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20. Februar 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Viele Zeitungen beschäftigen sich in ihren Kommentaren mit den Mängeln bei der Bundeswehr.

Mängel bei der Bundeswehr: Alle sechs deutschen U-Boote waren Ende 2017 nicht einsatzfähig. (dpa / picture alliance / Carsten Rehder)
Mängel bei der Bundeswehr: Alle sechs deutschen U-Boote waren Ende 2017 nicht einsatzfähig. (dpa / picture alliance / Carsten Rehder)

Die DITHMARSCHER LANDESZEITUNG aus Heide schreibt:

"Dass 2015 ein Bundeswehr-Panzer mit einem Besenstiel statt eines Waffenrohrs in ein Manöver zog, unterstreicht nur den sträflich vernachlässigten Zustand der Truppe. So etwas lässt sich normalerweise nicht einmal ein Satiriker einfallen."

Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen geht näher auf die Rolle von Verteidigungsministerin von der Leyen ein:

"Natürlich kann man nicht alles Schlechte bei der Ministerin abladen. Doch von der Leyen ist eine Meisterin der Ankündigung. Sie vermag von der Realität bei Luftwaffe, Heer und Marine geschickt abzulenken. Nur: Verlautbarungen allein machen es nicht besser, es müssen Taten folgen."

Die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG fordert:

"Anstatt auf immer neue Einsatzgebiete für die Truppe zu schielen, wie sie es jüngst im Irak tat, sollte von der Leyen erst einmal ihre Aufgaben an der Heimatfront erledigen. Da geht es nicht um Aufrüstung, sondern häufig um die Gewährleistung eines ganz normalen Betriebsablaufs."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG urteilt:

"Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihr Ziel klar verfehlt, die Truppe attraktiver zu machen. Kindertagesstätten und Werbefilmchen sind ein nettes Tüpfelchen auf dem i, nicht mehr. Die 2011 begonnene Bundeswehrreform ist gescheitert."

Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG kritisiert eine fehlende gesellschaftliche Akzeptanz der Bundeswehr.

"Wenn darüber lamentiert wird, dass es die Verteidigungsministerin nicht schafft, die Bundeswehr für gewachsene globale Anforderungen fit zu machen, muss auch die Frage gestellt werden, ob in Deutschland überhaupt die Bereitschaft existiert, der Truppe Mittel in auskömmlicher Höhe zukommen zu lassen. Außenpolitisch mag die Bundeswehr unverzichtbar sein. Innerhalb der Gesellschaft fehlt es ihr jedoch an Akzeptanz."

Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf geht auf ein weiteres Thema ein, nämlich das Urteil des Bundesgerichtshofs zu dem Ärzte-Bewertungsportal Jameda.

"Es ist schon eine dreiste Geschäftsidee, alle Ärzte ohne deren Einverständnis in eine Vergleichsliste aufzunehmen – und dann bei denjenigen, die keine monatliche Gebühr zahlen, Werbung der Konkurrenz einzublenden. 'Schutzgelderpressung' nannte dies die klagende Kölner Ärztin treffend. Der Bundesgerichtshof stoppte die unverschämte Praxis glücklicherweise."

Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe kommentieren:

"Das Urteil des Bundesgerichtshofs ist klar und lässt wenig Spielraum: Das Ärzte-Bewertungsportal Jameda ist nicht neutral, weil es Mediziner begünstigt, die sich Werbeplätze auf der Online-Plattform kaufen. Folglich können die Ärzte fordern, auf Jameda gelöscht zu werden. Zugleich macht der Rechtsspruch aus Karlsruhe deutlich, dass neutrale Anbieter Ärzte auch künftig generell bewerten dürfen. Nicht nur für Patienten ist dies eine gute Nachricht."

Die BERLINER ZEITUNG führt aus: "Mit dem Urteil vom Dienstag korrigiert der BGH zwar das Geschäftsmodell von Jameda, das Werbekunden keine bessere Platzierung einräumen darf. Doch grundsätzlich bestätigt das Gericht seine bisherige Linie, die falsch bleibt. Denn es sollte dem einzelnen Arzt überlassen werden, ob er in ein solches Portal aufgenommen werden will oder nicht."

Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt an der Oder stellt fest: Die Hilfe aus dem Netz ist mit Vorsicht zu genießen. Das Bild eines Produktes oder eines Dienstleisters, das im Netz entworfen wird, beruht in den seltensten Fällen auf fachlichen Kriterien. Insofern ist es gut, dass der Bundesgerichtshof im Fall der Kölner Hautärztin klargestellt hat, dass das Bewertungsportal Jameda unsauber arbeitet, wenn es keine klare Trennlinie zwischen bezahlten Anzeigen und Kundenbewertungen zieht. Sinnvoll wäre es, die subjektiven Eindrücke aus den Portalen mit Testergebnissen zu ergänzen.