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Blick in die Zeitungen von morgen

22. September 2017Blick in die Zeitungen von morgen

Nach Florenz flog Großbritanniens Premierministerin May für ihre Grundsatzrede. Die italienische Metropole als Symbol der europäischen Kultur und des globalen Handels sollte es sein - auch wenn sie letztlich vor einer weißen Wand sprach.

Die britische Premierministerin Theresa May während ihrer Brexit-Rede im italienischen Florenz. (AP / Alessandra Tarantino)
Die britische Premierministerin Theresa May während ihrer Brexit-Rede im italienischen Florenz. (AP / Alessandra Tarantino)

"Das Rätsel bleibt", schreibt die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG zur Rede der britischen Regierungschefin:

"May warf in Florenz neue Fragen auf, ohne die alten zu beantworten. Warum will sie einen gemeinsamen Markt verlassen, um danach mit hohem Aufwand und neuer Kreativität etwas Ähnliches hinzubekommen wie einen, äh, nun ja, gemeinsamen Markt?"

Von einem "tastenden Versuch, Türen des Kompromisses zu öffnen", ist in der PASSAUER NEUEN PRESSE die Rede:

"Mays Vision von einer 'tiefen und besonderen Beziehung' hat sie auch deshalb in Florenz präsentiert, weil sie Großbritannien weiter als Teil der europäischen Wertegemeinschaft sieht. In Zeiten des grassierenden 'Trumpismus' ist das schon viel."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht nun die EU am Zug - und die solle sich flexibler zeigen:

"Selbst wenn sich beide Seiten, was löblich ist, darin einig sind, dass in der Post-Brexit-Ära eine neue Partnerschaft herrschen soll, so sind die Zweifel, dass allen klar ist, wie man dorthin gelangt, nicht beseitigt. In jedem Fall hat May einen Schritt getan - nach vorn und auf die EU zu."

Von einer "Übergangsphase" nach dem EU-Austritt hatte May gesprochen. Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf blickt deshalb auf den Finanzstreit mit Großbritannien:

"Immerhin wird man auf europäischer Seite zustimmend zur Kenntnis genommen haben, dass London jetzt wenigstens bereit ist, seinen Mitgliedsbeitrag von rund 20 Milliarden Euro für eine Übergangsphase nach dem Brexit zu zahlen. Aber was ist mit den restlichen Forderungen?"

Alles Verhandlungssache, meint dazu die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"Die Briten boten zunächst nichts, die Brüsseler wollten 100 Milliarden. Nun stellt London weitere Zahlungen von vielleicht einem Fünftel in Aussicht, während die EU zuletzt wissen ließ, vielleicht betragen die Kosten auch nur 60 Milliarden. So geht das eben mit dem Feilschen."

Kaum eine Zeitung, die in ihrer Samstags- bzw. Wochenendausgabe nichts zur Bundestagswahl schreibt und auf den Wahlkampf blickt, den die AACHENER ZEITUNG als "einschläfernde Beruhigungspille" empfand:

"Wer mit aufgewecktem Kopf die Langeweile der Parteienwerbung anschaut, wundert sich, weil viele Chancen auf den Plätzen der Städte und in den schön dekorierten Fernsehstudios nicht genutzt wurden."

Die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG formuliert einen Appell:

"Nie in der Geschichte gab es ein Deutschland, in dem seine Bürger so frei, so sicher und so selbstbestimmt leben konnten - allen Unzulänglichkeiten zum Trotz. Es ist an den Demokraten, diesen erfolgreichen Weg weiterzugehen. Natürlich mit intensivem Streit darüber, welcher Weg der richtige ist. Aber ohne Hetze. Ohne Hass."

Und dem Kommentar der WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN aus Münster entweicht ein erleichtertes Seufzen:

"Endlich: Nach monatelanger Wahlkämpferei haben nun die Wählerinnen und Wähler das Wort. Mitmachen, Mitentscheiden, Mitbestimmen. Eine schlechte Wahlbeteiligung erweist der parlamentarischen Demokratie auf Dauer einen Bärendienst."