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25. Mai 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Die neue Entwicklung im Fall Weinstein ist erst wenige Stunden alt - deshalb gibt es dazu noch nicht viele Kommentare. "Das mediale Interesse", vermutet die OBERHESSISCHE PRESSE aus Marburg, ...

Der US-Filmproduzent Harvey Weinstein. (AFP / Yann COATSALIOU)
Der US-Filmproduzent Harvey Weinstein. (AFP / Yann COATSALIOU)

"... wird sich jetzt erst einmal voll darauf konzentrieren, was am Ende eines Strafverfahrens übrig bleibt von den massiven Tatvorwürfen gegen ihn. Doch im langen Schatten dieses Falles stehen dutzende weiterer Prominenter. Nicht zu vergessen: Millionen weniger prominente Menschen, in fast allen Fällen Frauen, die zuhause, am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit Opfer sexueller Gewalt werden. Die Empörung über Weinsteins 'Fehlverhalten' muss der Debatte so viel Antrieb verleihen, dass auch abseits der Scheinwerfer Hollywoods sexuelle Gewalt als das geächtet und verfolgt wird, was sie ist: eine Straftat."

Die EMDER ZEITUNG schreibt von einem "System Weinstein", das erheblich weitreichender sei als der Fall des Filmproduzenten selbst:

"Jetzt kommt nach und nach heraus, was sich Menschen in beruflichen Machtpositionen herausnehmen. Und es zeigt auch, dass der Umgang mit Macht längst nicht von allen Führungskräften beherrscht wird. Wer Macht besitzt, muss sich dieser sehr bewusst sein, ansonsten kann daraus Despotismus erwachsen - und Despoten kann nun wirklich keine Gesellschaft gebrauchen."

Wechseln wir auf die ganz große Bühne: die der Weltpolitik. Die beiden Hauptakteure der vergangenen Tage - Donald Trump und Kim Jong Un - haben das Drehbuch während des laufenden Stückes erneut umgeschrieben. Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG nennt Trumps Verhalten "Außenpolitik mit der Brechstange":

"Der selbst ernannte größte Dealmaker stößt Partner vor den Kopf, führt Verbündete vor und hinterlässt nahezu überall verbrannte Erde. Den Beweis, dass man auf derart konfrontative, unnachgiebige und sprunghafte Weise erfolgreich eine nachhaltige, dem Frieden dienliche Außenpolitik betreiben kann, bleibt Washington schuldig. Anderthalb Jahre nach Amtsantritt kann Trump außenpolitisch keinerlei Erfolge vorweisen. Sein Auftreten ist vor allem Effekthascherei."

Die MITTELBAYERISCHE ZEITUNG aus Regensburg analysiert:

"Das Problem mit Trumps 'Ich'-Diplomatie besteht darin, dass anders als in der Immobilien-Welt nicht bloß ein Deal durchfällt. Der Präsident steht in Nordkorea vor einem Scherbenhaufen, von dem er sich nicht einfach weggehen kann. Hätte er die Profis rangelassen, wäre genau diese Situation vermieden worden. So hat sich der selbstherrliche Trump mit seinem amateurhaften Vorgehen in eine Sackgasse manövriert, die eine Eskalation auf der koreanischen Halbinsel wahrscheinlicher macht. Zumal er nun den schwarzen Peter in der Hand hält."

Die NORDWEST-ZEITUNG aus Oldenburg wiederum kritisiert die Reaktionen auf die Nachricht, dass der geplante Gipfel möglicherweise nicht stattfindet:

"Da herrscht weithin eine Art Schadenfreude, die getrieben ist von Animositäten gegen US-Präsident Donald Trump. Dessen Vorgänger sind übrigens am nordkoreanischen Regime spektakulär gescheitert. Bill Clinton ließ sich 1994 über den Tisch ziehen. 2005 folgte der erste Atomtest Pjöngjangs. Also lasse man Trump mal machen. Abgerechnet wird am Ende. Die Tür zum Gipfel ist noch immer offen. Das Schreiben Trumps enthält entsprechende Angebote. Schon werden die Töne aus Pjöngjang sanfter."