Die Nachrichten

Letzte Sendung hören:15:30 Uhr Nachrichten
schliessen

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

 
 
 
Nachrichten   
 
0:00
 
 
 
 

Blick in die Zeitungen von morgen

17. Oktober 2017Blick in die Zeitungen von morgen

Der Konflikt zwischen der irakischen Regierung und den Kurden im Norden des Landes ist in vielen Zeitungen Thema. Der KÖLNER STADT-ANZEIGER bemerkt:

"Und so liegt es nun an beiden Seiten, ob Bagdad und Erbil aus dieser angespannten und verfahrenen Situation ohne Blutvergießen und weitere Zerstörung wieder herausfinden. Dem Irak und seinen Kurden wäre es zu wünschen - ausgerechnet jetzt, wo der Albtraum des 'Islamischen Kalifats' so gut wie beendet ist."

Die Autonomiebestrebungen der Kurden tragen nach Meinung der NEUEN WESTFÄLISCHEN aus Bielefeld nicht zur Stabilisierung der Region bei und die ist das Ziel des Westens:

"Damit kein Missverständnis aufkommt: Die Unterstützung der Betroffenen im Kampf gegen den IS war richtig. Genauso richtig wäre es jetzt, sich nicht zurückzuziehen und rauszuhalten, sondern mit Fingerspitzengefühl daran zu arbeiten, dass die Lage nicht eskaliert."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG sieht Deutschland, Europa und die USA in der Pflicht:

"Sie haben sowohl die irakischen Kurden als auch die Streitkräfte der Zentralregierung in Bagdad im Kampf gegen die Terrormiliz mit Waffen und Know-how versorgt. Zwar war das an die Verpflichtung gekoppelt, jene Waffen nur gegen den IS einzusetzen. Die jüngsten Entwicklungen zeigen jedoch einmal mehr, wie schnell sich eine Lage ändern und im eigenen Interesse geleistete Hilfe ins Gegenteil umschlagen kann, sprich: Waffen plötzlich in falschen Händen sind."

Viele Kommentatoren blicken zudem nach Berlin, wo morgen erste Gespräche über die mögliche Bildung einer Jamaika-Koalition stattfinden. "Die Welt verändert sich rasant", stellen die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe fest:

"Die Politik muss es auch, will sie mit den Veränderungen Schritt halten. Jamaika wäre ein Signal für einen Aufbruch. Nun liegt es an Angela Merkel, Horst Seehofer, Christian Lindner und Cem Özdemir, ob sie vor den Gegensätzen kapitulieren oder die Herausforderung annehmen. Das erfordert Mut, ohne Frage."

CDU, CSU, FDP und Grüne müssen aus Sicht der SÄCHSISCHEN ZEITUNG aus Dresden einen Kompromiss finden, mit dem am Ende alle leben können:

"Jamaika könnte ein Signal hinein in die gespaltene und verunsicherte Gesellschaft sein. In eine Wählerschaft, die keine großen und klaren Mehrheiten mehr produziert, die stattdessen ein zersplittertes Bild von Einzelinteressen zeichnet, teils schrill und ablehnend formuliert."

Die FRANKENPOST aus Hof bezeichnet den Weg nach Jamaika als sehr weit und schwierig:

"Er muss behutsam gegangen werden, aber er muss gegangen werden. Es ist der Königsweg der Demokratie."

DER NEUE TAG aus Weiden meint, dass für Bundeskanzlerin Merkel ein Erfolg der Jamaika-Gespräche 'alternativlos' sei, wie sie es selbst formulieren würde:

"Wenn der Weg dorthin scheitert, droht ein richtiger Sturm. Eine Fortsetzung der Großen Koalition wäre - wenn überhaupt - nur ohne Merkel denkbar. Ein völliges Scheitern aller Verhandlungen würde Neuwahlen bedeuten, mit dem vermutlichen Profiteur AfD. Ob das Motivation genug für ein Gelingen ist? Es steht zu befürchten, dass die Schatten zu groß sind, über die potenzielle Koalitionäre springen müssen."