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22. April 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Andrea Nahles ist von einem Sonderparteitag zur neuen Vorsitzenden der SPD gewählt worden.

Die neue SPD-Vorsitzende Andrea Nahles (Michael Probst{AP/dpa)
Die neue SPD-Vorsitzende Andrea Nahles (Michael Probst{AP/dpa)

Dazu schreibt die Zeitung NEUE WESTFÄLISCHE aus Bielefeld:

"Der 22. April ist ein historischer Tag für die älteste Partei Deutschlands. Zum ersten Mal wird die SPD von einer Frau geführt.

Die NEUE OSNBRÜCKER ZEITUNG überlegt, wie groß Nahles Rückhalt in der Partei ist:

"Mit einer Mehrheit von lediglich 66 Prozent schickte die Basis sie auf das Himmelfahrtskommando zur Rettung der Sozialdemokratie. Von einer starken Beziehung zwischen Parteivolk und Chefin kann kaum die Rede sein."

Der MANNHEIMER MORGEN wertet das Ergebnis so:

"Wenn ein Drittel der Delegierten bereit ist, einen absoluten Nobody wie Simone Lange an die Spitze zu wählen, ist das ein Zeichen einer tiefen Identitätskrise."

Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg konstatiert:

"Die 66 Prozent für Andrea Nahles sind wenigstens ehrlich. Es ist kein besonders großer Vertrauensvorschuss, aber auch keine Misstrauenserklärung."

Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg vermutet:

"Auch ohne Gegenkandidatin wäre Andrea Nahles kaum über 70 Prozent der Stimmen gekommen. Sie ist keine neue Heilsbringerin."

Die STUTTGARTER ZEITUNG meint:

"Das Ergebnis dieser ersten Wahl kann Nahles egal sein, denn es bewertet die Vergangenheit. Viel wichtiger ist das Ergebnis in zwei Jahren - wenn sie es bis dahin schafft."

Die MITTELBAYERISCHE ZEITUNG aus Regensburg hält fest:

"Vor Nahles liegt das Kunststück, der ziemlich abgestraften, verunsicherten Partei neues Profil und neue Schlagkraft zu verleihen. Und dies alles noch unter den Bedingungen des Mitregierens in der ungeliebten GroKo. An dieser Herkulesaufgabe sind schon einige Vorsitzende vor ihr kläglich gescheitert."

Die Zeitung RHEINPFALZ aus Ludwigshafen ist zuversichtlich:

"Andreas Nahles hat das Zeug, die SPD zu erneuern und wieder regierungsfähig zu machen. Und sie hat noch einen weiteren Trumpf: Angela Merkels Abschied aus der CDU-Spitze und als Kanzlerin ist absehbar."

Die Zeitung DIE WELT ärgert sich:

"Der Umgang des SPD-Establishments mit Simone Lange war wenig souverän. Es wäre Andrea Nahles kein Zacken aus der Krone gebrochen, hätte sie sich mit ihr getroffen. Etwas generöser hätte man Lange sehr wohl begegnen können."

Auch der RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz missfällt dieser Umstand:

"Nahles hat sich selbst keinen Gefallen damit getan, indem sie Herausforderin Simone Lange in ihrer Rede völlig ignoriert hat. Das schürte das Misstrauen von Teilen der Basis, die Nahles zur Funktionärsclique zählen."

Auch die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG sieht Defizite:

"Die Partei stirbt im Osten - wo einst der Grundstein für die deutsche Sozialdemokratie gelegt wurde - ab. Selbst Andrea Nahles blieb in ihrer Rede in Wiesbaden auf die besonderen Herausforderungen im Osten eine Antwort schuldig. Es mangelt auch ihr immer noch an der nötigen Sensibilität für die Region."

Die DITHMARSCHER LANDESZEITUNG befasst sich mit der parteiinternen Debatte über Hartz IV:

"Andrea Nahles' Aufgabe ist vorgezeichnet: Sie muss eine Reform bei der Grundsicherung und bei den Abläufen in der Bundesagentur für Arbeit anschieben. Einmal, weil Änderungen sachlich geboten sind, vor allem aber, um den Riss zwischen Fundis und Realos in ihrer Partei zu überbrücken."