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18. Februar 2018Blick in die Zeitungen von morgen

In den Kommentaren geht es vor allem um die heute zu Ende gegangene Münchner Sicherheitskonferenz. Weiteres Thema ist die Zukunft der SPD.

Münchner Sicherheitskonferenz (Tobias Hase/dpa)
Münchner Sicherheitskonferenz (Tobias Hase/dpa)

Zum Münchner Treffen schreibt die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg:

"Selten war der Ton auf internationalem Parkett so gereizt. Selten waren so viele Akteure so taub für die Stimmen der Vernunft. Und selten waren diese Stimmen der Vernunft so schwach."

Ähnlich sehen es die WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN:

"Bis zum Abgrund - und zurück? - So lautete das Motto der Münchner Sicherheitskonferenz. Am Ende blieben die Teilnehmer ratlos. Es gibt zwar Wege weg vom Abgrund. Offenbar will man sie aber nicht gehen."

Auch die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG ist ernüchtert über die Stimmung auf der Sicherheitskonferenz:

"Da erklärt Israels Premier Netanjahu im Konferenz-Zirkus dem Erzfeind Iran indirekt den Krieg. Russland unterstellt Europa derweil eine Rückkehr in die Nazizeit, und die USA unterstellen Moskau Wahleinmischung. Statt für Entspannung zu sorgen, hat die Konferenz die allgemeine Verunsicherung verstärkt. Welch düsteres Fazit: Die Krisen und Kriege auf der Welt weiten sich aus. Und die Diplomaten sind sprachlos oder verfallen in Kriegsrhetorik. Wohin soll das nur führen?"

Die STUTTGARTER NACHRICHTEN gehen auf die besondere Rolle Europas ein:

"Es kommt nun auch auf EU und Nato an, einer neuen Weltordnung mehr Stabilität zu geben. Die vor einem Jahr dominierende Sorge, Trump könnte die transatlantische Allianz als teuren Kostgänger aufgeben, hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr wird in Washington anerkannt, dass die Europäer bereit sind, ihre Anstrengungen für die kollektive Sicherheit deutlich zu steigern."

Der KÖLNER STADTANZEIGER betont die Verantwortung Deutschlands:

"Im Grunde geht es darum, dass sich Deutschland seiner eigenen Rolle vergewissert - auch wenn das unangenehm ist. Es geht nicht um Alleingänge oder eine Militarisierung der Außenpolitik. Es geht vielmehr um eine faire Lastenteilung und Solidarität unter Partnern. Die zählen auf uns. Ob wir wollen oder nicht."

Die HEILBRONNER STIMME bemerkt:

"Freuen kann sich nach dieser Konferenz wieder mal ein internationaler Player, der gar nicht mit am politischen Verhandlungstisch sitzt: die Rüstungsindustrie. Zur Stärkung der militärischen Ebene, sprich Aufrüstung - auch von Deutschland - scheint es keine Alternative zu geben."

Die NORDWEST ZEITUNG geht anlässlich der Sicherheitskonferenz näher auf das Verhältnis zwischen Israel und dem Iran ein:

"Israel befindet sich in keiner beneidenswerten Lage. Der Iran, der sich die Vernichtung des jüdischen Staates auf die Fahnen geschrieben hat, etabliert sich militärisch jenseits der nördlichen und östlichen Grenzen Israels. In Syrien haben Russland, der Iran und die Türkei offenbar zu einem Ausgleich ihrer Interessen gefunden. Der Westen sieht all dem tatenlos zu."

Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN widmen sich dem Zustand der SPD und der Rolle von Sigmar Gabriel:

"Auch Sigmar Gabriel sollte seinen persönlichen Ehrgeiz hintanstellen und seinen freiwilligen Verzicht erklären, um einer demütigenden Degradierung zuvorzukommen. Minister sind Diener - ein Rückzug wäre ein letzter honoriger Dienst an seiner Partei wie an der Gesellschaft."

Das sieht die PASSAUER NEUE PRESSE anders:

"Unterm Strich profitiert die SPD von einem politischen Alphatier wie Gabriel mehr als von seiner harmoniefördernden Absetzung. Auch hier sollte die Stimme der Vernunft zählen, und nicht ein vages Bauchgefühl."

Das DARMSTÄDTER ECHO gibt zu Bedenken:

"Grüne, Linke, AfD und nicht zuletzt die Union warten nur darauf, die Reste von dem einsammeln zu können, was einmal eine Volkspartei war. Weder der dürftige Koalitionsvertrag noch das wendehalsige Machtstreben ihres Vorstandes schützen die SPD davor."