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18. Mai 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Bundeskanzlerin Merkel hat in Sotschi den russischen Präsidenten Putin getroffen. Die Voraussetzungen: Eher frostig. Das Ergebnis: nichts Konkretes.

Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Sotschi. (Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa)
Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Sotschi. (Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa)

DER NEUE TAG aus Weiden unterstellt dem russischen Präsidenten Kalkül:

"Putins Rosen-Offensive kommt nicht von ungefähr. Er nutzt das Machtvakuum, das die Alleingänge von US-Präsident Donald Trump hinterlassen, ob bei der Frage von Strafzöllen oder beim Atomabkommen mit dem Iran. Im internationalen Gefüge der Mächte verschieben sich gerade ganz massiv die Gewichte. Als sicher geglaubte Allianzen zerbrechen. Putin, der Rosen-Kavalier, wittert Morgenluft. Er weiß, dass ohne ihn nichts geht - weder in Syrien, noch in der Ukraine und auch beim Atomabkommen mit dem Iran nicht."

Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg sieht die Kanzlerin geschwächt:

"Angela Merkel ist nicht als Botschafterin des Westens, sondern nur noch als Vertreterin Deutschlands und Europas nach Sotschi gereist. Schuld daran sind die Zerwürfnisse zwischen den USA und Europa. Das erhöht die Autorität der Kanzlerin bei Russlands Staatschef Wladimir Putin nicht, eröffnet aber paradoxerweise neue Spielräume. Russen wie Europäer müssen mit den US-Sanktionen zurechtkommen, die Donald Trump reihum verhängt hat."

"Bewegung könnte es auch in Sachen Ostukraine geben", ergänzt der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER:

"Merkel hat erneut die Umsetzung des Minsker Abkommens angemahnt und an Putin appelliert, endlich eine robuste Blauhelmmission zuzulassen. Deutschland könnte sich im Gegenzug für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen einsetzen, die wegen des Krim- und Ukrainekonflikts verhängt wurden. Und natürlich auch in der Frage der EU-Gasrichtlinie. Es kommt Bewegung ins Spiel."

... höchste Zeit, findet die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"Sowohl wirtschaftlich als auch geopolitisch ist Russland zu bedeutsam, als dass es sich Deutschland und die EU leisten könnten, das Land dauerhaft als Partner zu ignorieren. Kaum ein Problem von globaler Bedeutung lässt sich ohne Moskau lösen. Als Regierungschefin mit den längsten und besten Kontakten zu Putin ist Merkel in der europäischen Verantwortung, die Gesprächsfäden zu Moskau weiterzuentwickeln. Doch Vorsicht: Wer schwach auftritt, wird schnell für dumm verkauft."

Die F.A.Z. macht sich Sorgen angesichts der neuen Regierung in Italien aus Fünf Sterne und Lega, die heute ihr Regierungsprogramm vorgestellt hat:

"Das Programm könnte Italien und die EU rasch in eine neue Krise stürzen, selbst wenn der Frontalangriff, der Austritt aus der Währungsunion, erst einmal abgesagt worden ist. Aber auch so dürften die Konsequenzen der Abkehr von einer moderaten Sparpolitik für den Staatshaushalt gravierend sein. Steuersenkungen und höhere Ausgaben, Widerruf der Rentenreform und Infragestellen des Stabilitätspakts: So reproduzieren sich die italienischen Krisen selbst - und Europa wird nervös."

Die WELT verlegt sich aufs Hoffen - darauf, ...:

"... dass diesmal vielleicht gilt: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Zumal sich jedwede Regierung in Rom ja nicht im luftleeren Raum bewegt. Sie ist in italienische wie europäische Institutionen eingebettet. Und sie wird lernen müssen, dass das Drucken von Geld nicht endlos möglich ist und ein neuer italienischer Isolationismus das Land nicht stärkt, sondern schwächt."