. "Altersarmut", heißt das Stichwort.

Nahaufnahme der Hand einer alten Frau, die ein paar Münzen zählt. (imago stock&people)
Nahaufnahme der Hand einer alten Frau, die ein paar Münzen zählt. (imago stock&people)

Die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz vermisst eine zündende Idee:

"Im Großen und Ganzen sehen die Rezepte der Politik in Sachen Rentenstabilität nicht nach großem Wurf aus, eher nach Durchwursteln mit Aufwallungen in Wahlkämpfen, nach Hoffen auf eine gute Konjunkturlage mit hohem Beitragsaufkommen."

Die LAUSITZER RUNDSCHAU wirft einen Blick auf die Zahlen:

"Demnach fuhr die Rentenkasse 2016 ein Minus von 2,2 Milliarden Euro ein. Das ist für sich genommen noch kein Problem. Denn die Rentenversicherung verfügt derzeit über Rücklagen von mehr als 30 Milliarden Euro. Aber der Trend ist klar: In einer alternden Gesellschaft werden sich die Rentenausgaben zwangsläufig weiter erhöhen."

Angesichts einer neuen Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zu diesem Thema bemerkt die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen:

"Der Verdienst der Studie ist es, den Blick mitten im Wahlkampf darauf zu lenken, dass viele der diskutierten Vorschläge den Trend zu steigender Altersarmut überhaupt nicht umdrehen können. Ganz einfach deswegen nicht, weil sie sich gar nicht mit den Risikogruppen beschäftigen: Menschen ohne Berufsausbildung, Langzeitarbeitslose - und alleinstehende Frauen."

Die MITTELBAYERISCHE ZEITUNG aus Regensburg zieht folgendes Fazit.

"Man kann darüber streiten, ob in 20 Jahren wirklich jeder fünfte Ruheständler in Altersarmut wird leben müssen. Das Thema jedoch mit vielen Worten zu beschweigen, wie es die Union derzeit tut, geht gar nicht."

Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, dass Wahlkampf ist, kann dies spätestens an der Auseinandersetzung um die jüngsten Äußerungen des SPD-Kanzlerkandidaten Schulz erkennen. Der meinte, Bundeskanzlerin Merkel begehe einen "Anschlag auf die Demokratie". Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint:

"Es ist immer wieder erstaunlich, wie leicht es die SPD der Kanzlerin macht. Der Parteitag von Dortmund sollte den Genossen zu neuem Schwung verhelfen – nach dem Absturz in den Umfragen wäre der auch dringend nötig. Doch Martin Schulz ist es gelungen, mit einem einzigen Satz zu bewirken, dass schon am Tag danach kaum noch jemand über das austarierte Programm der SPD und die Defizite der CDU spricht."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fragt sich:

"Was sollen Schulz und seine Genossen auch tun? Auf soziale Gerechtigkeit zu setzen, zündet nicht, weil es den Menschen gut geht. Die Union sollte Schulz ruhig etwas schärfer reden lassen, ohne gleich Majestätsbeleidigung zu beklagen. Immerhin kommt der Wahlkampf so ein wenig in Schwung."

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU beklagt eine verpasste Chance:

"Jetzt kann sich die Union ohne Schwierigkeiten als Opfer inszenieren und variiert mit Genuss das Thema 'Wer schreit, hat unrecht'. Doch über die berechtigte Kritik, die hinter dem Ausfall des SPD-Kandidaten steht, redet so gut wie niemand."